Ist doch Scheiße, eigentlich musst Du so ein Spiel gewinnen. Wolfsburg kann mit seinem neu zusammen gestellten Kader noch nicht ganz auf der Höhe sein. Das eigene Stürmerduo zwar auch nicht bei hundert Prozent und trotzdem. Mindestens ein Punkt. Selbst in der Ferne. Das muss hier rausspringen. Gibt etwas Luft, Selbstvertrauen und Hoffnung für die kommenden Aufgaben. Besonders auswärts. Zu Hause haben wir in der Rückrunde noch dicke Brocken vor der Brust. Wir müssen auswärts regelmäßig punkten. Idealerweise schon im ersten Spiel, damit das Team sieht, dass sie auch fern der Heimat gewinnen kann.
Stattdessen?
Wolfsburg war schon gut dabei. Da liefen die Kombinationen mitunter recht gut, es ging nach vorne und Chancen wurden rausgespielt. Trotzdem, der VfL war gestern schlagbar. Besonders, weil die Abstimmung in der Defensive noch nicht passte.
Ein Novakovic, der in der Vorrunde fit gewesen wäre und die Sicherheit eines Topstürmers hätte, hätte gestern die Partie entschieden. Mindestens einen, eher zwei Tore hätte er machen müssen. Zu viel hätte. Leider.
Denn ansonsten gab es wenig in der Offensive zu bestaunen.
Klar, ein treffsicherer Stürmer in der Hinterhand hätte uns gut getan. Aber es muss Sinn machen. Einen Helmes teuer bezahlen und auf die Bank setzen? Eben. Einen verlässlichen Knipser müssen wir erstmal bezahlen, solche Leute sind begehrt und kaum finanzierbar für Köln. Also umdenken.
Mit Roland Linz und Peter Utaka waren zwei Stürmer im Gespräch, die vielleicht finanzierbar sind, aber anderen Spielern im Kader den Weg versperrt haben. Das hatte auch Volker Finke erkannt.
Fortuna Düsseldorf soll Interesse an Mark Uth bekundet haben. Im Sommer hatte Köln klar unterstrichen, wie mit Nachwuchsspielern umgegangen werden soll. Wer keine regelmäßigen Einsatzchancen besitzt, soll auf Leihbasis bei anderen Vereinen Spielpraxis sammeln. Die Idee wurde auch bei Uth in Erwägung gezogen, dann aber verworfen.
Richtige Entscheidung, wie ich finde. Der Junge besitzt Potenzial. Solbakken sollte ihn regelmäßig einwechseln, um für den Fall gerüstet zu sein, dass er einspringen kann, wenn Nova mal ausfällt. Uth ist sicherlich noch kein Mann für eine komplette Saison, aber bei bis zu fünf Spielen hätte ich keine großen Bauchschmerzen mit Uth. Ich würde es ihm gar mal wünschen und wäre gespannt, wie er sich schlägt. Wobei Solbakken aktuell ja eher umbauen würde. Gegen Hamburg hat er ja schon bewiesen, dass er keine Bauchschmerzen bekommt, wenn er ein Team in der Halbzeitpause mal direkt auf vier Positionen umstellt.
Nächsten Samstag geht es gegen Hamburg. Zeit, den Gegner mit den eigenen Mitteln zu schlagen. Her mit der Raute!
Köln hat zuletzt wirklich gut gespielt. Hatte gegen Hannover 61% Ballbesitz und 57% aller Zweikämpfe gewonnen. Unser großes Problem ist die Chancenverwertung. Hier muss der Hebel angesetzt werden. Die Defensive wackelt einfach immer wieder, Gegentore können wir aktuell nicht verhindern. Ergo müssen wir mehr schießen.
Nur ist Podolski im Sturm auf sich allein gestellt. Er rackert, er bemüht sich. Aber er hat halt keinen Nebenspieler. Und wenn er sich zurückfallen lässt, fehlt eine Anspielstation im Zentrum.
Wir haben nicht mehr zu verlieren. Also her mit einem zweiten Stürmer. Dabei mag ich mich aktuell noch nicht auf die Knipserqualitäten von Novakovic verlassen. Eher müssen wir nun alles auf eine Karte setzen und Chihi fordern. Weil er auch nach hinten mitarbeitet. Da er ein kompaktes Mittelfeld schaffen kann, wenn der Gegner agiert. Weil er blitzschnell umschalten kann. Weil er neuen Schwung reinbringen kann.
Weiterlesen0:1 gegen den belgischen Meister. Das ist OK. Erst recht, wenn noch ein paar Stammspieler fehlen.
Brosinski dürfte rechts hinten durch Brecko ersetzt werden.
Ehret wird sich mit dem diesmal angeschlagenen Giannoulis messen.
Podolski und Novakovic rücken ins Team.
Genau bei diesem Duo ergibt sich ein einzig logischer Schulterschluss. Ionita präsentiert sich bisher schon stark und erarbeitete sich besonders gegen Anderlecht einige Chancen, dass er erstmal gesetzt sein dürfte. Neben ihm müsste demnach Nova auflaufen.
Podolski bekäme damit alle Freiheiten. Endlich!
Und zwar auf der Position, wo ich ihn am stärksten sehe. Hinter den Spitzen. Mit allen Möglichkeiten nach vorne reinzustoßen und auf die Flügel auszuweichen.
Defensiv wäre er durch die Dreierreihe hinter ihm nicht eingebunden, so dass er sich komplett auf seine Offensivfähigkeiten konzentrieren kann. Petit, Lanig und Matuschyk sind in der Abwehr so stark, dass da nichts anbrennen dürfte. Zudem besitzt das Trio genügend Potenzial, um auch im Spielaufbau zu glänzen. Gleiches gilt für Jajalo.
Nun haben wir Gewissheit: Maniche hatte schlussendlich nicht den Bock sich in Köln durchzusetzen und verlässt das Schiff nach nur einer Saison. Persönliche Gründe gaben den Ausschlag für die Entscheidung. Seine Familie konnte sich mit dem kölschen Flair nicht anfreunden. Es geht zurück nach Portugal, wo Maniche bei Sporting Lissabon anheuerte. Dann wissen wir auch, wer im Hause Maniche die Hosen anhat.
Es war ein Missverständnis.
Der Portugiese hatte sich nicht über die Ambitionen vom FC informiert und wurde mit dem Abstiegskampf überrascht. Damit wollt sich der alternde Weltstar nicht anfreunden und ließ sich oftmals hängen. Zu selten ließ er seine noch immer vorhandene Klasse aufblitzen. Sicherlich hatte er es in der Mannschaft schwer, aber besonders ein Podolski hätte seine Zuspiele gebraucht.
WeiterlesenDie Fußball Weltmeisterschaft könnte für den 1. FC Köln zum Fluch oder zum Segen werden. Dabei wünsche ich prinzipiell “unseren” Spielern alles Gute und würde mich freuen, wenn sie stark spielen, um selbstbewusst ans Geißbockheim zurück zu kehren. Zu großen Anteilen gilt das auch für die WM 2010. Allerdings nicht bei allen Spielern und aus unterschiedlichen Gründen.
Lukas wünsche ich fast zwangsläufig eine starke WM. Man hat schon gegen Malta gesehen, dass er die deutsche Nationalmannschaft braucht, um zufrieden zu sein. Da war wieder sein schelmisches Lachen, was man in Köln schon lange nicht mehr gesehen hat. Die DFB-Elf tut ihm gut, um abzuschalten und ein wenig Abstand zu gewinnen. Man sieht allerdings auch mal wieder, wozu Podolski in der Lage ist, wenn er starke Mitspieler hat. Dann kann er glänzen. Er ist nicht der Führungsspieler, den wir gern in ihm sehen. Für den deutschen Adler wird er mit einem guten Turnier wieder zu alter Stärke finden. Dann gilt es, den Druck in Köln nicht wieder gleich ins Unermessliche steigen zu lassen.
WeiterlesenDie Geschichte Maniche geht allmählich zu Ende.
Der Portugiese nutzte seine Sperre, um gezielt negative Schlagzeilen zu produzieren. Die Fahrt mit seinem Privatauto, der Stinkefinger und kein Zeichen von Reue. Man könnte meinen, Maniche provoziert seinen Abschied.
Weil er den Erwartungen an seine Person nicht gerecht werden konnte.
Auch ich hatte mich vom Namen und seinen alten Erfolgen blenden lassen. Klingt ja auch schön, wenn ein portugiesischer Nationalspieler ans Geißbockheim kommt, der schon einige Erfolge feiern konnte.
Nur halt nicht in jüngster Vergangenheit. Da sorgte der Alt-Internationale in den letzten fünf Jahren für einige Skandälchen und ständige Vereinswechsel. Anspruch und Wirklichkeit lagen weit auseinander.
So auch in Köln.
Der Gute wird wohl gedacht haben, dass er mit dem FC ums internationale Geschäft mitspielen kann. Schließlich wurde ein deutscher Nationalspieler für 10 Millionen geholt. Mit Petit stand ein alter Weggefährte schon unter Vertrag. Mit Geromel befindet sich der ehemals beste Verteidiger in der portugiesischen Liga im Aufgebot. Mondragon soll ja auch kein schlechter sein. Zusammen mit Mohamad bildeten sie eine der besten Abwehrreihen der Liga. Novakovic ist Nationalstürmer und Goalgetter. Da muss es ja nach oben gehen.
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Nur hat sich Maniche eher nicht mit der jüngsten Vergangenheit des 1. FC Köln beschäftigt. Wie auch, er hatte ja viel zu tun.
Von der glorreichen Tradition hatte er sicher schon mal gehört, aber nicht, dass sich der Verein die letzten über zehn Jahren im stetigen Auf und Ab befand. Dass es erst wieder die zweite Saison in der ersten Liga war. Dass Klassenerhalt angesagt war.
Das hat an einem “Weltstar” wohl genagt.
Nun spricht alles für einen Abschied. Weil, ja weil er von seinen Problemen ablenkt, indem er die direkte Konfrontation sucht. Diese Energie hätte er mal lieber auf dem Rasen gezeigt. Da wäre seine Qualiftät wichtig gewesen. Und zwar konstant.
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Aber so ist Maniche für den Eff Zeh einfach untragbar.
Eine Trennung unausweichlich.
Sein Gehalt wird damit wieder frei. Vielleicht ein gewisser Teil, den man in Tosic investierten kann. Ein Spieler, der im Gegensatz zu Maniche sein Engagement als Chance sieht und nicht als Krönung.
Maniche untragbar also.
Und Novakovic? Der ist seit “Poldi, die Zweite” ein Schatten seiner selbst. Der Killerinstinkt der letzten beiden Jahre ist ihm abhanden gekommen. Sechs Tore sind deutlich zu wenig und seine Lustlosigkeit auf dem Platz deutlich zu stark. Poldi und Nova, das passt wohl tatsächlich nicht. So untragbar, wie Maniche ist der Stürmer nicht, aber wenn man noch gutes Geld für den Slowenen bekommen könnte, dann sollte man die Gelegenheit nutzen.
Doch dazu vielleicht später nochmal mehr…
Die fußballerischen Netzfundstücke des Tages. Das war wichtig, das hat bewegt, das wird diskutiert. Der Fußball-Überblick von Spielfeldrand – Das Magazin: Mit, aber nicht nur über den 1. FC Köln.
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Kein-Saisonkarte-Kein-Heimsieg-Wochenende
1. FC Köln
Schorch fällt wohl den Rest der Saison aus. Bitter, er war die Saison gesehen auf dem Flügel der beste Kölner.
Abwehr-Not! Muss jetzt Brosinski ran?
Das wäre natürlich eine Geschichte. Brosinski hat seine größte Aufmerksamkeit erhalten, nachdem er vor einem Jahr das entscheidende Siegtor gegen Bayern erzielt hatte. Ich rechne aber weiterhin mit Ehret in der Stammelf und danach ggf. mit McKenna auf der Außenbahn… Brosinski ist maximal eine Alternative.
Nova & Tosic treffen bei Länderspielen
WeiterlesenDie fußballerischen Netzfundstücke des Tages. Das war wichtig, das hat bewegt, das wird diskuttiert. Der Fußball-Überblick von Spielfeldrand – Das Magazin: Mit, aber nicht nur über den 1. FC Köln.
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Von harten Männern, drei Punkten und jeder Menge Heuchelei
Bitte, kommt mir nicht mit Betroffenheit! Faselt nicht davon, dass sich im Fußball irgendwann irgendetwas ändern soll, muss, wird!
„Lutscher“ muss bittere Pille schlucken – oder: Jogi Löw und sein Leistungsprinzip
Sind etwa nur noch Nationalspieler gefragt, die selbst bei einer Pleitenserie auf der Playstation stets die Contenance bewahren? Nur damit im WM-Quartier Friede, Freude, Eierkuchen herrscht?
1. FC Köln
FC Köln vor Verpflichtung von Man Utd.-Angreifer Tosic?
Er fühlt sich da am wohlsten, wo Poldi – wenn er fit ist – aktuell vorgesehen ist und wo Ehret, aber auch Chihi als Alternativen bereit stünden. Im linken offensiven Mittelfeld. In 18 Länderspielen hat er drei Tore erzielt, zwei Mal in der Premier League gespielt, sechs Mal (vier Tore) in der ManU-Reserve und davor 49 Partien (14 Treffer) für Partizan bestritten. Ich glaube kaum, dass ein Spieler mit der mageren Spielpraxis uns im Moment weiterhelfen kann.
Weiter warten auf den Wundersturm
„Lukas Podolski fällt mit Rückenbeschwerden aus, Milivoje Novakovic bekommt wegen seiner Grippe kein grünes Licht“, sagte der Kölner Trainer vor dem Spiel beim VfL Wolfsburg
Darf Freis dann von Beginn im Zentrum stürmen oder überrascht Soldo doch noch mit Mc Kenna?
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WeiterlesenIch bin mir nicht sicher, ob ich verängstigt sein soll oder gespannt.
Verängstigt vor einer erneuten inakzeptablen Leistung gegen Bochum, die in einer neuerlichen Niederlage mündet, was sehr wahrscheinlich die Entlassung von Soldo nach sich ziehen würde und ganz sicher das Abrutschen in die Abstiegsplätze.
Gespannt, wie Soldo seine Mannschaft auf- und einstellt, damit sich die Spieler freischwimmen können.
Soldo kann im Prinzip gar nichts falsch machen, aber am Ende doch alles verlieren.
Das Team ist am Tiefpunkt angelangt. Desolate Vorstellungen, eine (angebliche) Revolte gegen den Trainer und Maulwürfe, die weiter für Unruhe sorgen. Unruhe, die aufgrund der Leistung und Dank der Eskapaden von Novakovic ohnehin schon groß genug ist. Es kann nur noch aufwärts gehen. Schafft es Soldo jedoch nicht frischen Wind in den Kader zu bekommen, war es das für ihn wohl.
Sein Sieg muss her, viel mehr aber eine Einstellung, die auch die Fans wieder näher an die Mannschaft rücken lässt.
Den ersten Schritt hierfür hat Soldo schon getan. Nova ist ab sofort nicht mehr Kapitän. Damit kommt er Stimmen innerhalb des Vereins nach, wodurch er sicherlich einen Großteil der Spieler wieder mehr auf seine Seite geholt hat. Damit dürften die auch wieder mehr für ihren Trainer Gras fressen. Genau darum geht es am Ende auch. Diese Mannschaft in dieser Saison darf (mal) verlieren. Erst recht gegen Mannschaften, wie Hoffenheim. Aber sie muss sich für den Verein aufopfern. Das wollen die Anhänger sehen… auch wenn der Presse das sicherlich nicht unbedingt gefällt bzw. ihr nicht ausreicht.
Was kommt nun als Nächstes?
Verzichtet Soldo nicht nur auf den Kapitän Novakovic, sondern auch auf den Spieler?
Muss einer aus dem portugiesischen Duo raus?
Wer ersetzt den gesperrten Podolski?
Wirft Soldo vielleicht einen zuletzt unberücksichtigten Spieler ins kalte Wasser?
Im Donnerstagskicker gab Soldo ein längeres Interview. Dabei herauszuhören, dass eher kein Youngster, wie Yalcin eine Chance erhält. Zudem will er Spieler bringen, die zu hundert Prozent hinter ihm stehen. Er will Spieler sehen, die sich für den Verein aufopfern.
Diese Aufstellungen erwarte ich für Freitag
————— Heerwagen —————
Concha — Maltritz — Mavraj — Fuchs
——— Pfertzel – Dabrowski ———
- Sestak ——- Ono ——- Azouagh -
—————— Epallé ——————
——————— Freis ———————
Ehret ———– Maniche ———- Sanou
————— Pezzoni — Petit —————
Womé – Mohamad – Geromel – Schorch
—————– Mondragon —————–
Soldo stellt um und hofft damit richtig zu liegen. Novakovic muss auf die Bank, damit ist das Kapitel wohl geschlossen. So sehr Köln einen Knipser benötigt, so wenig hilft Nova aktuell weiter. Für ihn sollte Ishiaku stürmen. Doch dessen Knie schwoll nach dem Abschlusstraining an, Mana fällt damit wohl aus. Somit rückt Freis wohl in die vorderste Spitze, auf seiner angestammten rechten Position könnte Sanou zum Einsatz kommen. Auch Brecko erhält eine Pause. Für ihn kehrt Womé zurück ins Team. Pezzoni rückt in die Mannschaft. Dafür nimmt Maniche die offensive Rolle von Podolski ein. McKenna wäre ein weiterer Kämpfertyp, der der Mannschaft aktuell weiterhelfen könnte. Doch Soldo hat kein Vertrauen in den Kanadier und lässt ihn weiter draußen. Genau wie Yalcin und Chihi, da er der Überzeugung ist, dass erfahrene Spieler aktuell mehr helfen, als jugendliche Unbekümmertheit.
Bei Bochum heißt das Motto „Never change a winning team“, auch wenn dadurch HSV-Torschütze Grote erstmal wieder auf der Bank Platz nehmen muss. Auch Klimowicz stünde erstmal als Joker bereit.
Mein Tipp: 1:1
Ein typisches Kellerduell. Sehr zäh, es zieht sich, wenig Highlights. Köln steht tief und will erstmal die null halten. Am Ende ein Ergebnis, das keiner Mannschaft wirklich hilft. Maximal doch noch dem FC, weil der VfL dadurch nicht an Köln vorbei gezogen ist.
Das sagt der Gegner
Ralf von den Fantastic Supports stellt seinen VfL und die Erwartungen für das heutige Spiel vor.
Spielfeldrand: Hallo Ralf, erstmal Glückwunsch zum Sieg gegen den HSV. Schwebst du immer noch auf einer Euphoriewelle oder bist du mittlerweile wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet?
Ralf: Welche Eurphoriewelle? Du meinst den Sieg gegen den HSV? Gott bewahre! Der war lebenswichtig zum Einem, weil die Konkurrenz ordentlich gepunktet hat und zum Anderen, weil unser neuer Trainer und die Mannschaft unbedingt ein Erfolgserlebnis brauchten!
Spielfeldrand: Vor dem Erfolg gab es zwei Niederlagen gegen Frankfurt und Freiburg. Warum siehst du den Erfolg nicht als Ausrutscher, sondern als “neuen Anfang”? (oder tust du es gar nicht?)
Ralf: Das Problem beim VfL ist die Konstanz! Ein Sieg gegen den HSV bedeutet nicht, das wir Köln locker mit ner Klatsche nach Hause schicken. Das Spiel machen zu müssen und auf Konter zu reagieren ist nicht gerade Bochums Stärke. Siehe Freiburg! Von einem Neuanfang kann man nur reden, wenn wir in den letzten Spielen bis zur Pause noch ein paar Punkte sammeln.
Spielfeldrand: Was macht den VfL in dieser Saison aus? Was sind die Stärken und was die Schwächen?
Ralf: Eine eklatante Schwäche sind die Standardsituationen. Aber bitte nicht weitersagen. Kein anderes Team hat nach Standards mehr Gegentore bekommen. Zudem verläuft unser Aufbauspiel nach vorne eher ideenlos und schleppend. Na ja und vorne sind wir jetzt auch nicht die Sturmgefahr. Es hapert also an vielen Baustellen.
Stärken? In den ersten Spielen war unser Torwart, egal ob Heerwagen oder Luthe, eine echte Verstärkung und enormer Rückhalt. Leider ist auch Heerwagen nach seinem Kieferbruch noch nicht der Alte, aber auf einem guten Weg!
Spielfeldrand: Wie überzeugt bist du von Herrlich? Ich muss sagen, ich kann ihn kaum richtig einschätzen und sah in Koller zumindest einen ausgesprochenen Fachmann.
Ralf: Koller mag sicherlich ein Experte und Fachmann gewesen zu sein, aber er sah immer nur das anvisierte Ziel – Klassenerhalt. Er schaffte es nicht die Mannschaft darüber hinaus zu motivieren, den Nachwuchs zu fördern, tolerierte keine “starken Persönlichkeiten” und schaffte es leider Gottes nicht, Symphatien zu erlangen. Außerdem muss man sagen, dass in seiner Amtszeit es nur vielleicht 3 bis 4 attraktive Heimspiele gab. Kein Wunder, das die Leute immer mehr wegblieben.
Von Herrlich erhoffe ich mir den Klassenerhalt und eine Perspektive in Bochum. Das Team ist einfach zu alt. Herrlich kennt durch seine Tätigkeit Talente in Deutschland. Ich hoffe, dass er mehr Talente nach Bochum locken kann, die auch spielen und sich etablieren können. Ein Verein wie wir, der nicht viel Geld hat, muss auf den Nachwuchs setzen. Sonst geht der Club langsam zu Grunde.
Spielfeldrand: Am Freitag geht es gegen Köln. Bei uns brodelt es heftig, ihr habt den Sieg im Rücken. Auf wem lastet da mehr Druck?
Ralf: Auf den Bochumer: Weil wir nachlegen müssen. Das ist eine jahrelange Krankheit. Hätten wir in Hamburg verloren, würden unsere Jungs rennen wie die Weltmeister. Leider haben wir viel zu oft nach solchen Spielen enttäuscht. Aber: Im Vorfeld beschwört jeder, dass dies jetzt nicht vorkommen wird und der Gegner Köln 110%-ige Konzentration erfordert.
Spielfeldrand: Was erwartest du vom Spiel?
Ralf: Einen Sieg – egal wie! Ein Bochumer kann auch mit einem Grottenkick leben. Hauptsache wir überleben!
Spielfeldrand: Zu guter Letzt: Wie wirst du die Partie verfolgen?
Ralf: Da ich ja seit einigen Jahren rund 600 km von meinem geliebten Ruhrstadion entfernt lebe und arbeite, werden ich das Spiel im TV sehen. Und das zusammen mit dem einzigen weiteren VfL-Fan in Singen, den es gibt.