Die gesamte Bundesliga legt(e) in der Saisonvorbereitung für die ersten paar Wochen den Ball zur Seite, um ordentlich Kondition zu bolzen.
Die gesamte Bundesliga?
Nein, nicht ganz. Es gibt da ein kleines, ähm, recht großes kölsches Dorf, das nicht den Mechanismen des Fußballhypes verfällt.
Statt einem, laufen zwei Angreifer auf. Auch wenn sich einer des Duos immer wieder fallen lässt und Narrenfreiheit genießt.
Statt Kondition, wurde Ballgefühl einstudiert. Die Laufeinheiten hielten sich in Grenzen. Stattdessen studierte der neue und bundesweit erste Norweger am Spielfeldrand Taktiken und Techniken ein.
Gestern Abend habe ich mir im Nachklapp die erste Pressekonferenz von Stale Solbakken abgeschaut. Er macht auf den ersten Blick einen echt sympathischen Eindruck. Überlegt, gekonnt witzig und wesentlich fröhlicher, als es Finke bei seinen PKs zuletzt war. Ein guter Start, wie ich finde.
Er hat nicht viel verraten, aber das wäre auch verwunderlich. Ich denke, er hat seine eigenen Vorstellungen, will aber erst die ersten Eindrücke der Mannschaft abwarten, ehe er mit konkreten Ideen an die Öffentlichkeit geht. Vernünftig.
Trotzdem ist eine gewisse Ausrichtung absehbar. Man muss – ausnahmsweise – einfach mal zurückschauen. In Kopenhagen hat er eine Spielphilosophie entwickelt, die sich sogar in Köln umsetzen lässt.
WeiterlesenAm Samstag war es mal wieder soweit. Nach einigen mehr als anständigen Spielen, brach der FC wieder ein. Nullzudrei auf Schalke. Bitter! Nicht, dass wir gegen den Verein gewinnen müssen. Nicht, dass ich darauf getippt hätte. Dafür siedele ich den S04 viel weiter oben in der Tabelle an. Aber die Leistung hat einfach nicht gestimmt und unsere Fehler wurden einmal mehr so glasklar aufgezeigt.
Nur die erste halbe Stunde war vielleicht noch OK. Den Rest kannste vergessen.
Da wurde mal wieder deutlich, wo wir stehen und wie es in dieser Saison aussieht.
Der FC steht mit einem Bein in der zweiten, mit dem anderen aber immer noch in der ersten Bundesliga.
Dabei bekommen wir das Problem auf der Außenbahn einfach nicht gelöst.
WeiterlesenNächsten Samstag geht es gegen Hamburg. Zeit, den Gegner mit den eigenen Mitteln zu schlagen. Her mit der Raute!
Köln hat zuletzt wirklich gut gespielt. Hatte gegen Hannover 61% Ballbesitz und 57% aller Zweikämpfe gewonnen. Unser großes Problem ist die Chancenverwertung. Hier muss der Hebel angesetzt werden. Die Defensive wackelt einfach immer wieder, Gegentore können wir aktuell nicht verhindern. Ergo müssen wir mehr schießen.
Nur ist Podolski im Sturm auf sich allein gestellt. Er rackert, er bemüht sich. Aber er hat halt keinen Nebenspieler. Und wenn er sich zurückfallen lässt, fehlt eine Anspielstation im Zentrum.
Wir haben nicht mehr zu verlieren. Also her mit einem zweiten Stürmer. Dabei mag ich mich aktuell noch nicht auf die Knipserqualitäten von Novakovic verlassen. Eher müssen wir nun alles auf eine Karte setzen und Chihi fordern. Weil er auch nach hinten mitarbeitet. Da er ein kompaktes Mittelfeld schaffen kann, wenn der Gegner agiert. Weil er blitzschnell umschalten kann. Weil er neuen Schwung reinbringen kann.
WeiterlesenZvonimir Soldo hat am Wochenende für Überraschungen gesorgt. Nicht nur personell (Clemens), auch taktisch. Statt mit einem 4-3-1-2 lief der 1. FC Köln im 4-1-4-1 auf. Poldi durfte als alleinige Spitze ran. Die beiden vermeintlichen Zehner Yalcin und Jajalo wechselt sich in der Zentrale ab (abgesichert durch Petit). Freis und Clemens beackerten die Flügel. Unterstützt von den Außenverteidigern.
Ließ sich Podolski fallen, rückten Freis und Clemens nach vorne.
Gegen St. Pauli trug das neue System Früchte. Gegen stärkere Gegner wird vor allem die Defensive mehr gefordert sein. Dank der neuen Mittelfeldaußen würden dann Andrézinho und Ehret nicht ständig in die Offensive gehen. Yalcin und Jajalo müssten aber auch nach hinten arbeiten. Möglich, dass da dann auch mal Yalci draußen sitzt und für ihn der defensivstärkere Matuschyk (oder Lanig) zum Einsatz kommt, um Petit zu unterstützen.
Novakovic dürfte damit erstmal endgültig ausgespielt zu haben.
Freis und Clemens rangeln nun jedoch um einen Platz!
WeiterlesenBezeichnend!
45. Minute. Köln in Ballbesitz. Spielaufbau in der eigenen Defensive. Während sich Mc Kenna und Mohamad noch den Ball zuspielen, rückt Brecko schon ein Stück vor. Meterweise, bis zur Mittellinie. Und darüber hinaus. Lanig, der den Slowenen sieht, lässt sich fallen und rückt etwas nach außen. Als der Ball auf die linke Seite kommt, wagt sich Brecko weiter nach vorne. Jajalo spielt diagonal. Direkt in den Lauf von Brecko. Der flankt direkt. Der Ball segelt auf Novakovic’ Kopf. Tor!
So stellt sich Soldo das Spiel vor. So könnten es die Kölner Fans in Zukunft öfter sehen. So klappt, was das Personal hergibt.
Gut, Meuselwitz war kein Gradmesser. Die Leistung nicht doll. Aber gute Ansätze waren erkennbar. Wie halt beim 2:0.
Soldo hatte immer betont, dass er offensive Außen benötigt. Brecko ist nicht der klassische Flügelflitzer. Auch im Pokal sah man ihn nicht unentwegt die Linie langpreschen. Aber gezielte Attacken lief er doch. Er muss sich auch an die neuen Anforderungen gewöhnen. Dabei gehen Flanken auch mal weit vorbei. Aber gelegentlich passt es. Wie beim 2:0 oder circa eine viertel Stunde zuvor, nachdem seine (wohl leicht verunglückte) Flanke auf dem Schlappen von Freis landete, der volley abzog und das 2:0 nur knapp verpasste.
WeiterlesenMan kann Zvonimir Soldo vieles vorhalten, aber ihn als alleinigen Sündenbock für die schwache letzte Saison verantwortlich zu machen, ist zu einfach und nicht gerechtfertigt. Sicherlich hat er Fehler gemacht. Wer nicht im letzten Jahr? Ich habe wahrscheinlich unzählige falsche Schritte gewählt. Das ist menschlich!
Das macht einen Trainer zwar angreifbar, aber Soldo lässt sich nicht verbiegen. Er zieht seine Linie durch, weil er ein Konzept hat. Ideen, die er umsetzen möchte. Dabei ist er von seinem Spielermaterial abhängig. Das stand ihm im letzten Jahr nicht zur Verfügung.
Das steht ihm auch 2010/2011 nicht zur Verfügung!
Soldo predigt fortwährend, dass er auf ein ausgeprägtes Flügelspiel setzt. Das kann er in Köln jedoch nicht umsetzen. Allein, weil ihm das passende Personal fehlt und das nötige Kleingeld, um den Kader nach seinen Wünschen zu gestalten.
WeiterlesenNeulich habe ich schon einmal über die Kölner Taktik für die kommende Saison geschrieben. Kurz bevor der Text online ging, flatterte noch eine Nachricht rein, in der Soldo über eine Taktikänderung auf 4-3-1-2 nachdachte.
Aus Mangel an passenden Flügelspielern, wie man feststellen muss.
Zuerst musste ich ein wenig Stocken, weil das System für mich gar keinen rechten Sinn ergeben hat. Mittlerweile muss ich doch ein wenig einlenken. Es könnte passen. Gerade, wenn man unser Personal anschaut.
Heute war Trainingsauftakt am Geißbockheim. Ein paar (National- und verletzte) Spieler haben noch gefehlt und doch wird es jetzt nicht nur ernst, sondern auch interessant. Denn man muss das Gefühl gewinnen, dass Zvonimir Soldo sich noch nicht mal über die neue Taktik sicher ist.
Das zum Trainingsauftakt nicht der gesamte Kader versammelt ist und noch einige Neuverpflichtungen zu tätigen sind, ist erstmal halb so wild. Aber wichtig sollte sein, dass wir ein festes Konzept im Kopf haben. Da habe ich meine Zweifel.
Durch die Verletzung von Chihi und dem Abgang von Tosic fehlen dem Eff Zeh zwei wichtige Flügelspieler. Die sind aber für das bisherige System unverzichtbar. Podolski ist da trotz seinen Leistungen in der Nationalmannschaft eher eine Notlösung. Freis kann zentral auch besser agieren und abschließen. Von Ehret scheint Soldo nicht allzu viel zu halten.
WeiterlesenDie Gerüchteküche brodelt wieder. Juventus Turin spielt dabei eine gewichtige Rolle. Angeblich soll Juve an Schalkes Kuranyi interessiert sein. Geromel steht zudem im Fokus und schlussendlich auch Bayerns Ribéry. Hier wird die Sache dann nicht nur spaßig, sondern richtig interessant. Glaubt man nämlich diversen Gazetten (oder einfach mal dem Videotext) Glauben schenken darf, dann ist ein Tauschgeschäft angedacht. Turin bekommt den Franzosen und gibt dafür im Gegenzug Diego ab. Der Brasilianer, der in der Serie A nicht glücklich zu werden scheint, wäre zurück in der Bundesliga, wo er sich wohl fühlt und gefeiert wurde. Er wäre bei dem Verein, der ihn angeblich schon einmal haben wollte.
Bayernfans gehen bei den Überlegungen vielleicht auf die Barrikaden. Sicherlich hat Ribéry gerade international mehr Klasse, als Diego. Aber in dem Brasilianer hätte Bayern den schon länger ersehnten echten Spielmacher. München wäre nicht mehr so flügellastig und hätte eine offensive Reihe beisammen, die sich sehen lassen könnte. Schwer auszurechnen und damit auch im internationalen Vergleich im Gesamtkonstrukt vielleicht sogar überzeugender, als die beiden – rochierenden – Flügelflitzer.
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Schließlich kann der FCB Toni Kroos begrüßen. Das Talent kehrt definitiv zurück. Der Junge kommt auf dem Flügel klar und würde damit die Rolle von Ribéry einnehmen. Diego könnte zentral eingebaut werden. Zusammen mit Robben wäre das Kreativität und Durchschlagskraft pur. Gomez würde mit Vorlagen gefüttert und toremäßig aus der zweiten Reihe unterstützt. Zudem verfügt das Trio über so viel Qualität, alle drei Positionen in diesem System zwischenzeitlich spielen zu können. Besonders Robben und Kroos, die auf beiden Flügeln klar kommen und auch durch die Mitte kommen. Unruhe in der gegnerischen Hintermannschaft ist da vorprogrammiert.
Also wäre ein Tausch Ribéry – Diego gar nicht mal so negativ für den FCB. Der sich zudem auf eine Gelddusche aus Turin freuen dürfte.
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