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Fußball-Bundesliga, 27. Spieltag
Freitag, 19. März 2010 20:30
Jetzt zählt es! Verliert der 1. FC Köln morgen, befindet sich der FC mitten drin im Abstiegskampf. Weg das kleine Puffer. Dann wird es richtig eng. Selbst ein Unentschieden ist fast zu wenig, wenn man sieht, dass im Keller wieder regelmäßig gepunktet wird. Ein Sieg muss her. Mit einem Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach würde man nicht nur etwas für das Prestige machen und sich rehabilitieren, sondern gleichzeitig die Fohlen überholen. Das dürfte der Startschuss zum Klassenerhalt geben, denn danach geht es gegen Hannover und Berlin. Vor den beiden Partien ist ein Erfolgserlebnis unumgänglich. Wenn die drei Partien gewonnen werden, schießen sie Konkurrenten in den Keller und am Beispiel Berlin vielleicht schon komplett in Liga zwei.
Doch ein Schritt nach dem anderen.
Zuerst muss das Derby erfolgreich gestaltet werden.
Wenn man allerdings an den gelangweilten Auftritt in Mainz denkt, kann einem richtig Angst und Bange werden. Mit so einer Einstellung verlieren wir diese Partie auch. Vielleicht kommt gerade deshalb das Derby genau zur rechten Zeit. Die Mannschaft scheint sich in wichtigen und emotionalen Partien besonders motivieren zu können. Das haben die Punktgewinne gegen Leverkusen und München bewiesen. Wobei ein Punkt am Freitag eindeutig zu wenig wäre.
Um als Sieger vom Platz zu gehen, müssen nun die ständigen Diskussionen abseits des Rasens verstummen. Fünf Spiele noch komplette Ruhe und reine Konzentration auf die Spiele, danach darf wieder diskutiert und geplant werden. Aber wenn man täglich Poldi zur Schlagzeile macht und Maniche angiftet, dann kann keine Ruhe einkehren. Soldo muss nun eine harte Hand zeigen und eine klare Linie vorgeben. So sehr ich solche Aktionen eigentlich nicht mag und so befremdlich es vor dem Derby wäre, aber ein Maulkorb für den ganzen Klub wäre vielleicht kein falscher Weg.
Vielleicht würde so eine Maßnahme auch etwas von den Emotionen rausnehmen. Positive gehören am Freitag dazu. Aber es darf nicht umschlagen in Gewalt und Randale. Friedlich soll es abgehen. Auf und neben dem Spielfeld. Sonst wird die DFL knallhart durchgreifen (müssen).
Lasst uns das Derby genießen. Mit Schmähgesängen und Leidenschaft. Aber in einem fairen Rahmen! Sportlich halt…
Diese Aufstellungen erwarte ich für Samstag
Mondragon
Brecko – Geromel – Mohamad – Ehret
Mc Kenna
Petit ———- Matuschyk
Tosic ——————- Podolski
Novakovic
————————————————
Bobadilla – Friend
Arango —————————— Reus
Marx —- Bradley
Daems – Dante – Brouwers – Levels
Bailly
Umbauen ist angesagt. Bei beiden Mannschaften. Nach den entäuschenden Leistungen am letzten Wochenende, haben beide Trainer einige Veränderungen angedeutet.
Der 1. FC Köln muss leidenschaftlicher auftreten und gegen die Fohlen versuchen das Heft in die Hand zu nehmen. Deshalb dürfte Spielmacher Tosic mal wieder eine Chance von Beginn an erhalten. Dafür muss Freis wohl raus, wobei aus meiner Sicht ein Kämpfer seiner Güte in einem Derby jeder Mannschaft gut tut. Trotzdem wird Soldo was in Sachen Kreativität tun wollen.
Ansonsten wird Maniche wohl draußen sitzen. Nach der Kritik innerhalb der Woche, bekäme er nur eine Chance, wenn sich Soldo tatsächlich eine Trotzreaktion erhofft. Mit Matuschyk haben wir aber zum Glück mittlerweile eine solide Alternative. Pezzoni steht als Alternative zu Mc Kenna bereit, wobei der Kanadier überzeugt hat und als kopfballstarker Spieler bei Standard gut helfen kann. Da Gladbach mit keinem klassischen Zehner spielt, wäre es eine Überlegung wert, auf der Sechs einen Spieler zu stellen, der (diese Freiheiten nutzt und) auch in der Offensive Akzente setzen kann. Das wäre die Möglichkeit für Maniche.
Defensiv sollte Soldo auf Brecko und Ehret bauen. Die beiden werden gegen Arango und Reus einiges zu tun bekommen. Da muss Köln agile Außen entgegen setzen, die defensiv sicher stehen. Also nicht Womé!
Frontzeck wird nach den offensiv zuletzt uninsiprierten Auftritten seine Sturmreihe verändern. Auf Bobadilla wird er nicht verzichten wollen. Dafür dürfte Colautti eine Auszeit erhalten. Für ihn steht Friend bereit. Beim 4:2-Erfolg der Fohlen in der letzten Saison hatte der Anrgeifer ein Mal getroffen.
Zudem steht Meeuwis in der Kritik. Wenn Marx rechtzeitig fit wird, dürfte der Niederländer auf der Bank Platz nehmen.
Das sagt der Gegner
Ich freue mich sehr, dass sich Jannik von entscheidend is auf’m Platz die Zeit genommen hat, um meine Fragen zu beantworten. Sehr ehrlich, sehr gut reflektiert und mit einem Tipp, den ich sofort unterschreibe.
Spielfeldrand: Hallo Jannik, das vorausgesagte schwere Jahr in Liga eins ist ausgeblieben. Wie zufrieden bist du mit dem bisherigen Saisonverlauf?
Jannik: Wir stehen nach dem 26. Spieltag mit 30 Punkten auf Platz 12 – das ist nur ein Zähler weniger als in der gesamten letzten Saison. Damals sind wir praktisch nur dringeblieben, weil wir innerhalb von vier Tagen zwei Last-Minute-Siege errungen haben. So gut wie jetzt lief es in den letzten 10 Bundesliga-Spielzeiten selten. Von daher wäre es vermessen, unzufrieden zu sein. Mehr hat ja niemand gefordert, gut so. Bis vor ein paar Wochen haben mich zwar die vielen verschenkten Punkte geärgert. Aber gerade die letzten beiden Spiele mit 0:7 Toren haben gezeigt, dass wir noch lange nicht reif sind für mehr als die Region, in der wir uns derzeit bewegen.
Spielfeldrand: In der Rückserie läuft es noch nicht ganz rund bei euch, trotzdem habt ihr noch ein beruhigendes Polster auf die Abstiegsränge. Was erwartest du von den kommenden Wochen und wo wird deine Borussia am Ende einlaufen (tabellentechnisch)?
Jannik: Dieses Jahr ist es schwierig, da eine exakte Prognose abzugeben. Einerseits ist das Polster wirklich (noch) beruhigend. Andererseits weißt man genau, dass mit 30 Punkten noch nie eine Mannschaft die Klasse gehalten hat. Den Rekord haben wir uns ja letzte Saison mit grandiosen 31 gesichert. Ein bisschen muss da also noch kommen. Fest steht aber auch, dass wir die vergangenen fünf Spiele, aus denen es jetzt vier Punkte gab, in der Hinrunde noch allesamt verloren hatten. Beim Hinweis auf das harte Restprogramm mit dem derzeitigen Spitzentrio, dem HSV, dem VfB oder der Eintracht müssen wir also keineswegs in Panik verfallen. Wir werden uns vor dem 34. Spieltag retten und mindestens Dreizehnter – das hätte ich vor der Saison sofort unterschrieben.
Spielfeldrand: Die WM 2010 rückt mit großen Schritten näher. Wer aus eurer Mannschaft muss noch (neben den feststehenden Nationalspielern) unbedingt mit nach Südafrika reisen? Bei Jogi Löw, aber auch in einem anderen Nationalteam.
Jannik: Der deutsche WM-Kader dürfte Gladbach-freie Zone werden – bis auf die Ex-Borussen Marko Marin und Marcell Jansen natürlich. Michael Bradley wird dank seiner Nominierung für die USA schon wieder keine richtige Sommerpause bekommen, Karim Matmour kann vielleicht ein wenig die Engländer ärgern. Alle anderen Legionäre sind von ihren Nationalmannschaft entweder noch ein gutes Stück entfernt oder aber sie sind gar nicht qualifiziert. Diese Woche ging das Gerücht um, Roel Brouwers könne eine Rolle für die Niederlande spielen. So sehr mich das natürlich für unseren Top-Torjäger freuen würde, der sich großartig entwickelt hat und eine echte Stützte geworden ist – mehr haben unsere Nachbarn nicht mehr zu bieten?
Spielfeldrand: In der Auswärtstabelle steht ihr auf einem Abstiegsrang. Nun geht es zum Derby nach Köln, die sich zu Hause allerdings auch noch nicht mit Ruhm bekleckert haben. Was erwartest du für ein Spiel?
Jannik: Echt? Schon wieder so weit abgerutscht? Dann muss es ja entweder 0:0 oder 4:4 ausgehen, bei Eurer Heimbilanz. Oder 2:2 oder 3:2 oder 2:3. Ganz schwierig, da irgendetwas zu prognostizieren. Wir sind diese Saison die größte Wundertüte überhaupt. Da gibt es wenig, was uns noch schocken könnte. Und der FC hat sich bislang ja auch schon sowohl als Geizhals als auch als Fabrik in Sachen Toren präsentiert – offensiv wie defensiv. Gerade deshalb dürfte es schon hochinteressant werden. Zumal beide die Punkte mehr brauchen, als sie vor ein paar Wochen noch gedacht hätten.
Spielfeldrand: Die letzten Wochen wurden immer wieder durch Ausschreitungen überschattet. Zuletzt in Berlin. Im Derby bürgt eine zusätzliche Gefahr. Die Polizei wird mit einem Großaufgebot vor Ort sein. Befürchtest du, dass einige Chaoten in dieser Partie die Oberhand über das Sportliche gewinnen können?
Jannik: Ich bin noch nicht so alt. Fußballerisch bin ich sozialisiert worden, als beide Klubs sich ihren jeweils ersten Abstiegen näherten. Bis vor ein paar Jahren war die Rivalität zum 1. FC Köln für mich eine, die sich auf packende Spiele und verbale Sticheleien im Vorfeld beschränkt hat. Zumindest machte es den Eindruck. Nach der Entwicklung der letzten Jahre und dem, was ich gerade letzte Saison hautnah mitbekommen habe, wäre es fahrlässig, alle Sorgen beiseite zu schieben. Ich hoffe auf der einen Seite, die Polizei hat die Lage im Griff und behält den Überblick. Auf der anderen Seite kann man einfach nur gebetsmühlenartig an alle Beteiligten – Spieler, Verantwortliche, Medien und insbesondere Fans – appellieren: Es ist zwar ein Derby, die Bundesliga-Historie hat viele Geschichten zwischen beiden Vereinen geschrieben – aber es bleibt ein Spiel um drei Punkte. Nach den Vorfällen in Berlin letzte Woche wäre es gerade jetzt doch ein starkes Zeichen, wenn alles ruhig bliebe und sich beide Vereine das liefern würden, wodurch sie eigentlich bekannt geworden sind – tolle Spiele auf dem Rasen. Noch bin ich den Idealismus nicht ganz los.
Spielfeldrand: Zu guter Letzt: Wo wirst du die Partie verfolgen und wie lautet dein Tipp?
Jannik: Über mehrere Ecken habe ich jetzt doch eine Karte bekommen und werde vor Ort im Gästeblock sein. Wie groß die Begeisterung für das Derby trotz der Vorfälle der letzten Jahre immer noch ist, zeigt sich immer wieder aufs Neue, wenn unser Ticketportal zusammenbricht, sobald die Gästekarten rausgehen. Beim Tippen bin ich abergläubisch und hoffe, dass alle Borussen verstehen, warum ich auf ein 2:1 für den FC tippe – nachdem aus dem 3:2 in Dortmund und dem 3:1 gegen Wolfsburg nichts geworden ist.
Spielfeldrand: Danke Jannik und auf ein faires Spiel. Auf und neben dem Rasen!
Mein Tipp
Schwierige Kiste. Hier ist alles möglich. Letzte Saison gab es ein 2:4. Brecko hatte doppelt getroffen. Bradley leider auch. Ein ähnlich packendes Derby würde mich freuen. Und selbst, wenn Gladbach zuletzt sieben Buden in zwei Spielen kassiert hat, kann ich mir nicht vorstellen, dass es häufig klingeln wird. Dafür ist dann unsere Abteilung Attacke zu harmlos.
Es wird hitzig werden denke ich und auf den Kampf ankommen. Vielleicht entscheiden am Ende die Standards. Dabei sehe ich Gladbach sogar ein wenig vor dem Eff Zeh. Mit Brouwers und Dante stehen zwei Innenverteidiger bereit, die in dieser Saison wesentlich mehr Torgefahr ausstrahlen, als Mohamad und Geromel, die es eigentlich auch können.
Es wird wohl auf Kleinigkeiten ankommen. Kann die Kölner Defensive Reus und Arango in Schach halten? Kann Tosic seine Klasse abrufen und mal ein Spiel entscheiden? Wie präsentiert sich Poldi und trifft Nova mal endlich wieder?
Fragen über Fragen und doch ein Sieger. Ich denke an Köln und ein mageres 1:0.
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Fußball Bundesliga, 26. Spieltag
Samstag, 13. März 2010 15:30
Gute Laune dürfte am Samstag am Mainzer Bruchweg herrschen. Zwei der stimmungsvollsten und fröhlichsten Teams der Liga treffen aufeinander. Vielleicht gelingt es den Fans, mit einem verlängerten Karneval den Winter endlich fort zu schunkeln.
Auf dem Platz wird es wohl nicht so einträchtig einher gehen. Für den FC kommen jetzt die schwierigen Partien. Die Punkte gegen Leverkusen und München waren netter Zubrot, der uns auch etwas Luft nach unten verschafft. Nun muss aber wieder dreifach gepunktet werden, um den Nichtabstieg schnellstmöglich dingfest zu machen. Hier ist Köln gefordert und wird sich nicht einfach so hinten reinstellen dürfen, wie gegen die Topklubs der Liga.
Wobei eine eher defensive Taktik gegen Mainz nicht verwerflich ist, da sie eine der heimstärksten der Liga ist. Da muss man erstmal bestehen. Die Spielweise beeindruckt mich und den Rest der Saison freue ich mich, dass dem FSV die Rückkehr ins Oberhaus dermaßen gut gelungen ist. Wenn Köln aggressiv auftritt und seine Chance in der Offensive sucht, dann könnte es ein richtig munteres Spiel werden. Zwei Mannschaften auf Augenhöhe treffen am Samstag aufeinander, da können Winzigkeiten schon den Ausschlag geben.
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Diese Aufstellungen erwarte ich für Samstag
Müller
Heller – Svensson – Noveski – Fathi
Polanski — Karhan — Soto
Ivanschitz —- Simak
Bancé
————————————————-
Novakovic
Podolski ——————- Freis
Matuschyk —— Maniche
Pezzoni
Brecko – Mohamad – Geromel – Mc Kenna
Mondragon
Wenig Überraschung sind zu erwarten. Zum letzten Spieltag wohl nur je eine Veränderung pro Team.
Nach seiner Rotsperre dürfte Heller wieder in die Startelf rücken und Zabavnik auf die Bank verdrängen.
Soldo muss im Mittelfeld umstellen, wo Petit mit seiner zehnten gelben Karte fehlt. Wenn Pezzoni sich rechtzeitig fit meldet, dürfte er die Rolle direkt vor der Viererkette einnehmen. Ansonsten könnte Mc Kenna wieder auf die Sechs rücken und Ehret sein Startelf-Comeback geben. Wenn er denn schon fit ist. Ansonsten dürften Womé, Brosinski, Yalcin und vor allem Tosic auf der Bank sitzen und auf einen Einsatz hoffen.
Das sagt der Gegner
Peter vom 05er Fan-Blog stand diesmal für meine Fragen bereit.
Spielfeldrand: Hallo Peter, Glückwunsch zur überzeugenden Saison. Dass ihr euch gut schlagen würdet, habe ich geahnt, aber dass es dermaßen gut läuft, ist doch eine kleine Überraschung. Hattest du mit einer so sorgenfreien Saison gerechnet?
Peter: Die Einschätzung des überwiegenden Teils der Fachmedien der “Abstiegsfavorit Nummer eins” zu sein, hatte unsere Erwartungen zu Beginn drastisch heruntergefahren. Hinzu kam bei nicht wenigen Fans, die das Team intensiv begleiten (Training, Trainingslager, Fantreffs), eine ziemliche
Skepsis gegenüber dem damaligen Trainer Jörn Andersen – was die Defensivleistung angeht. Spätestens nach dem 1:4 vom März 2009 zu Hause gegen Aachen hatten sich viele gefragt, welches Konzept da der Trainer fährt. Der Aufstieg hat dennoch geklappt – das aber auch deshalb, weil die Mannschaft angefangen hatte, ein wenig ihr eigenes Konzept zu stricken. Die Nachrichten aus dem österreichischen Trainingslager waren dann auch nicht so, dass am Bruchweg blanker Optimismus aufgeblüht hätte. Schließlich folgte der Bruch mit Andersen und der Neubeginn mit Thomas Tuchel, von dem niemand wusste, ob er das packen kann. Andererseits war das Vertrauen in die Vereinsführung und speziell zu Manager Christian Heidel derart groß,dass die meisten Fans diesen Weg mitgegangen sind. Der Erfolg hat allen Recht gegeben.
Spielfeldrand: Ihr tretet sehr konstant auf. In der Rückrunde gab es je drei Siege und Niederlagen. Aber allen voran macht ihr das, was alle Trainer immer predigen. “Zu Hause muss gepunktet werden.” Auswärts läuft es dagegen nicht ganz optimal. Warum klappt es in der Ferne nicht, wo man doch eigentlich erwarten könnte, dass ihr dort mehr auf euer schnelles Spiel setzen könntet?
Peter: Gerade die letzten beiden Spiele bestätigen eher das Gegenteil: erste Heimniederlage gegen Bremen und erster Auswärtssieg der Rückrunde in Hoffenheim. Letzteres schreibe ich klar dem unglaublichen Ehrgeiz des Trainers zu. Zu Hause sind wir vor allem deshalb stark, weil Publikum und
Team sich gegenseitig pushen, weil die Jungs was zuückgeben wollen und sich ziemlich ins Zeug legen. Klar wollen das ja alle Teams bei ihren Heimspielen, aber ich bin fest davon überzeugt, dass die Atmosphäre am Bruchweg keine Gastmannschaft unbeeindruckt lässt. Außerdem haben wir die Heimsaison mit dem 2:2 gegen Leverkusen gut begonnen und haben zu Hause die Bayern sowie die allseits gehypten Hoffenheimer geschlagen – das trägt die gesamte Saison über nach vorne, das nimmt man einfach mit.
Auswärts fehlt es dann, weil wir dort nicht auf eine solch erfolgreiche Serie zurückblicken können. Da ist es förmlich zu spüren, dass dem Team oft das Selbstvertrauen fehlt – und nicht die Qualität. Eine Frage der Einstellung, an der Thomas Tuchel ja intensiv arbeitet.
Spielfeldrand: Andreas Ivanschitz ist bärenstark in die Saison gestartet. 2010 kommt er leicht angeschlagen noch nicht in Schwung. Jan Simak konnte seine Klasse auch noch nicht beweisen. Was erwartest du dir von diesem Kreativ-Duo im Rest der Saison?
Peter: Schwer zu sagen, da ich in diesem Jahr nicht ein Training mal verfolgt hätte. Bei Simak vermute ich, dass er einfach Zeit braucht, viel Zeit braucht, dass er auch Vertrauen spüren muss, um sich zu entfalten. Dieses Vertrauen hat der Trainer anfangs schon dadurch bewiesen, dass er Simak gleich nach seiner Verpflichtung hat spielen lassen. Eine ungewöhnliche Maßnahme bei 05.
Und Ivanschitz? Ein großes Rätsel. Hoffentlich nicht deshalb, weil ihn der österreichische Bundestrainer nicht aufstellt. Andererseits hat sich das Gefüge der Mannschaft durch die zahlreichen Neuverpflichtungen in der Winterpause geändert: Hoogland verletzt, Amri meist verletzt. Ob das da reinspielt – vielleicht, aber eher unwahrscheinlich.
Für mich ist aber auch längst nicht bewiesen, dass Ivanschitz und Simak als Duo funktionieren oder in ihrer Spielweise zusammenpassen. Oder gar bereits aufeinander eingespielt wären. Das hat mich bislang nicht so überzeugt.
Spielfeldrand: Thomas Tuchel wird oft mit Jürgen Klopp verglichen. Ist es in Mainz wirklich so einfach, dass man nur einen emotionalen Kumpeltyp auf die Trainerbank setzt und dann läuft das? Oder wie ist der Erfolg unter den beiden Typen zu werten?
Peter: Für mich schwer zu sagen, da ich ihn persönlich nicht kenne. Nach außen mag Thomas Tuchel wie ein Kumpel wirken. Und sicher gibt es da auch eine große Nähe zwischen Spielern und Trainer. Wer sich aber seine gesamte Körpersprache während eines Spiels und seine Statements vor allem nach Niederlagen anschaut, der kann schnell zum Ergebnis kommen, dass da ein unglaublich ehrgeiziger Fußballtrainer sitzt. Und einer, der akribisch plant, der seinen Job seeeeeehr ernst nimmt. Mag sein, dass er da manchmal zu ehrgeizig oder pedantisch rüberkommt. Den Ergebnissen hat’s bislang nicht geschadet.
Und zu guter Letzt ist da eine Vereinsführung und ein Management, das immer wieder Souveränität und Stärke beweist. Diese Entscheidung muss erst mal jemand zu treffen bereit sein, d.h., den Aufstiegstrainer zu feuern und einen “Novizen” zu verpflichten. Das beweist nicht nur Sachverstand, sondern auch eine große soziale Kompetenz. Christian Heidel und Harald Strutz stehen hier auch für eine Kontinuität, die einfach wichtig ist für einen solchen Verein, aber auch für eine große Nähe zu den Fans.
Spielfeldrand: Die WM 2010 rückt mit großen Schritten näher. Wer aus eurer Mannschaft muss noch (neben den feststehenden Nationalspielern) unbedingt mit nach Südafrika reisen? Bei Jogi Löw, aber auch in einem anderen Nationalteam.
Peter: Da ist natürlich zuvorderst Eugen Polanski zu nennen, der dem polnischen Nationaltrainer aufgefallen ist. Seine Leistungen werden für jedermann sichtbar immer besser. Wer da sonst “unbedingt” noch mitmuss, lässt sich schwerlich sagen. Ich hoffe, dass Andre Schürrle mal den Sprung schafft – ihm ist noch einiges zuzutrauen.
Spielfeldrand: Eure letzten beiden Heimspiele konntet ihr nicht gewinnen. Nun kommt der 1. FC Köln, der zuletzt gegen Leverkusen und Bayern punktete. Was erwartest du für ein Spiel?
Peter: Ein verdammt schweres. Das Hinspiel haben wir ja schon verloren, leider (ich war in Köln). Und der FC hatte es zuletzt den Bayern sehr schwer gemacht, alle Achtung. Heimspiele gegen die Geißböcke gingen für uns zuletzt oft gut aus – zumindest zu Hause -, und auch jetzt rechne ich mal mit einem ganz knappen Heimsieg. Einem schwer und hart erkämpften. Gegen Köln ist schwer zu spielen, sie stehen defensiv gut und setzen nach vorne immer wieder schnelle und gefährliche Vorstöße.
Spielfeldrand: Zu guter Letzt: Wo wirst du die Partie verfolgen und wie lautet dein Tipp?
Peter: Mist, erwischt. An diesem Wochenende kann ich ausnahmsweise leider nicht im Stadion sein. Ich drücke den Jungs die Daumen, dass wir 1:0 gewinnen und werde laufend per SMS informiert.
Mein Tipp
Da sehe ich die Geschichte genau, wie Peter. Es wird ein hartes und enges Spiel. Da kann ein Quentchen entscheiden. Beide Teams haben Spieler in ihren Reihen, die den Unterschied ausmachen können. Ivanschitz und Podolski zuvorderst. Bancé präsentiert sich in guter Form und Nova sowie Freis sollten auch mal wieder knipsen. Tosic könnte Druck von der Bank machen. Die Innenverteidiger sind bei Standards zu beachten. Es wird eine enge Kiste und trotz leichten (Heim-)Vorteilen für Mainz, hoffe ich ein wenig auf unser drittes Remis in Serie. 1:1
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Fußball-Bundesliga, 25. Spieltag
06. März 2010, 15:30
Nun also München. Nachdem wir durch das torlose Remis gegen Leverkusen wieder etwas Oberwasser erhalten haben und nun etwas beruhigter dreischauen, müssen wir noch diese eine Hürde nehmen, ehe es wieder etwas einfacher für Köln wird.
Dabei lauert in der Partie eine große Gefahr.
Klar wollen sich die Spieler beweisen. Natürlich wollen wir auch den FCB etwas ärgern. Sicherlich täte uns ein weiterer Punkt ganz gut.
Aber schlussendlich müssen wir weiter schauen. Auf die kommenden Aufgaben. Da müssen wir punkten!
Wir haben Bayern schon in der Hinrunde zwei Punkte geklaut. Gern erhöhe ich unsere FCB-Konto in dieser Saison, aber nicht um jeden Preis.
Ich will Einsatz sehen und eine engagierte Leistung. Aber zum einen möchte ich nicht gänzlich ins offene Messer laufen und zum anderen nicht unnötig Spieler verlieren. Nein, ich denke nicht an Platzverweise. Aber an Spielsperren. Nein, keine Platzsperren, sondern Spielsperren. Denn sowohl Mohamad und Geromel, als auch Petit sind gefährdet. Die beiden Innenverteidiger haben je vier gelbe Karten auf ihrem Konto, Petit neun. Fast zwangsläufig werden hier die nächsten folgen und sie setzen erstmal aus. Bitter wäre es nur, wenn alle drei auf einmal passen müssten. Das könnte Köln nicht kompensieren.
Gerade, da jetzt die entscheidenden Spiele vor der Tür stehen.
Deshalb hätte ich folgenden Wunsch: Mohamad fehlt gegen Mainz, Petit gegen Gladbach und Geromel gegen Hannover.
Diese Aufstellungen erwarte ich für Samstag
Mondragon
Brecko – Mohamad – Geromel – Ehret
Mc Kenna
Petit ——– Maniche
Freis ——————– Podolski
Novakovic
—————————————————–
Müller – Gomez
Ribery ——————————— Robben
van Bommel – Schweinsteiger
Contento – Badstuber – van Buyten – Lahm
Butt
Soldo muss umstellen. Ganz bitter: Christopher Schorch verletzte sich beim U20-Spiel Deutschland gegen Schweiz schwer und fällt wohl für den Rest der Saison aus. Das trifft den FC heftig, denn über die komplette Saison gesehen, war Schorch der konstanteste Kölner auf der Außenbahn (defensiv!). Wir müssen also wieder umstellen. Nur wie? Brecko ist gesetzt. Bekommt nun Womé eine erneute Chance? Bitte nicht! Ist Ehret vielleicht schon bereit für einen Einsatz ab Minute eins? Das wäre ideal, auch wenn der Franzose sicher noch keine 90 Minuten durchhalten kann. Aber er ist ein Kämpfer und da hätte ich am wenigsten Bauchschmerzen. Alternativ rückt Mc Kenna nach rechts hinten. Dort hat er in der Vergangenheit schon öfters ausgeholfen. Das könnte aber kritisch werden, da er als kopfballstarker Spieler Probleme gegen einen spielstarken Ribery bekommen dürfte. Der wesentlich agilere Ehret wäre also die bessere Wahl!
Ansonsten rückt wohl Maniche zurück in die Mannschaft. Für ihn dürfte Matuschyk weichen. Doch da der Junge seine Sache beim Debüt gut gemacht hat, dürften wir ihn demnächst öfters im FC-Dress sehen. Als Einwechselspieler. Zudem steht Tosic bereit, der in der Nationalmannschaft (ebenso wie Novakovic) mit einem Treffer Selbstvertrauen getankt hat.
Louis van Gaal muss auf Demichelis verzichten, tauscht den aber problemlos mit Rückkehrer van Buyten aus. Ansonsten braucht er eigentlich nicht zu wechseln.
Das sagt der Gegner
Oliver von Breitnigge.de lässt uns teilhaben am Innenleben eines Fans des FC Bayern München.
Spielfeldrand: Hallo Oliver, erstmal Glückwunsch zur Tabellenführung. Habt ihr lange drauf verzichten müssen. Wie wichtig ist der erste Platz nach dem 24. Spieltag für dich?
Oliver: Vielen Dank. Für das Mitgefühl. Der erste Platz ist wohl immer wichtig. Und auch wenn die üblichen, stromlinienförmigen Phrasendrescher das anders sehen: Ich will oben stehen. Und zwar so lange wie möglich und so früh wie möglich. Ist besser als unten.
Dabei ist mir persönlich auch egal, ob’s spannend ist oder nicht. Ich bin Fan – so what, ich will das mein Team möglichst oft Erfolg hat. Wer erzählt, dass er Spaß an Niederlagen hat, hat in meinen Augen ganz andere Probleme…
Spielfeldrand: Mittlerweile scheint der FCB auch seine Fans wieder für sich zurück gewinnen können, nachdem es unter Klinsmann teils heftige Kritik hagelte. Was macht van Gaal anders, als sein Vorgänger?
Oliver: Zunächst einmal, kann ich nicht behaupten, dass die schlechte Stimmung unter Klinsmann vor allem an Klinsmann festgemacht wurde. Mein Umfeld hat eher die Wagenburg gegen das Boulevard aufgebaut. Die Fans, die Klinsmann-raus riefen, ließen sich für uns zu sehr von aussen beeinflussen. Erst später, als mehr und mehr Details aus dem Verein und der Mannschaft nach aussen drangen, nahm auch bei mir die Aggression in diesem Punkt zu.
Aber zu van Gaal. Er hat Erfolg. Das ist der entscheidende Unterschied. Und er hat eine Vision, eine Vorstellung von Fußball. Die hatte Klinsmann scheinbar wohl auch, allerdings hat van Gaal zuvor schon bei anderen Großvereinen in Europa bewiesen, dass seine Visionen Hand und Fuß haben. Klinsmann blieb diesen Beweis bei uns einfach schuldig.
Spielfeldrand: Van Gaal hat sicherlich nicht alles richtig gemacht. Positiv ist natürlich, wie er Talente, wie Müller und Badstuber eingebaut hat. Aber in der Hinserie hat er sich bei der Besetzung der Sturmreihe aus meiner Sicht ein wenig verzettelt. Hätte er schon damals Gomez komplett stärken sollen, so wie er es jetzt tut und nicht auf Krampf zu versuchen, Klose und Toni irgendwie einzubauen?
Oliver: Nicht unbedingt. Vor allem beim Thema Toni sieht es ja doch ein wenig anders aus. Toni war zum Einen lange verletzt und zum Anderen ab einem gewissen Punkt nicht mehr auf Wellenlänge mit van Gaal. Die Bayern hatten in der Hinrunde einfach eine Ergebniskrise. So muss man das im Rückblick wohl sehen. Als diese beendet war, kam über die Erfolge auch das Gefüge im Team. Und plötzlich griff ein Rad ins andere.
Auf der andere Seite wird Gomez ja nun seit einiger Zeit der Rücken gestärkt, was aber nicht verhindert, dass er plötzlich nicht mehr regelmäßig trifft.
Fassen wir es doch so zusammen: Man steckt nicht drin.
Spielfeldrand: Der schlussendliche Aufschwung kam mit der Verpflichtung bzw. Rückkehr von Robben und Ribery. Wie wichtig ist dieses Duo für das gesamte Gebilde “FC Bayern”?
Oliver: Scheinbar sind sowohl Ribéry als auch Robben mehr als wichtig für den FC Bayern. Selbst wenn es aktuell so aussieht, dass mit Ribéry nach seiner Rückkehr zunächst einmal das zuvor nur von Robben angeführte Team nicht mehr wie geschmiert funktioniert.
Sind sie beide erst wieder und gemeinsam richtig fit, werden wir noch jede Menge Freude haben. Und unsere Gegner Kopfschmerzen.
Spielfeldrand: Die WM 2010 rückt mit großen Schritten näher. Wer aus eurer Mannschaft muss noch (neben den feststehenden Nationalspielern) unbedingt mit nach Südafrika reisen? Bei Jogi Löw, aber auch in einem anderen Nationalteam.
Oliver: Keine Ahnung. Es gibt genug gute deutsche Spieler. Da muss nicht zwingend noch der letzte Nachwuchsspieler des FC Bayern in den Löw-Kader gelobt werden. Wer mich kennt, der weiß, dass ich in diesem Punkt eher unpatriotisch bin. Mir ist zumeist wichtig, dass sich keiner unserer Spieler bei solch einem Turnier verletzt. Und wieso soll sich zum Beispiel ein Thomas Müller seinen (Erholungs-)Urlaub verkürzen, damit er bei der WM auf der Bank sitzt?
Spielfeldrand: Am Samstag geht es für euch nach Köln. Der FC scheint sich wieder ein wenig gefangen zu haben. Zudem ist es das Wiedersehen mit Podolski. Was erwartest du für ein Spiel?
Oliver: Der FC hat sich gefangen? Nach dem 1:5, weil man in Leverkusen ein 0:0 ermauerte? Kann sein, man muss nehmen was man an Punkten kriegen kann. Das Wiedersehen mit Herrn Podolski wird eher ein Deja-vu werden: PrinzPeng wird als Fremdkörper irritierungslos über den Platz irren. Wie so oft beim FC Bayern… ![]()
Vom Spiel erwarte ich nicht viel. Es wird darauf ankommen, ob die Bayern den kölschen Abwehrriegel am 5-Meter-Raum frühzeitig knacken können. Schaffen sie das nicht, wird es ein hässliches Geduldsspiel werden. Wie im Hinspiel.
Das Glück der Kölner ist heuer, dass es mind. drei Teams geben wird, die noch schlechter spielen und noch mehr Punkte liegen lassen.
Spielfeldrand: Zu guter Letzt: Wo wirst du die Partie verfolgen und wie lautet dein Tipp?
Oliver: Die Kartensituation rund um den FC Bayern hat sich in den letzten Jahren nicht entspannt, von daher wird’s der Sky-Platz werden.
Mein Tipp? 0:0, 0:1 oder höher. Ein Tor erzielen die Köln nicht. Ich wüsste nicht wie oder wer…
Mein Tipp
Ich denke, ich kann hier den Text vom Leverkusen-Spiel reinkopieren. Köln muss die null lange halten, sonst wird der FC gnadenlos auseinander genommen. Ribery und Robben kann man nicht bremsen. Da jetzt auch noch Schorch ausfällt, wird es unlängst schwerer. Die Innenverteidigung muss stehen und Mondragon wieder seine Reflexe rausholen, dann wird es zumindest eng. Von der Angriffsreihe erwarte ich ebenso konsequente Abwehrarbeit, wie gegen Bayer 04. Und ab und an vielleicht mal ein schöner Konter, der dann gern auch mal genutzt werden darf.
Da Bayern stärker ist als Leverkusen und Köln zuhause schlechter als auswärts, rechne ich mit einem 0:2 oder 1:3.

Fußball Bundesliga, 24. Spieltag
27.02.2010 18:30
Schadensbegrenzung. Darum geht es am Samstag. Zumindest für mich. Nach der bitteren 1:5-Klatsche gegen Stuttgart müssen wir nun wieder was für unsere Psyche tun. Ich erwarte keinen Sieg. Selbst ein Remis wäre vermessen. Aber immerhin eine anständige Leistung und nicht mehr als zwei Gegentore. Bitter nur, dass gerade jetzt Bayer 04 Leverkusen kommt.
Vor deren Offensive habe ich echt Angst. Da muss uns was einfallen, damit wir nicht komplett unter die Räder geraten. Wir werden nicht ins offene Messer laufen, das scheint schon jetzt klar. Aber wir müssen zu unserer defensiven Ordnung finden. Unsere Viererkette wird enorm unter Druck stehen. Hier müssen allen voran Mohamad und Geromel wieder Turm in der Schlacht sein.
Das gesamte Team muss sie unterstützen und defensiv arbeiten. Wenn dann mal ab und an ein gefährlicher Konter gefahren wird. Umso besser!
Die Motivation sollte vorhanden sein. Nicht nur wegen der Niederlage vor Wochenfrist, sondern auch wegen dem Derby an sich. Eine gute Ausgangsposition also, um recht unbefangen, aber doch hundert Prozent konzentriert aufzutreten.
Wunder gibt es immer wieder.
Am Samstag brauchen wir aber mehr als das. Oder einfach nur eine Schadensbegrenzung…
Diese Aufstellungen erwarte ich für Samstag
Adler
Schwaab – Friedrich – Hyypiä – Castro
Vidal — Reinartz
Barnetta ——————- Kroos
Kießling – Derdiyok
———————————————
Novakovic — Podolski
Tosic
Petit ——- Maniche
Pezzoni
Brecko – Mohamad – Geromel – Schorch
Mondragon
Jupp Heynckes muss eigentlich kaum was ändern. Nur Hyypiä kehrt in die Abwehrreihe zurück. Dafür dürfte Reinartz wieder ins Mittelfeld rücken und dort Lars Bender verdrängen.
Zvonimir Soldo hat angekündigt, die Defensive zu stärken. Es passt also ganz gut, dass jetzt der Spitzenreiter kommt. Da erwartet ohnehin niemand, dass wir unser Heil in der Offensive suchen. Soldo kann also ganz beruhigt Beton anrühren und versuchen möglichst lange ein 0:0 zu halten. Drei defensive Spieler werden also beginnen, wobei die beiden auf den Halbpositionen leicht nach vorne gerückt werden. Wie zum Rückrundenstart. Maniche dürfte eine Bewährungschance erhalten. Wenn nicht, schlägt vielleicht die Stunde von Mc Kenna. Wenn nicht in defensiven Mittelfeld (wovon auszugehen ist), dann als rechter Außenverteidiger, wodurch Schorch nach vorne rücken könnte.
Problematischer wird es in der Offensive. Dort wird mit nur einer Spitze und zwei offensiven Außen gerechnet. Freis wird wohl weiter erstmal zuschauen müssen. Tosic und Podolski dürften die beiden offenen Stellen erhalten. Aber, Herr Soldo, wenn sie schlau sind, spielen sie mit zwei Stürmern. Bei eh nur drei Offensiven, ist es ziemlich egal, ob eine Spitze oder zwei. Zudem fühlt sich Poldi zentral wohler und hat gegen Stuttgart als zweiter Angreifer durchaus Ansätze gezeigt. Tosic dürfte demnach zentral dahinter beginnen. Ausgestattet mit allen Freiheiten, die seine Qualitäten unterstreichen dürften.
Die einzige Gefahr dabei: Die beiden Flügel würden verwahrlost und Leverkusen Platz zum Marschieren geben.
Das sagt der Gegner
Stefan vom Bayer04-Blog stand mir Rede und Antwort. So “friedlich” wünsche ich mir das dann auch für den Samstag. Auf dem Rasen, aber vor allem auf den Tribünen und um’s Stadion herum.
Spielfeldrand: Hallo Stefan, Glückwunsch zum Bundesligarekord mit 23 ungeschlagenen Spielen von Saisonbeginn an. Damit habt ihr wohl die gesamte Bundesliga überrascht. Hättest du mit so einem Höhenflug von Anfang an gerechnet und wie erklärst du dir diese konstant gute Saison?
Stefan: Klar, das war doch abzusehen, dass wir diese Saison ungeschlagen bleiben. Alles andere wäre ja die reinste Farce.
Also nein, es war natürlich nicht abzusehen, aber ich denke auch nicht, das Leverkusen die alleinige Überraschung dieser Saison ist. Was Magath mit teils sehr unerfahrenen Spielern in Schalke macht, kommt für mich noch überraschender. Auch dass Mannschaften wie Frankfurt und Mainz immer noch vor Wolfsburg, Hoffenheim oder dem VFB stehen, sorgte für großes Staunen in der Öffentlichkeit. Aber das ist immer so. Eine Saison endet nie, wie man sie sich vor Begin vorgestellt hat.
Leverkusen hatte eigentlich immer die Klasse, um auch ganz vorne mitzuspielen, aber uns fehlte nun mal die Konstanz. Und damit meine ich nicht nur letzte Saison unter Labbadia. Auch schon einige Saisons zuvor. Unter Augenthaler, zum Beispiel, haben wir ja traditionell immer nur eine gute Halbzeit hingelegt, wenn ich mich da recht entsinne. Woran es diese Saison genau liegt, kann ich nicht sagen. Da wird jeder seinen Teil dazu beitragen. Vom Duo Heynckes/Hermann über einzelne Spieler bis hin zum gesamten Umfeld. Es passt einfach.
Spielfeldrand: Für euch spricht zweifellos eure Offensive. 50 Tore sind aktuelle Bundesligaspitze. Aber auch die Defensive um Sami Hyypiä steht wie eine Bank. Sind eben jener Hyypiä, dann noch Goalgetter Derdiyok und natürlich Jupp Heynckes am Spielfeldrand die entscheidenen Puzzleteile, die euch in den letzten Jahren zum Erfolg gefehlt haben?
Stefan: Jein. Hyypiä ist definitiv einer, der in den letzten Jahren gefehlt hat. Aber ein Spieler seiner Klasse fehlt auch dem FC Bayern in der Innenverteidigung. Das war einfach ein richtig guter Zug von Völler und Co. Derdiyok spielt zwar eine gute erste Saison, aber letztes Jahr hatten wir mit Kießling und Helmes auch ein Sturmduo, das herrlich zusammen passte.
Mit der Verpflichtung von Jupp Heynckes hat die Führungsetage einen anderen Weg eingeschlagen. Die jungen Trainer Skibbe und Labbadia haben einfach nicht den erwarteten Erfolg gebracht. Wobei das sicherlich nicht an ihrer Klasse liegt. Vor allem Skibbe halte ich für einen sehr fähigen Trainer. Hätte er am letzten Spieltag noch die Uefa-Cup Teilnahme gesichert, wäre er auch sicherlich Trainer bei uns geblieben. Heynckes ist aber im Gegensatz zu Labbadia und Skibbe nun mal sehr erfahren, hat sogar schon die Champions League mit Real Madrid gewonnen. Anscheinend weiß er, wie man mit unseren jungen Spielern umgehen muss. Dazu kommt auch, dass Spieler wie Barnetta oder Kießling durch die letzten Jahre einfach gewachsen sind. Das sind nicht mehr die blutjungen und nervösen Spieler. Vor allem sind sie aus dem „Die sind noch jung, die dürfen auch mal schlecht Spielen“-Schema rausgefallen. Dies gilt eher für Spieler wie Kroos, Reinartz oder Vidal.
Spielfeldrand: Allerdings rückt euch der FC Bayern München mittlerweile gefährlich auf die Pelle. Die Luft wird merklich dünner. In den letzten zehn Jahren ist es nur einmal dem FCB gelungen am Ende die Meisterschaft zu erringen mit zehn Unentschieden, die ihr jetzt schon auf dem Konto habt. Kosten euch diese Remis, wie zuletzt gegen Bremen am Ende vielleicht sogar die Meisterschaft?
Stefan: Mal zum „Kampf“ gegen die Bayern allgemein: Die Medien schreiben mehr als es wirklich ist. Schlussendlich muss man es so sehen: Die Bayern haben vor der Saison die Meisterschaft als Ziel ausgeben und dafür ca. 60 Millionen allein für Robben und Gomez ausgegeben. Was steht denn bei uns auf dem Platz? Ein Kießling, den man für 5 Mio. holte. Renato ist der derzeit teuerste mit 10 Mio. Euro Ablöse… und der spielt überhaupt nicht. Aber natürlich weiß man, dass die Meisterschaft möglich ist. Aber die Saison ist noch lang, 33 Punkte kann jede Mannschaft noch holen.
Mit den Unentschieden verhält es sich ähnlich: Im Kampf um die Meisterschaft könnten sie hinderlich sein. Aber dass es überhaupt so kam, dass man heute von Meisterschaft sprechen kann, liegt genau an diesen Unentschieden. Die holte man u.a. in München, in Gelsenkirchen, in Hamburg und zweimal gegen Bremen. Dazu eins zuhause gegen den BVB. Da kann man auch mal verlieren und schon hat der Gegner zwei Punkte mehr auf seinem Konto. Hätte man diese wichtigen Unentschieden der Hinrunde verloren, stände man jetzt auf Platz 4 oder so. Leverkusen hat nicht die Klasse um 30 Siege in einer Saison zu holen, aber dann soll der Gegner wenigstens nicht mit drei Punkten belohnt werden.
Spielfeldrand: Die WM 2010 rückt mit großen Schritten näher. Wer aus eurer Mannschaft muss noch unbedingt mit nach Südafrika reisen? Bei Jogi Löw, aber auch in einem anderen Nationalteam.
Stefan: Also Adler scheint ja sicher dabei zu sein, auch wenn ich Neuer als aktuelle Nummer Eins im Tor sehen würde. Er ist einfach besser. Bei Kießling bin ich mir gar nicht sicher, ob der beim Löw ganz oben auf der Liste steht. Aber er sollte auf jeden Fall mit. Ich denke, er würde sich ganz gut neben Gomez machen. Für Helmes sehe ich eigentlich kaum noch Chancen, erstens durch seine Verletzung und zweitens durch seinen Bankplatz. Sollte Rolfes wieder rechtzeitig fit und in Form sein, ist er sicher dabei. Er spielt hervorragend mit Ballack in der Zentrale. Da gefällt er mir besser als Khedira. Mal schauen, ob Schweinsteiger auch in der Nationalmannschaft neben Ballack ran darf. Auf den Außen nimmt er zu oft das Tempo aus dem Spiel. Manuel Friedrich wird wohl nicht mitfahren, da er als Ergänzung wohl lieber auf die jungen Tasci oder Boateng setzt. Auch Hummels könnte noch mitfahren. Früher hab ich mich ab und zu geärgert, wieso Metzelder jetzt wieder mit darf und Friedrich nicht, aber jetzt sind die Jungen zu gut und auch zu Recht dabei. Bleibt nur noch Castro als WM-Kandidat übirg. Er MUSS meiner Meinung mit. Nicht zuletzt wegen seiner Variabilität. Der kann links und rechts in der Abwehr und im Mittelfeld spielen, dazu als Sechser vor der Abwehr und seine Leistungen in der dieser Saison sind nun mal WM-reif, wenn man sich mal die Konkurrenten Schäfer oder Beck ansieht.
Bei den anderen Teams gibt’s auch den ein oder anderen Kandidaten: Vidal wird völlig zu Recht mit Chile wohl sicher dabei sein, Barnetta und Derdiyok mit der Schweiz, wobei Derdiyok wohl eher der Bankdrücker hinter Frei und Nkufo sein wird. Er hat in der Schweiz nicht den besten Ruf, da seine Leistungen vor Leverkusen sehr durchwachsen waren. Eigentlich gibt es nur einen neben Castro, der es eigentlich verdient hätte dabei zu sein, es aber wohl nicht wird: Renato Augusto. Aber als brasilianischer Mittelfeldspieler hat man natürlich extrem starke Konkurrenz. Seine Zeit wird sicherlich noch kommen, lange können wir den in Leverkusen nicht mehr halten. And last but not least: Sarpei wird mit Ghana am Start sein. Man muss sich halt nur die richtige Nation raussuchen, dann schafft’s auch der Dauerbankwärmer.
Spielfeldrand: Am Samstag steht das Derby an. Köln wurde zuletzt von Stuttgart regelrecht abgeschossen und muss nun eure Offensive in den Griff bekommen. Selbstvertrauen herscht in Köln nach dem guten Rückrundenstart nicht mehr. Es droht eine klare Geschichte für Bayer 04 zu werden. Was erwartest du für ein Spiel?
Stefan: Ich erwarte einen starken FC, der auf Wiedergutmachung aus ist. Ihre Abwehr, besonders Geromel, ist gar nicht so schlecht, wie sie manchmal gemacht wird. Wenn sie hinten gut stehen, wird das alles andere als leicht für uns. Trotzdem gehe ich natürlich, wie könnte es auch anders sein, von einem Sieg der Bayer-Elf aus. Der muss einfach sein, wenn man sich gegen Schalke und Bayern weiter behaupten will.
Spielfeldrand: Zu guter Letzt: Wo wirst du die Partie verfolgen und wie lautet dein Tipp?
Stefan: Ich hoffe, ich kann die Partie überhaupt verfolgen. Am Samstag ist großes Familienfest bei uns und ich bin extra für ein paar Tage in meiner alten Heimatstadt. Deswegen ist es noch unsicher, ob ich das Spiel verfolgen kann bzw. werde. Es wäre erst das zweite in dieser Saison, das ich verpassen würde.
Mein Tipp? Unsere Defensive ist zu stark für euch, deswegen halten wir hinten schon mal die Null. Vorne feiert Hyypiä sein Comeback gleich mit einem Tor und Barnetta gönne ich eins. Ergo wird’s ein 2:0.
Mein Tipp
Es wird schwer für uns. Leverkusen hat die Saison noch kein Spiel verloren. Zuhause in elf Partien 28 Treffer erzielt und besonders durch seine Offensive begeistert (selbst mich). die individuelle Klasse macht da auch mal in schlechteren Spielen den Unterschied aus. Ein Kroos, ein Derdiyok, ein Kießling. Sie alle können aus dem Nichts einen Treffer erzielen. Das wird echt schwer für die Kölner Abwehr.
Es heißt, mal ausnahmsweise nicht früh in Rückstand zu geraten. Sonst wird es wohl zu einem Debakel. Der FC wird tief stehen und mit aller Kraft verteidigen. Leverkusen ist nicht in der Wahnsinnsform der Hinrunde und könnte sich vielleicht schwer anstellen. Am Ende siegt aber die individuelle Klasse. 1:3.
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Fußball Bundesliga, 23. Spieltag
Samstag, 20.02.2010 15:30
Eigentlich ist Karneval immer die Zeit der guten Laune. In Köln ist das nicht immer so. Wie auch in diesem Jahr. Nachdem zuvor alles wunderbar aussah, steckte der Eff Zeh zwei Pleiten ein. Augsburg war unterirdisch, Gelsenkirchen war von der Einstellung ebenso miserabel. Nicht eine Torchance. Das erinnerte schon an die Hinserie.
Zum Glück ist Karneval nun vorbei.
Gelacht wird woanders, nun heißt es wieder volle Konzentration auf den Sport. Einstellung, Leidenschaft und Feuer möchte ich sehen.
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Fußball-Bundesliga, 22. Spieltag
Sonntag, 14.02.2010 15:30
Es hätte so schön werden können. Köln tankt in der Bundesliga kräftig Selbstvertrauen und darf dann im Freudentaumel einen Zweitligisten im DFB-Pokal fordern. Sogar auswärts. Was kann da eigentlich noch passieren. Viel, wie wir seit gestern wissen. Zu viel!
Der EffZeh verbaut sich alles selbst, indem sie zum Start mal wieder schlafen, dann eine dumme rote Karte sehen und es danach nicht schaffen, den Bundesligadruck aufzubauen. Warum? Keine Ahnung! Die haben sich komplett den Schneid abkaufen lassen und sind gar nicht in die Partie gekommen. Ich gebe keinem außer den Spielern dafür die Schuld. Bei dem Wetter hatten sie zuletzt schon in Liga eins gepunktet. Der Schiri hat später bei den gelb-roten Karten alles richtig gemacht. Aber warum sich Routiniers und Leistungsträger, wie Podolski und Petit in so einer Situation nicht zusammen reißen können, bleibt mir schleierhaft. Bezeichnend, dass ausgerechnet Novakovic trotz offensichtlicher Erregung zurückstecken kann, nur die beiden P nicht.
Nun gilt es, das Spiel schnell abzuhaken und sich in der Liga wieder freizuspielen.
Dann wieder mit Chihi. Gegen Augsburg hat man gesehen, wie wichtig der agile Außenspieler aktuell ist. Einer, der Dampf macht und seine Nebenleute mitreißt. Der hat einem Freis gegen den FCA komplett gefehlt. Der Angreifer war ein Totalausfall. Ich bin gespannt, ob Petit spielen darf, nachdem der Schiedsrichter bei dessen Platzverweis so ausführlich in seinen Notizblock geschrieben hat.
Auf Podolski kann man aktuell getrost verzichten. Der braucht Zeit, um wieder zu sich und seiner Form zu finden. Das war Frust pur. Das dürfen wir uns gegen Schalke 04 nicht erlauben.
Da wird es darauf ankommen, wie zielstrebiger nach vorne zu spielen. Und hinten sicher zu stehen. Womé hat jetzt zum zweiten Mal nacheinander einen Gegentreffer verschuldet. Ehret trainiert seit dieser Woche wieder. Sobald er fit ist, muss der Kameruner raus. Lieber heute, als morgen!
Diese Aufstellungen erwarte ich für Sonntag
Neuer
Rafinha – Höwedes – Bordon – Schmitz
Matip —- Moritz
Farfan — Baumjohann — Sanchez
Kuranyi
—————————————
Novakovic
Chihi – Maniche – Freis
Petit —– Pezzoni
Womé – Mohamad – Geromel – Brecko
Mondragon
Felix Magath ist sowas, wie eine Wundertüte. Ich weiß nie, wen er denn bringen wird. Einzig die Defensive ist ziemlich gesetzt. In der Offensive scheint er aktuell – auch aufgrund der Verletzungen seinen Stamm gefunden zu haben. Allein Rakitic steht als erste Alternative bereit.
Zvonimir Soldo wird seiner Stammelf die Chance geben, sich direkt für Augsburg zu rehabilitieren. Podolski konnte sich gegen den FCA beim Comeback nicht empfehlen und Tosic ist ein wichtiger Joker. Den werden wir in der Schlussphase sicherlich (hoffentlich) noch gebrauchen. Ansonsten wackelt Womé bedenklich. Wenn Soldo hier eine Alternative sieht, sollte er umbauen. Vielleicht mit Schorch.
Das sagt der Gegner
Leider war ich diese Woche ein wenig spät dran mit dem Versand meiner Fragen und habe gar nicht bedacht, dass ich ab Freitag schon mal im Karnevalstrubel bin. Deshalb wurde es arg knapp. Leider gibt es dadurch hier nicht das gewohnte Interview.
Falls tobitatze von blogundweiss seine Antworten noch nachreicht, werde ich die nachträglich noch einpflegen.
Mein Tipp
Durch den Dämpfer im Pokal bin ich ein wenig verunsichert. Umso besser, dass auch Gelsenkirchen am Mittwoch ran musste. Es wird eine Partie von fitten Mannschaften. Bei Magath-Teams wie immer und in Köln, wie die letzten Bundesligaspiele bewiesen haben, als wir am Ende immer noch zulegen und gegenhalten konnte. Schalke tat sich zuletzt etwas schwer und sollte es deshalb auch gegen den FC nicht leicht haben. Köln kann eigentlich recht befreit aufspielen, aber muss unbedingt die Pokalniederlage wett machen.
Ich denke, die Partie wird wieder am Schluss entschieden. Bis dahin könnte es ein enger Schlagabtausch werden. Hier sind dann die Chancen für Köln. Denn Magath hat seine Bank nur dünn besetzt. In Köln kann Tosic nochmal für Verwirrung sorgen und vielleicht entscheidet er dann auch mal eine Partie.
Aber wie gesagt, seit Augsburg sehe ich wieder etwas schwärzer und tippe deshalb auf eine 2:3-Niederlage.
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Fußball-Bundesliga, 21. Spieltag
Samstag, 06. Februar 2010, 15:30
Zwei Thema drehen sich um das Spiel am Samstag. Wenn man ein wenig komprimiert, sogar nur Eines. Spielen sie oder spielen sie nicht, die beiden Topstürmer des FC und des HSV. Sie spielen nicht!
Podolski wird weiter fehlen. Zwar sieht es mittlerweile wieder besser aus, aber Hamburg kommt definitiv zu früh. Zwei Wochen werden wir auf den Prinzen wohl noch warten müssen. Zwei Wochen, in denen die Presse weiter aufzeigen kann, dass es auch ohne Podolski geht. Ja, tut es. Aktuell! Auf lange Sicht braucht Köln aber einen fitten und in Normalform spielenden Stürmer, wie Podolski. Der Junge hat einfach eine gewisse Klasse, die dem Verein gut tut, wenn er weiter nach oben schauen will.
Dafür muss er fit sein. Und bis dahin machen seine Vertreter ihren Job erfreulich gut.
Novakovic, der zweite Topstürmer am Rhein wird wohl auch fehlen. In der Startelf…
Beim HSV wartet alles auf den ersten Auftritt von Ruud van Nistelrooy. Der Niederländer trainiert mit der Mannschaft und hat bei seiner Vorstellung verkündet, dass er gegen Köln spielen will. Wird er aber wohl noch nicht. Labbadia hat schon angedeutet, dass er nur zur Einsatz kommt, wenn noch jemand ausfallen sollte. Scheint nicht so. Also sitzt in Köln Torun auf der Reservebank.
Ansonsten wird sich zeigen müssen, ob der FC mit dem Selbstvertrauen der letzten Spiele auch auswärts punkten kann.
Da kommt der HSV eigentlich genau richtig. Köln kann weiter seine Kontertaktik fahren und mit den schnellen Leuten in der Offensive gezielt Druck ausüben. Da werden sich Chancen ergeben, die die Spieler zuletzt gut genutzt haben. Spannend, ob er trotzdem auf vor dem Heimpublikum so klappt.
Hamburg will und muss nach zuletzt nur einem Punkt aus zwei Spielen wieder einen Dreier einfahren.
Trotz einer insgesamt positiven Bilanz (19-11-10) wartet Köln nun schon seit der Saison 2001/2002 auf einen Heimsieg gegen den HSV.
Diese Aufstellungen erwarte ich für Samstag
Mondragon
Brecko – Geromel – Mohamad – Womé
Petit —— Pezzoni
Freis ———- Tosic ———- Chihi
Novakovic
Petric —— Berg
Jansen —————————- Elia
Jarolim —— Rincon
Aogo – Mathijsen – Boateng – Demel
Rost
Eigentlich muss Soldo nicht ändern. In Wolfsburg hat er schon bewiesen, dass er seiner ersten Elf vertraut. Allerdings gab es einen kleinen Rückschlag unter der Woche. Nach einem Todesfall in der Familie ist Maniche fraglich. Ich hoffe, er spielt. Dann wird Novakovic draußen als Joker sitzen und sich Freis im Sturmzentrum abrackern.
Fehlt Maniche, dürfte Novakovic in die erste Elf rutschen. Freis müsste dann wohl zurück auf den rechten Flügel. Chihi nach links. Interessant bleibt dann nur, ob Yalcin eine erneute Chance erhält oder ob sich Tosic im Zentrum von Anfang an präsentieren darf. Yalcin fiel in den ersten drei Rückrundenpartien im Vergleich zu den Mitspielern etwas ab, das könnte die Chance des Neuen sein. Eine Doppelspitze mit Freis und Novakovic sowie Chihi (rechts) und Tosic (links) dahinter ist ebenfalls denkbar. Hierbei würde Soldo aber vom neuen System abrücken und ggf. zu offensiv agieren?!
Der HSV wird wenig ändern. Wie auch. Labbadia hat kaum Alternativen auf der Bank sitzen. Nachdem sich Rozehnal erneut nicht empfehlen konnte, dürfte er in Köln draußen sitzen. Dafür rückt Boateng in die Mitte und Demel verteidigt rechts. Pitroipa, Tesche und vor allem Trochowski müssen weiter zuschauen.
Das sagt der Gegner
Nicole gibt diesmal Einblick in die Hamburger Gefühlslage.
Spielfeldrand: Mit der Verpflichtung von Ruud van Nistelrooy habt ihr im Winter für den größten Transfercoup in der Bundesliga gesorgt. Der Niederländer hat einen großen Namen. Mit seinen Landsmännern hattet ihr bisher meistens Glück. Seine Torquote ist beachtlich. Seinen Torriecher wird er auch kaum verloren haben. Allerdings hat er über ein Jahr nicht mehr regelmäßig gespielt. Wie schnell kann er euch also weiterhelfen?
Nicole: Ja, Ruud war lange verletzt. Dennoch halte ich seine Verpflichtung nicht für ein Risiko. Er trainiert bereits wieder mit der Mannschaft, sagt selbst, dass er schon bei 80% ist. Seine Einwechslung in Köln ist wohl noch unwahrscheinlich, vielleicht kommt er dann eine Woche später in Stuttgart für ein paar Minuten.
Ich denke, er wird sehr bald voll einsatzfähig sein – vielleicht steht er ja sogar schon gegen Frankfurt in der Startelf. Und dann werden sich die Gegner warm anziehen müssen…
Spielfeldrand: Paolo Guerrero hängt wegen seiner Flugangst weiter in Peru fest. Eine skurrile Geschichte irgendwie. Hast du ne Idee, wie man ihn zurück nach Hamburg holen kann. Im Internet wurden als Lösungen schon Schiff und A-Team-Praktiken genannt. Was meinst du?
Nicole: Die Sache mit Guerrero ist in der Tat skurril. Anfangs dachte ich auch nur sowas in der Art von “Das fällt ihm ja früh ein – wie ist er denn hingekommen?”. Es klingt ja im ersten Moment eher nach einer kreativen Ausrede eines Südamerikaners, der den Heimaturlaub verlängern will. Allerdings ist es leider eine ernste Angelegenheit. Ich glaube, man kommt dem echt nur mit Geduld und professioneller Hilfe bei. Tipps à la “Red Bull verleiht Flüüügel” sind da wohl fehl am Platz.
Spielfeldrand: Aber immerhin scheint er wieder fit zu sein. Kann das nicht zum Problem werden, mit van Nistelrooy, Guerrero und Petric? Berg und Torun werden sich auch nicht sonderlich freuen, auch wenn sie die wenigsten Ansprüche erheben dürften.
Nicole: Nein, soweit ich weiß, ist er nach wie vor nicht fit. Ich habe gerade bei Matz ab heute gelesen, dass er der erste Profi wäre, der nach einem Riss des hinteren Kreuzbandes wieder komplett zurück käme.
Aber selbst wenn er wieder fit ist: Konkurrenz belebt das Geschäft. Der HSV spielt nach wie vor international, da ist es sicher nicht schlecht, einen guten Stürmer in der Hinterhand zu haben.
Was die Zukunft betrifft: Guerreros Vertrag läuft im Sommer aus, ob er verlängert, steht in den Sternen. Wenn er es tut, hätten wir mit ihm, Petric und Ruud drei Top-Stürmer. Berg war teuer, braucht aber noch Zeit. Die Ansätze sind da, aber im Abschluss fehlt es leider oft noch. Ich hoffe, dass er von jemandem, wie van Nistelrooy noch viel lernen kann. Gleiches gilt für Torun, der momentan eine ziemlich gute Entwicklung durchmacht.
Spielfeldrand: Rincon macht seine Sache aktuell schon sehr solide, aber wie sehr fehlt euch ein Zé Roberto und wann rechnest du mit seinem Comeback.
Nicole: Rincón hat sich super gemacht die letzten Wochen, aber Zé Roberto fehlt schon sehr. Gerade letzten Freitag gegen Wolfsburg fehlte oft jemand in der Offensive, der den Unterschied macht. Jarolim läuft viel, ist immer anspielbereit – aber so wirklich die große Torgefahr bringt er selten mit.
Köln kommt definitiv zu früh, aber ich hoffe, dass Zé Roberto in Stuttgart wieder auflaufen kann.
Spielfeldrand: Die WM 2010 rückt mit großen Schritten näher. Wer aus eurer Mannschaft muss noch unbedingt mit nach Südafrika reisen? Bei Jogi Löw, aber auch in einem anderen Nationalteam.
Nicole: Herrje, wir haben ja wirklich eine ganze Menge Nationalspieler – zu recht. Gerade unsere Oranje-Jungs sind super. Ich würde mich für van Nistelrooy freuen, wenn er sich nochmal für die Elftal empfehlen könnte. Nicht ganz uneigennützig – denn das hieße ja, dass er für den HSV super Spiele und hoffentlich viele Tore gemacht hätte.
Für Deutschland müssen meiner Meinung nach unbedingt Marcell Jansen und Jerome Boateng mit. Aogo hat sich im letzten Jahr beim HSV wahnsinnig weiterentwickelt, aber möglicherweise kommt die WM für ihn noch zu früh. Bei Trochowski schwanke ich. In letzter Zeit konnte er beim HSV nicht immer zeigen, was er kann. Vom Ausgleich in letzter Sekunde gegen Wolfsburg vielleicht abgesehen…
Spielfeldrand: Ihr habt ja etwas Glück, dass eure ach so geliebten Bremer extrem schwächeln und deshalb ein schönes Puffer zu den Nicht-Europa League-Plätzen besteht. Trotzdem ist ein Sieg aus drei Spielen 2010 zu wenig. Beginnt da doch schon ein (zumindest) kleines Zittern, dass es am Saisonende unnötig knapp wird?
Nicole: Ehrlich gesagt – nö. Ich bin da ja auch als grenzenloser Optimist bekannt. Nach oben ist nicht viel Abstand, nach unten ein schönes Polster. Und wenn jetzt erst mal Ruud und Zé wieder da sind, dann rollen wir die Spitzengruppe von hinten auf!
Spielfeldrand: Am Samstag geht’s für euch nach Köln, die aktuell überraschen. Das wird sicherlich nicht leicht, da der FC zwar nicht mehr so kompakt, wie in der Hinrunde steht, aber dafür mehr Druck aufbaut und auch das Gehäuse trifft. Was erwartest du für ein Spiel?
Nicole: Na ja, der FC hat zwar die letzten zwei Spiele gewonnen, aber Wolfsburg und Frankfurt sind ja jetzt auch nicht mit dem HSV zu vergleichen. Ich finde, es ist für die Herren Jansen und Petric mal wieder an der Zeit, Tore zu schießen. Warum nicht in Köln? Ihr seid doch eh schon im Karnevals-Fieber und bekommt nix mit
Spielfeldrand: Zu guter Letzt: Wo wirst du die Partie verfolgen und wie lautet dein Tipp?
Nicole: Da ich das Wochenende in meiner Heimat in Süddeutschland bin, fallen Livestream, 90elf und Premiere leider aus. Ich werde also vermutlich ganz klassisch die gute, alte Radiokonferenz bemühen und auf SMS oder Tweets von Nedfuller aus dem Stadion hoffen.
Einen Tipp muss ich Dir leider verweigern – ich habe das Tippen aufgegeben, als der HSV abgeschlagen auf Platz 18 stand, fortan ging’s steil bergauf. Seither hab ich nie wieder einen Spielausgang vorhergesagt. Das bleibt auch so, da bin ich viel zu abergläubisch. Alles, was ich sagen kann, ist: AUS!WÄRTS!SIEG!
Spielfeldrand: Ich bin gespannt. Vielen Dank und in diesem Sinne: Allaf!
Mein Tipp
Es wird nicht leicht für den HSV, der nicht mit ganz breiter Brust an den Rhein reisen wird. Unsere letzten beiden Partien haben uns Mut gemacht und lassen uns etwas entspannter in die nächsten Spiele gehen. Der ganz große Druck ist da und wir können den HSV ein wenig entspannter empfangen. Wenn da nicht die Heimschwäche wäre und die Fans endlich wieder einen Sieg sehen wollen.
Dafür kommt Novakovic wohl zurück. Tosic hat seine Fähigkeiten in Wolfsburg angedeutet und könnte auch gegen Hamburg für ein wenig Wirbel sorgen. Chihi und Freis befinden sich ohnehin in Topform. Petit wird immer stärker. Dafür schwächelt die Defensive leicht. Pezzoni wirkt nicht mehr so abgeklärt und Geromel sind schon einige Patzer unterlaufen. Womé sieht aktuell gefestigt aus, aber was heißt das bei ihm schon. Immerhin findet Mondragon seine Form wieder.
Es wird also nicht leicht für den HSV. Aber das Team ist eine andere Klasse. Wir werden die Kiste eng halten, aber am Ende reicht es wohl nicht ganz. 1:2
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Fußball-Bundesliga, 20. Spieltag
Samstag, 30. Januar 2010 15:30
In Frankfurt bettelt Michael Skibbe schon lange seinen Verein an, um doch noch einen Stürmer zu bekommen. Mit Kündigung hat der Gute schon gedroht, nachdem sich seine Eintracht einen Gekas nicht leisten konnte. Pipi standen ihm in den Augen, weil sein Verein finanziell nicht konkurrenzfähig sei. Dann kam Halil Altintop.
In Köln fehlt seit dem Sommer eine Kreativkraft. Nach den Ausfällen von Podolski und Novakovic war das Geschrei groß. Ein neuer Stürmer muss her. Er kam nicht. Aber immerhin der Kreative. Zoran Tosic heißt er also, der sich nun beweisen soll.
Eine glückliche Woche also für beide Trainer. Sowohl Skibbe, als auch Soldo haben seit dieser Woche eine Alternative mehr für die Offensive. In Frankfurt ist es sogar mehr als das. Hier wurde eine echte Verstärkung geholt. Beim FC muss man sich das hochgelobte Talent erstmal näher anschauen.
Wo soll das noch hinführen? Die Eintracht liegt auf Rang sieben und Köln hat den amtierenden Meister besiegt.
Am Samstag treffen beide Teams aufeinander.
Kein ganz uninteressantes Match. Frankfurt liegt in der Heimtabelle auf Platz sieben. Platz sieben nimmt Köln in der Auswärtsrangliste ein.
Die Eintracht kann recht gelassen ins Spiel gehen, Köln täte ein Sieg ganz gut, um den Abstand zu den Kellerplätzen weiter zu vergrößern, weil nach der Partie fünf Brocken warten. Frankfurt hat zuletzt in Bremen gesiegt, aber gegen Nürnberg nur einen Zähler ergattert. Innerhalb der Woche hat Christoph Preuß sein Karriereende bekannt gegeben. Ein Sieg für den scheidenden Teamkollegen also?
Diese Aufstellungen erwarte ich für Samstag
Nikolov
Jung – Franz – Russ – Spycher
Teber — Chris
Ochs ———– Köhler
Meier —- Altintop
Novakovic
Chihi ————— Freis
Maniche ——– Petit
Pezzoni
Womé – Geromel – Mohamad – Brecko
Mondragon
Skibbe hat eigentlich kaum einen Grund zum Wechseln. Schwegler fehlt verletzt, für ihn rückt Chris wieder ins Team. Altintop wird gegen Köln dabei sein. Ob von Anfang an, bleibt noch abzuwarten. Aber durch die Vorbereitung unter Magath, sollte er vor Kraft strotzen. Er könnte sofort weiterhelfen. Er scheint mir treffsicherer als Liberopoulos, so dass ich Altintop schon in der Startelf sehe. Dagegen hat der zweite Neue Ricardo Clark noch Trainingsrückstand.
Beim FC kehrt Novakovic zurück. Da sich Yalcin beim starken Auftritt gegen Wolfsburg nicht aufdrängen konnte, fällt die Entscheidung für Soldo leicht aus. Yalcin raus und dafür Nova rein. Freis rückt dann auf den rechten Flügel und Chihi nach links. Ich hätte es spannend gefunden, wie Soldo reagiert hätte, wenn auch Yalcin ein Mörderspiel absolviert hätte. Sei’s drum. In der Defensive wird sich nichts tun, trotz der letzten Aussetzer. Aber Mondragon und Geromel werden wieder mehr Stärke zeigen müssen.
Das sagt der Gegner
Diesmal freue ich mich, dass Stefan vom Blog-G Zeit gefunden hat, sich meinen Fragen zu stellen. Die Antworten musste er schon recht früh abgeben. Vor dem Transfer von Altintop.
Spielfeldrand: Erstmal Glückwunsch zu euer tollen Saison bis dahin. Damit hätte ich vorher in der Form nicht gerechnet. Was macht euch im Moment so stabil?
Stefan: Die mannschaftliche Geschlossenheit, der Glaube an sich selbst und die Schwäche der Gegner.
Hinzu kommt das Quentchen Glück, das eine Mannschaft braucht und das den Unterschied von Platz sieben zu Platz 14 ausmacht.
Spielfeldrand: Euer Sturm ist gut besetzt, nur leider vom Verletzungspech verfolgt. Amanatidis und Fenin werden noch eine Weile fehlen. Korkmaz braucht wohl auch noch etwas Zeit, bis er wieder richtig fit ist. Warum bringt Skibbe bei so einem Engpass in der Offensive nicht auch mal einen jungen Stürmer, wie Alvarez? Zumindest als Einwechselspieler könnte er solche Leute mal im Wettkampf sehen.
Stefan: Weil er offensichtlich den jungen Spielern noch nicht zutraut dann ihren Mann zu stehen, wenn’s eng wird. Und eng sind die Spiele von Eintracht Frankfurt eigentlich immer. Bisher konnte nur in Berlin und Freiburg mit mehr als einem Treffer Unterschied gewonnen werden. Selbst in Freiburg fiel das 2:0 erst in der letzten Spielminute.
Spielfeldrand: Ohnehin hat es mit Skibbe in den letzten Wochen ein wenig gekracht, weil er neue Spieler gefordert hat, die er nicht bekommen (Gekas) hat. Ich war überrascht, dass Skibbe mal so deutlich und offen seine Meinung sagt. Er hat ja sogar mit Rücktritt gedroht. Ist so eine Aussage auch mal positiv zu bewerten, da er ja die sportliche Verantwortung trägt oder hat Skibbe deiner Meinung nach dadurch nur Unruhe rein gebracht?
Stefan: Skibbes Absicht ist es wohl, die etwas konservativen Strukturen bei Eintracht Frankfurt ein wenig aufzubrechen. Das gehört nur bedingt zu seinen Aufgaben als Trainer, auch wenn er am Ende den Kopf hinhalten muss. Sportdirektor im klassischen Sinne ist er ja nicht. Trotzdem ist es gut und wichtig, auf Missstände hinzuweisen. Die Frage ist, ob es in dieser Form und in der Öffentlichkeit geschehen muss – immer wieder geschehen muss. Die Frage ist, warum er dies immer nach Niederlagen seiner Mannschaft tut. Immer dann, wenn’s läuft, hört man so etwas von ihm nicht. Zumindest nicht öffentlich. Aber ja – einiges von dem, was er angesprochen hat, ist durchaus richtig. Und wichtig ist nach der Ära Funkel wohl auch eines: Es kommt bei den Fans an. Skibbe gibt dem Affen Zucker. Nicht ungeschickt. Die Auswirkungen sind auch durchaus sichtbar. Die Fankurve platziert bereits Banner mit der Aufschrift “Skibbe – wir stehen hinter dir!”. Der Plan scheint zumindest in dieser Richtung aufzugehen.
Spielfeldrand: Immerhin hat er Ricardo Clark einen neuen Spieler erhalten. Keinen Stürmer, sondern einen für’s defensive Mittelfeld. Eine gute Wahl und was erhoffst du dir von dem US-Nationalspieler?
Stefan: Ich kenne Clark nicht. Trotzdem könnte seine Verpflichtung gerade im Moment gut sein – immerhin hat sich Pirmin Schwegler, neben Chris der wichtigste Akteur der Eintracht in der Vorrunde, gerade schwer verletzt. Trotzdem bin ich erst mal skeptisch. Clark hat seit November nicht mehr gespielt, er wird von Skibbe “Perspektivspieler” genannt, eine Bezeichnung, die mich stutzig macht. Immerhin ist Clark keine 18 mehr. Außerdem frage ich mich immer, wie ein wirklich guter Spieler jahrelang in den USA nicht entdeckt werden konnte. Abwarten, logisch.
Spielfeldrand: Die WM 2010 rückt mit großen Schritten näher. Wer aus eurer Mannschaft muss noch unbedingt mit nach Südafrika reisen? Bei Jogi Löw, aber auch in einem anderen Nationalteam.
Stefan: Für Jogi niemand. Eintracht Spieler haben da schlechte Karten, warum auch immer. Patrick Ochs ist sicher nicht schlechter als einiges, was da in der Nationalmannschaft rumläuft, und auch Marco Russ ist immerhin Stammspieler einer Bundesligamannschaft. Mehr, als so mancher der von Löw berufen wird. Die ausländischen Akteure bei der Eintracht sind alles Nationalspieler – bis auf Nikolov, der ist “ewig”.
Spielfeldrand: Am Samstag geht es gegen Köln. Ihr befindet euch in einer guten Ausgangsposition, Köln hat sich in der Rückrunde stark verkauft und durch den Sieg gegen Wolfsburg auch Selbstbewusstsein geholt. Was erwartest du dir von der Partie?
Stefan: Einen Grottenkick von zwei Teams, bei denen nach vorne nicht viel geht. Der Zufall wird auf der einen oder anderen Seite den Ball ins Tor würgen. Irgendwie.
Spielfeldrand: Zu guter Letzt: Wo wirst du die Partie verfolgen und wie lautet dein Tipp?
Stefan: Am Spielfeldrand als Fotograf für die Frankfurter Rundschau. Mein Tipp: 0:0, 1:0, 0:1. In dieser Reihenfolge.
Mein Tipp
Das Hinspiel endete 0:0. In der letzten Saison trennten wir uns 2:2. Frankfurt befindet sich aktuell auf einem kleinen Höhenflug, musste aber gegen Nürnberg Federn lassen. Köln präsentiert sich seit der Winterpause druckvoll und stark verbessert. Eine torlose Partie erwarte ich deshalb nicht. Beide Teams werden sich nichts schenken. Mit Halil Altintop hat Eintracht einen Stürmer im Zentrum, der weiß, wo das Tor steht.
Auf Kölner Seite kann sich Novakovic freuen in eine homogene und motivierte Mannschaft zu kommen. Das Selbstvertrauen ist wieder da. Chihi und Freis dürften über die Flügel Druck machen, das kommt Nova in der Mitte zu Gute. Die beiden Portugiesen setzen aus der Zentrale endlich auch mehr Akzente. Nur muss sich die Defensive wieder stabilisieren.
Es wird eine enge Partie. Hier wird gebissen, sich nicht versteckt und der Abschluss gesucht. Am Ende steht es 1:1
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Fußball Bundesliga, 19. Spieltag
Sonntag, 24.01.2010 15:30
Zwei Mal standen sich der VfL Wolfsburg und der 1. FC Köln in dieser Saison gegenüber. In der Liga setzte es eine 1:3-Niederlage und im Pokal gewann der FC mit 3:2. Diese dritte Partie entscheidet also den direkten Vergleich.
Für beide ein wichtiges Spiel. Köln will Selbstvertrauen sammeln vor der wichtigen Begegnung mit Frankfurt. Zudem müssen sie die Schlussoffensive gegen Dortmund nutzen und weiter nach vorne spielen. Sie müssen beweisen, dass sie mithalten können. Und wollen.
Mehr Druck liegt jedoch auf den Gastgebern. Wolfsburg hat inklusive Champions League seit acht Spielen nicht mehr gewonnen. Der Stuhl von Armin Veh wackelt schon jetzt gewaltig. Eine Niederlage, so wird gemutmaßt und der Trainer wird die Bank räumen. Denn dann befindet sich der amtierende Meister im Sturzflug.
Das ist eigentlich die Chance für Köln. Eine bessere Gelegenheit Wolfsburg zu schlagen gibt es kaum. Das gilt es zu nutzen. Mit dem Schwung der Vorwoche.
Diese Aufstellungen erwarte ich für Sonntag
Lenz
Riether – Madlung – Barzagli – Schäfer
Josué
Hasebe ———- Gentner
Misimovic
Dzeko —– Grafite
Novakovic
Ehret ————— Chihi
Maniche ———- Petit
Pezzoni
Womé – Mohamad – Geromel – Brecko
Mondragon
Bei Wolfsburg ist die Torhüterfrage noch offen. Benaglio ist weiter angeschlagen. Bis Sonntag kann noch einiges passieren. Es sieht aber eher danach aus, dass der Schweizer es nicht mehr rechtzeitig schafft. Ansonsten wird Veh wohl wenig Risiko eingehen. Es fehlen auch die notwendigen hochkarätigen Alternativen. Besonders im Sturm, wo Grafite schwächelt, könnte maximal Esswein kommen. Kahlenberg stünde für das Mittelfeld parat und Johnsen sowie Costa könnten für eine abermalige Umstellung der Hintermannschaft sorgen.
Beim Eff Zeh fällt Podolski aus. Da Ishiaku ebenfalls angeschlagen ist und es von der Taktik besser passt, wird Soldo keinen zweiten Stoßstürmer bringen, sondern einen offensiven Außen. Quasi als Gegenstück zum immer stärker werdenden Chihi. Dabei hat er zwei Möglichkeiten: Ehret und Freis. Beide schnell, beide mit Druck nach vorne. Wenn Ehret schon wieder fit ist, würde ich den Franzosen bevorzugen, da er auch defensiv besser ist und die präziseren Flanken schlagen kann.
Ansonsten kehrt Geromel zurück. Für ihn wird McKenna trotz seiner aufopferungsvollen Leistung gegen den BVB weichen. Es sei denn, Soldo zieht den Kanadier vor die Abwehr. Anstelle von Pezzoni oder dem ebenfalls nicht ganz fitten Petit.
Das sagt der Gegner
Wie schon in der Vorrunde, hat mit diesmal Marvin vom VfL Wolfsburg Blog trotz mächtig Stress meine Fragen beantwortet. Vielen Dank dafür und einen Aufruf an alle VfL-Fans. Eröffnet mehr Blogs, dann habe ich auch mal Alternativen. Mein Horrorszenario war, dass Marvin echt keine Zeit gehabt hätte. Doch auch hier lief schonmal alles für den FC
Spielfeldrand: Inklusive Champions League habt ihr jetzt acht Spiele in Folge nicht mehr gewonnen. Was sind aus deiner Sicht die Gründe für die Talfahrt des ja immer noch amtierenden Deutschen Meister?
Marvin: Acht sieglose Spiele in Folge, das ist wirklich eine katastrophale Bilanz als amtierender Deutscher Meister. Die Gründe dafür zu benennen ist schwierig. Von den Spielern zumindest wird Veh nicht als Grund genannt, von diesen wurde er schon mehrmals in Schutz genommen. Sie behaupten, dass sie selbst Schuld seien, zu viele individelle Fehler gemacht hätten, die Einstellung nicht stimmte… Ich hingegen sehe das mittlerweile anders. Es ist bekannt, dass die Meistermannschaft vollständig zusammen geblieben ist, ja sogar verstärkt wurde. An den Einzelspielern kann es nicht liegen. Es ist also nicht besonders abwegig, den Trainer zumindest teilverantwortlich für die sportliche Talfahrt zu machen. Ich bin zuletzt einige Male zum Training gefahren. Verglichen mit Magaths Methoden ist das Training deutlich lockerer. Da können die Spieler behaupten, was sie wollen. Das, was uns in der Meistersaison so stark gemacht hat, unsere Fitness, der unbedingte Siegeswille, ist kaum noch erkennbar. Und für die von den Spielern angesprochene Einstellung ist eigentlich auch der Trainer zuständig. Rein spielerisch gesehen ist das größte Problem unsere Abwehr. Wir bekommen Spiel für Spiel viel zu viele Gegentore. Mit der derzeitigen Abwehr werden wir nicht viel erreichen. Wir brauchen unbedingt eine Verstärkung. Ob diese dann der erhoffte Heilsbringer sein wird, bleibt abzuwarten.
Spielfeldrand: Du sagst es. Bei eurer Innenverteidigung weiß man nie, wer wirklich aufläuft und wer aktuell gesetzt ist. Madlung, Barzagli und Costa durften sich zwischendurch immer als Stamm-, aber auch als Ersatzspieler fühlen. Wie sehr nagen die ewigen Wechselspiele an der Leistung?
Marvin: Das Wechselspiel stellt an sich einen guten Konkurrenzkampf dar. Wenn man sich jedoch vor Augen führt, wie viele Gegentore wir durchs Verschulden der Innenverteidigung bekommen, dann kann das nicht hilfreich sein. Das ist aber auch klar. Besonders in der Innenverteidung ist es wichtig, dass die Abstimmung funktioniert. Aber wie soll diese bei dem ewigen hin und her funktionieren? Veh hat sich mittlerweile für Barzagli als Chef entschieden. Gebracht hat es bisher jedoch nichts.
Spielfeldrand: Auch deswegen ranken sich unentwegt Wechselgerüchte um den VfL. Höwedes und Rafinha sollen in eurem Blickfeld sein. Bringen solche kurzfristigen Transfers mitten in der Saison wirklich den erhofften Effekt?
Marvin: Das Gerücht Höwedes gibt es nicht mehr, da Westermann sich verletzt hat und Magath nun wieder Verwendung für ihn hat. Dass kurzfristige Veränderungen den erhofften Effekt haben werden, glaube ich nicht. Ein neuer Spieler hätte zunächst einmal keine Eingewöhnungszeit. Und des weiteren wird ein Einziger nicht alles besser machen. Das ist zwar eine schöne Vorstellung, ich halte es jedoch für sehr unwahrscheinlich. Trotzdem brauchen wir jemanden. So kann es dort hinten nicht weitergehen.
Spielfeldrand: Ist Armin Veh noch der richtige Mann für den VfL oder ist der Schatten von Felxix Magath nicht einfach zu groß? War es vielleicht sogar ein Fehler weiterhin alle Verantwortung in nur einer Person bündeln zu wollen?
Marvin: Vielleicht tut es auch ein neuer Trainer, das könnte durchaus sein. Armin Veh wusste vorher über die Schwierigkeit Bescheid, die es mit sich bringt, einen Meister zu übernehmen. Erfahrung genug hat er durch seine Stuttgarter Zeit. Besonders deswegen hielt ich ihn am Anfang für gar keine so schlechte Wahl. Aber mittlerweile sehe ich das anders.
Ob die Ein-Mann-Bündelung falsch war, kann ich nicht genau sagen. Da Hoeneß jedoch geholt wurde, um Veh “Arbeit anzunehmen”, denke ich war es falsch.
Spielfeldrand: Was erwartest du dir explizit von Dieter Hoeneß?
Marvin: Dieter Hoeneß wird uns mit seiner langjährigen Erfahrung sicherlich weiterhelfen können. Aber der erhoffte Heilsbringer wird auch er nicht sein.
Spielfeldrand: Nach Köln geht es für euch gegen Hamburg, München, Leverkusen und Schalke. Besteht da nicht eine gewisse Angst noch viel tiefer nach unten zu rutschen?
Marvin: Die Angst besteht, das kann ich ganz klar sagen. Denn mittlerweile sind es auf den Relegationsplatz weniger Punkte als auf unser vor der Saison ausgegebenes Minimalziel, die Euro League.
Wie waren einmal die graue Maus. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es wieder so weit kommt, dafür steckt zu viel Potential in unserer Mannschaft. Jedoch muss sich schleunigst etwas ändern, damit wir nicht im grauen Mittelfeld landen.
Spielfeldrand: Aber erstmal geht es gegen den FC. Köln steht auch nicht blendend da, verzeichnet aber einen gewissen Aufwärtstrend. Was erwartest du für ein Spiel?
Marvin: Meine Erwartung ist durch meine Hoffnung geblendet. Deswegen sage ich, dass es eine Klatsche für Köln geben wird
Spielfeldrand: Zu guter Letzt: Wo wirst du die Partie verfolgen und wie lautet dein Tipp?
Marvin: Ich werde die Partie als Dauerkartenbesitzer wie immer im Stadion verfolgen. Und mein Tipp lautet 3:0.
Mein Tipp
Bisher sieht die Bilanz nicht ganz so rosig aus. Vier Niederlagen, zwei Remis und noch kein Sieg. Dazu 4:17 Tore. Da Wolfsburg aktuell schwächelt, haben die Kölner doch kleine Chancen. Dafür muss es jedoch gelingen, dass Dzeko nur wenig Gefahr ausstrahlen kann. Das sollte unsere Defensive mit Rückkehrer Geromel irgendwie gebacken bekommen. Dann muss es vorne wieder klingeln. Meinetwegen auch durch einen Abwehrspieler. Ich denke der VfL hat enormen Druck, der das Team belastet. Das nutzt Köln zu einem Punktgewinn. 1:1
WeiterlesenSonntag, 17.01.2010, 17:30
Nun reicht es aber auch wieder. Trotz kürzester Winterpause seit ewig, scheint die Zeit doch ewig lang. Oder doch nicht? Also so richtig entwöhnt bin ich bis dato noch nicht, schließlich gab es viel Transfertheater, früher Vorbereitungsstart, einige Hallenturniere und zum Ende auch schon Afrika-Cup. Fußball pur. So mag ich es.
Aber ist auch wieder schön, den Eff Zeh im direkten und wichtigen Vergleich zu sehen.
Jetzt zählt es. Mal sehen, wie das Jahr für Köln startet. Man sollte wieder nicht zu viel erwarten. Aber hoffen darf doch erlaubt sein. Hoffen, dass wir Dortmund ein wenig überraschen können, während eigentlich alle Teams noch nicht endgültig wissen, wo sie stehen.
Beide Teams gehen ohne Neue in die Rückrunde. Zumindest ohne “echte Neue”. Denn:
Diese Aufstellungen erwarte ich für Samstag
Mondragon
Brecko – Geromel – Mohamad – Womé
Pezzoni
Petit ——- Maniche
Chihi —————- Podolski
Novakovic
Barrios
Großkreutz —- Valdez —- Blaszczykowski
Bender —– Sahin
Owomoyela – Subotic – Hummels – Schmelzer
Weidenfeller
Es gibt einige Überraschungen. Soldo setzt wieder auf alte Bewährte auf den Flügeln. Brecko und Womé ersetzen wohl Schorch und Ehret. Zweitgenannter besonders, da er die Vorbereitung verpasste. Für Schorch tut es mir leid, da er sich stark entwickelt hat. Bei Womé habe ich weiter Magengrummeln. Vor der Viererkette verändert sich wohl nichts. Gut so, denn es lief zum Ende der Hinrunde ganz gut, darauf können wir aufbauen. Fraglich sind allerdings noch zwei Personalien. Podolski kämpft mit einem leichten Bandscheibenvorfall, doch sein Einsatz sollte klappen. Fällt er aus, bekommt entweder Yalcin seine Chance oder Chihi wechselt auf links und Freis darf auf rechts starten. Oder aber Soldo bringt einen zweiten Stürmer. Das wäre dann unser einziger Torschütze der Wintervorbereitung: Ishiaku mit nur einem Treffer. Zudem ist Pezzoni fraglich. Er kämpft mit Magen-Darm Problemen. Fällt er aus, könnte das die Chance für Matuschyk werden. Der 20-jährige ist die Entdeckung der Vorbereitung und nah dran am Kader.
Auch bei Dortmund steht ein Eigengewächs auf dem Sprung. Mario Götze ist erst 17, aber hat Klopp schon derart überzeugt, dass er sofort in der Startelf stehen könnte. Als zentraler Mann hinter Barrios. Denn durch den Ausfall von Zidan (Afrika-Cup) ist die Position vakant und Valdez eher eine Notlösung. Da Hajnal und auch Feulner verletzt fehlen, könnte das die Chance für Götze sein. Zudem gibt es eine dicke Überraschung hinten links. Durch seine konstante Hinrunde hat Schmelzer erstmal Urgestein Dede verdrängt.
Das sagt der Gegner
Für den Rückrundenauftakt stand mir Arne von schwatzgelb.de Rede und Antwort.
Spielfeldrand: Glückwunsch zu dieser starken Vorrunde. Habt ihr vor der Saison mit so einem Abschneiden gerechnet?
Arne: Ja und nein. Unter Jürgen Klopp spielen wir insgesamt recht konstante Runden, einmal waren es 29 Punkte und jetzt zweimal 30, insofern ist das jetzt keine Leistung gewesen, die man nicht auch erwarten konnte. Insbesondere nach der letzten Saison war die Erwartungshaltung auch recht groß, dass es diesmal mit dem UEFA-Cup-Platz klappt. Das hatte sich nach dem schwachen Saisonstart dann aber schnell gelegt. Nach acht oder neun Spielen hat keiner mehr so recht daran geglaubt, dass wir tatsächlich auf Platz 5 überwintern würden. Dank der tollen Serie mit wirklich starken Spielen hat es dann aber doch geklappt.
Spielfeldrand: Wo liegen eurer Meinung nach aktuell die Stärken der Mannschaft?
Arne: Sicherlich in der Defensive. Vorne waren wir letzte Saison gefühlsmäßig stärker und torgefährlicher, aber hinten drin sind wir inzwischen wieder richtig sicher. Das beginnt bei Mats Hummels und Neven Subotic, die beide unheimlich abgeklärt spielen, und geht im Mittelfeld mit Nuri Sahin und Sven Bender weiter, die eine tolle Serie gespielt haben. Insbesondere Nuri hat dabei eine fantastische Entwicklung gemacht: Der tritt inzwischen ganz anders auf, hat eine super Körpersprache, ist physisch nicht mehr der kleine Junge von früher und ist sogar zum Führungsspieler gereift. Das macht echt Spaß, ihm zuzusehen.
Spielfeldrand: Trotz neun Toren von Neuzugang Barrios gelangen eher mittelmäßige 23 Treffer. Warum schaffen es Spieler, wie Zidan und Valdez einfach nicht regelmäßig(er) einzunetzen? Braucht ihr nicht vielleicht sogar einen zweiten Torjäger?
Arne: Torjäger kann man ja immer gebrauchen, aber wem sage ich das…
Es ist toll, wie stark Barrios eingeschlagen hat, insbesondere nach Freis Abgang hatte man da schon ein paar Sorgen, aber der Lucas hat einfach einen super Torriecher, ist athletisch und kann auch was am Ball. Dahinter sieht es dann in der Tat aber etwas schwächer aus: Mohamed Zidan hat vor der Winterpause einige sehr starke Spiele gemacht, allerdings als Spielmacher. Ihm scheint es in der Tat mehr zu liegen, wenn er etwas mehr aus der Tiefe kommt. Als Sturmspitze entscheidet er sich oft für die falsche Aktion. Und Nelson Valdez läuft und rackert unglaublich, hat sich damit auch in die Herzen gespielt. Aber ein Goalgetter wird er so schnell wohl nicht mehr.
Spielfeldrand: Es ist schön zu beobachten, dass bei euch auch junge Spieler, wie Schmelzer und Großkreutz ihre Chancen erhalten. Ohnehin habt ihr einen recht jungen Kader. Keine Angst, dass die Unerfahrenheit noch zum Problem werden könnte?
Arne: Natürlich kann das passieren, insbesondere in schwächeren Phasen braucht es sicherlich auch ein paar ältere Spieler, die den Jungen Halt geben. Man muss aber auch sehen, dass einige der Jungen inzwischen auch schon sehr erfahren sind. Nuri Sahin beispielsweise ist 21 Jahre alt, hat aber schon fast 100 Bundesligaspiele und einige Einsätze in der Ehrendivision. Das ist schon ein Pfund. Dazu stehen mit Weidenfeller, Owomoyela und Co. ja auch noch ein paar ältere Spieler auf dem Platz. Aber letztlich muss man da abwarten: Ich würde mich freuen, wenn wir damit Erfolg haben und weiterhin mit vielen jungen Spielern und insbesondere mit Dortmunder Jungs in der Mannschaft antreten.
Spielfeldrand: Die WM 2010 rückt mit großen Schritten näher. Wer aus eurer Mannschaft muss noch unbedingt mit nach Südafrika reisen? Bei Jogi Löw, aber auch in einem anderen Nationalteam.
Arne: Eigentlich ist mir das egal. Wenn die Jungs nicht bei der WM spielen, können sie sich dort auch nicht verletzen und haben Pause. Verdient hätten es aber zumindest Mats Hummels und Neven Subotic, letzterer fährt mit Serbien ja auch mit. Ansonsten wäre Barrios noch ein Kandidat, aber da gibt es ja durchaus ein bißchen Konkurrenz bei den Argentiniern.
Spielfeldrand: Am Sonntag geht es zum 1. FC Köln. “Nur” Zidan fehlt, der beim Afrika-Cup weilt. Zudem der verletzte Hajnal. Was erwartest du für ein Spiel?
Arne: Ich hoffe, dass wir diesmal besser aus der Winterpause kommen, als das im letzten Jahr der Fall war, und dass wir unser Spiel spielen können. Spannend wird die Frage, wer bei uns im offensiven Mittelfeld aufläuft: Abgeblich soll das Nelson Valdez machen, das kann ich mir noch nicht so richtig vorstellen. Aber mal abwarten. Ihr seid als Gegner aber eine ziemliche Wundertüte. Ich rechne durchaus damit, dass Ihr eine bessere Rückrunde spielt, als die Hinrunde es war. Aber dafür müsstet Ihr zumindest mal Tore schießen, aber bitte erst nach dem kommenden Wochenende.
Spielfeldrand: Zu guter Letzt: Wo wirst du die Partie verfolgen und wie lautet dein Tipp?
Arne: Im Gästeblock des Müngersdorfer Stadions und wir holen mindestens einen Punkt.
Mein Tipp
Ja, man hofft ja und denkt, dass alles besser wird. Gerade zu Hause. Aber wenn man realisitisch nach vorne schaut und sich die Winter-Testspiele anschaut, scheint sich nichts geändert zu haben. Hinten sicher und vorne harmlos. Deshalb tippe ich auf eine knappe Niederlage. 0:1
Mit etwas Glück gibts ein Remis.

