| Köln 1 | Schorch, 44 |
|---|---|
| Stuttgart 5 | Cacau, 13, 31, 38, 74 Pogrebnyak, 69 |
Vor dem Spiel hatte ich leichte Bauchschmerzen. Aus taktischer Sicht. Maniche wurde suspendiert, nachdem er beim Trainings lustlos agiert hatte. Bähm. Er war zuletzt sicher nicht schlecht. Seine Erfahrung tut uns gut. Seine Kommandos ziehen. Aktuell ist er der zentrale Mann, den wir vor der Saison gesucht haben.
Dann gab Zvonimir Soldo abermals Podolski eine Chance. Nach seinen schwachen Auftritten zuletzt. Stattdessen musste Freis abermals auf der Bank Platz nehmen.
Das konnte ja nur schief gehen.
Ist es bekanntlich auch. 1:5 hieß es am Ende gegen den VfB Stuttgart.
und doch…
Soldo hat alles richtig gemacht!
Ein Spieler, der nicht zu hundert Prozent bei der Sache ist, hat in der Mannschaft nichts zu suchen. Egal, was er vorher geleistet hat und welchen Namen er mit sich rumträgt. Soldo hat damit seine Position gestärkt und sich Respekt verschafft!
Podolski durfte endlich auf seiner Lieblingsposition im Angriff ran und musste sich nicht auf dem Flügel langweilen und hängen lassen. Der Prinz hat eine passable Leistung abgeliefert. Endlich mal hat er auch gekämpft und sein Phlegma beiseite geschoben. Für das Team! Es war nicht alles glücklich, was er gezeigt hat, aber durchaus ein Anfang. Mit etwas Glück schießt er gar sein erstes Tor seit dem 13. September 2009. Beim Schlenzer fehlten nur Zentimeter, später parierte Lehmann überragend. Es war eine deutliche Leistungssteigerung gestern und ein Anfang. Ein Guter! Vielleicht wird es in dieser Saison ja doch noch mal etwas mit ihm.
Soldo kann sich also keinen Vorwurf machen.
Dass es doch nicht reichte, war der Effektivität von Cacau und einigen Leichtsinnsfehlern in der Defensive geschuldet. Aber hier kann Soldo aktuell mangels Alternativen kaum reagieren. Zwei Mal stand Cacau goldrichtig und konnte einschieben oder abstauben (wie man es sehen möchte). Dann nutzte er die Verwirrtheit von Geromel, um Mondragon mit einem Schlenzer zu überraschen. Am Ende standen wir hinten sowieso offen und liefen Stuttgart auf den Flügeln zu viel Platz. Hilbert war hier der überragende Mann, der unsere Schwächen eiskalt ausnutzte und bei Cacau passte an diesem Nachmittag alles.
Was hätte Soldo da machen sollen?
Zwei Auswechslungen standen ihm noch zu Verfügung. Selbst Womé hätte es nicht schlechter machen können, als Brecko und Mc Kenna hätte dem Abwehrverbund sicher nicht schlecht getan.
Egal, abgehakt. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Der FC muss jetzt auchwachen und eine Trotzreaktion zeigen. Gegen Leverkusen und München, wo sie ohnehin nichts und noch weniger als gegen den VfB verlieren kann.
Die bittere Erkenntnis des Tages war deshalb nicht das Ergebnis, sondern der Verlust von Adil Chihi. Nach 55 Minuten musste er verletzt raus. Heute wurde ein Syndesmosebandriss festgestellt. Der Flügelspieler wird einige Wochen fehlen. Bitter! Endlich hatte er sich in Köln mal in der Stammelf festgebissen und zählte 2010 zu den absoluten Aktivposten und dann das.
Immerhin: Davon dürfte Freis profitieren, der demnächst wieder von Beginn an auflaufen dürfte. Hoffentlich kann er an die Form vom Rückrundenbeginn anknüpfen, dann dürfte Köln den Verlust von Chihi verschmerzen können.
Stimmen
Neben den beiden Stürmern Podolski und Novakovic waren auch die Außenbahnen mit Chihi und Tosic sehr offensiv besetzt – damit setzte Soldo in einem Bundesligaspiel gegen einen ambitionierten Gegner weitaus offensiver und risikoreicher auf, als beim Pokalspiel in Augsburg
Die Kölner drängten nun vehement auf den Anschluss, den der inzwischen deutlich agilere Podolski dann auch gleich zweimal auf dem Fuß hatte. Zuerst schoss er aber knapp links vorbei (47.), ehe er per Kopf am glänzend reagierenden Lehmann scheiterte (51.).
Die Geißböcke kamen mit viel Schwung aus der Kabine. Lukas Podolski hatte sofort zwei tolle Chancen: In der 46. Minute strich ein Distanzschuss aus 16 Metern nur knapp am rechten Pfosten vorbei, und ein paar Minuten später scheiterte er mit einem Kopfball an Lehmann
In diesen beiden Szenen zeigte der 69-malige Nationalspieler endlich mal wieder sein Potenzial, ist nun aber seit 1301 Minuten ohne Bundesliga-Tor.
Doch die Kölner bekamen ihre Flügel nicht in den Griff. In der 70. Minute durfte Hilbert ungestört flanken, Progrebniak flog in den Strafraum und traf leicht zum 4:1.
Mit dem ersten Viererpack seiner Bundesliga-Karriere hat sich Nationalspieler Cacau bei Bundestrainer Joachim Löw mit Nachdruck für die WM empfohlen und dem VfB Stuttgart eine perfekte Generalprobe für das Spiel des Jahres beschert.
6.Möglichkeit: Irgendwas mit Vodoo Zauber!
-> Folge: Alle spielen wie die jungen Götter!
-> Wir gewinnen dreckig in Leverkusen, versauen diesen die Meisterschaft und schei…. auf den Klassenerhalt, den wir eh mit links schaffen!
Zahlen und Daten
Platz: 14
Punkte: 25
Tore: 21
Gegentore: 31
Nächster Gegner: Bayer 04 Leverkusen
| Gelsenkirchen 2 | Matip, 45.+1 Farfan, 81. |
|---|---|
| Köln 0 | Fehlanzeige |
Zum Glück war Karneval am letzten Wochenende. So hatte ich doch ein wenig was zu Feiern. Schalke gegen Köln ging fast komplett an mir vorbei. Abends auf dem Sofa habe ich das Ergebnis gesehen… und nur zur Kenntnis genommen. OK, ist klar. Abgehakt. Eine erwartete Niederlage halt. Gegen den Tabellendritten darf man verlieren. Kein Problem.
Mittlerweile habe ich mir ein paar Texte zu Gemüte geführt und sehe, dass wir mit etwas Glück und mehr Spucke zumindest den einen Punkt sicher gehabt hätten. In der Hinserie hätte wir das null zu null wahrscheinlich sogar nach Hause geschaukelt. Nicht, dass diesmal grobe Defensivschnitzer (wie gegen Augsburg) zu der Niederlage geführt hätten. Aber es beschleicht einen das Gefühl, dass dann so ein Freistoß, wie beim 1:0 nicht seelenruhig durch den Strafraum gesegelt wäre und beim 2:0 Mondragon irgendwie noch an den Ball gekommen wäre.
Dabei hatte Soldo reagiert. Respekt!
Womé blieb nach zwei haarsträubenden Spielen draußen. Schorch durfte beginnen. Er tat sich in einer schwachen Elf schwer. Aber gebt dem Jungen wieder zwei oder drei Spiele am Stück, dann verteidigt er auch wieder so solide, wie in der Hinserie.
Warum unser Trainer aber Podolski gebracht hat, bleibt ein Rätsel. Vielleicht hat er auf eine Trotzreaktion gehofft. Nur blieb die aus und so sieht Soldo schlecht aus. Erst recht, weil er für den Prinzen Sebastian Freis geopfert hat. Einer der Knackpunkte, warum es für uns zuletzt (in der Offensive) so gut klappt. Ein Kampfschwein wie er, hätte uns in Gelsenkirchen gut zu Gesicht gestanden. Aktuell gehört Freis einfach in die erste Elf. Poldi muss sich mit Kurzeinsätzen für mehr empfehlen. Dann als hängender Stürmer.
Aber da bleiben die Probleme. Wie sieht dann die Taktik aus?
Alle schreien nach Podolski als Stammspieler hinter Novakovic. Tosic wird auch lautstark gefordert. Chihi ist ohnehin unumstritten. Maniche gehört in die erste Elf. Petit findet gerade zu starker Form und war am Samstag wohl bester Feldspieler beim Eff Zeh. Macht summasummarum sechs Spieler. Plus der fünf aus der Defensive sind das elf. Passt also!
Passt also?
Passt nicht!
Denn damit hätten wir einen eingeschlagenen Weg verloren. Pezzoni hat sich bravourös in die Mannschaft gekämpft. Er war die Hinrunde über konstant besser als unsere beiden Portugiesen. Zudem gibt er den beiden ungemein Platz, indem er sie ohne Allüren abschirmt. Er spielt nicht spektakulär, aber effizient und konstant. Er kommt meistens zu schlecht weg, weil er unauffällig ist. Aber wir brauchen so einen Arbeiter. Gerade jetzt, wo die Defensive wackelt, muss vor der Abwehr jemand stehen, der abräumt. Petit und Maniche sind da eher einen Tick offensiver eingestellt.
Auch wenn Soldo Herrn Freis nicht richtig mag, so hat er sich seinen Platz verdient. Er gehört aktuell zu den besten Kölnern. Aufwachen Leute. Tosic, Poldi, Maniche etc. sorgen für schönen, offensive und teils spektakulären Fußball, aber wir befinden uns noch immer im Abstiegskampf. Da braucht es Kämpfer. Leute, wie Freis. Der dann zudem noch 2010 ein Tor geschossen und zwei weitere aufgelegt hat.
Schon wären wir bei dreizehn und nun gibt es ein Problem.
Zumindest für mich, denn ich befürchte, Soldo sieht das anders und wird Pezzoni und Freis opfern. Opfern für ein paar Halodris, die (noch) nicht in Form sind und defensiv (mehr) Schwächen haben. Das könnte böse enden…
Vielleicht sollte sich Köln ein Vorbild am Gegner nehmen. Magath hat da eine junge Elf aufgebaut, die abwarten. Denen er eingeschleift hat, nicht die Flucht in der Offensive zu suchen. Die überlegt steht und dann eiskalt zuschlägt. Das geht halt nicht nur mit Schönspielern und Offensivkünstlern. Dafür bedarf es Spieler, wie Pezzoni oder Freis.
Stimmen
Die Domstädter traten vorsichtig auf, konnten dabei die beste Defensive der Liga nicht wirklich fordern und versuchten ihr Glück meist mit langen Bällen auf die Spitzen Novakovic und Podolski.
Schalke steht sicher auf dem dritten Rang und hat mittlerweile sogar das eigene Publikum daran gewöhnt, dass erst nach dem Schlusspfiff gejubelt wird. Zuvor arbeitet Magaths Mannschaft Fußball, man könnte auch sagen: Die Gelsenkirchener tun beinahe alles dafür, dass kaum Fußball stattfindet. Irgendwann gehen sie dann durch eine Standardsituation in Führung.
Lukas Schmitz zirkelte einen Freistoß aus dem halbrechten Mittelfeld in den FC-Strafraum, wo Joel Matip zum Kopfball ansetzen konnte, der unhaltbar für Faryd Mondragon im FC-Netz zur glücklichen Pausenführung für Königsblau einschlug.
Petits Versuche, Linie ins Spiel zu bringen, verpufften angesichts der schwachen Form der Angreifer, lediglich Chihi vermochte Gefahr zu versprühen. Und wurde in der 56. Minute elfmeterreif von Lukas Schmitz gefoult. Soldo: “Das war wohl ein Elfmeter. Aber”, so der Trainer im Rückblick auf das Pokalspiel von Augsburg, “in dieser Hinsicht haben wir momentan wenig Glück.”
Der FC blieb über 90 Minuten blass – trotz Poldi. Aber Soldo hatte Lukas Podolski wieder ins Mittelfeld gesteckt. Eine Position, die er beim FC noch nie wirklich mit Leben füllen konnte. Der Prinz ist Stürmer und brillant als hängende Spitze.
`Es ist klar, dass Druck auf ihm lastet. Ich glaube, wir haben das alles unterschätzt. Dass er absolute Klasse hat und für uns den Unterschied machen kann, weiß jeder. Wir haben nach wie vor Vertrauen´, sagte FC-Manager Michael Meier in der Halbzeit-Pause bei Sky.
Für die Kölner endete mit der Niederlage in Gelsenkirchen eine stolze Serie. Acht Ligaspiele hatten sie zuvor auswärts nicht verloren, die letzte Niederlage auf fremdem Platz datierte vom 30. August des vergangenen Jahres. Die Schalker dagegen stellten einen Vereinsrekord auf: Sechs Heimspiele nacheinander haben sie nun gewonnen, ohne ein Gegentor zu kassieren.
Zahlen und Daten
Platz: 13
Punkte: 25
Tore: 20
Gegentore: 26
Nächster Gegner: VfB Stuttgart
| Köln 3 | Mohamad, 31 Novakovic, 75 Chihi, 88 |
|---|---|
| Hamburg 3 | Jansen, 2 Petric, 36,50 |
Eigentlich lief alles gegen Köln. Nach zwei Minuten hatten die Hamburger zum ersten Mal zugeschlagen. In Hälfte zwei fiel das anscheinend vorentscheidende 3:1 nach fünf Minuten. Der Drops schien gelutscht. Der Schnupfen, den ich mir rechtzeitig vor dem Anpfiff eingefangen hatte, schien sich nicht auf eine Kölsche Genesung verlassen können.
Doch dann bewies der FC abermals eine unbändige Moral.
Diese Mannschaft gefällt. Trotz zwei Toren zurück gegen einen favorisierten Gegner stecken die Spieler einfach nicht auf, sondern kämpfen weiter und suchen ihre Chance. Gerade Freis und Chihi bewiesen einmal mehr, was Meier meinte, als er sagte, Poldi und Nova könnten sich von diesem Duo etwas abschauen. Da wird gerannt, gegrätscht und Gras gefressen. Alles das, was Fans sehen wollen. Bei dem Einsatz hätte ich sogar die Niederlage verschmerzen können.
Musste ich dann aber nicht. Weil Novakovic herrlich zirkelte und Chihi aktuell einfach auf einer Glückswelle schwebt. Nicht ganz unverdient, wenn man den Einsatz sieht. Sicherlich glücklich, wenn man die zahlreichen Chancen der Hamburger betrachtet. Aber Köln hat sich durchaus auch etliche Gelegenheiten erspielt. Auch, weil Tosic seine Klasse nochmal unterstrich. Mit der Technik sorgt er immer für Gefahr und kann den entscheidenden Unterschied ausmachen. Da tut es einem jetzt doch schon leid, wenn er uns im Sommer wieder verlassen muss.
Für Soldo ergeben sich dadurch aber enorme Probleme. Freis und Chihi sind ebenso gesetzt, wie die immer stärker werdenden Petit und Maniche (der hoffentlich bald wieder zurück kehrt). In der Sturmmitte hat sich Novakovic erneut empfohlen. Macht schon mal fünf Stützen. Dazu kommen noch viel Defensive. Bleibt also nur noch ein Platz übrig. Tosic oder Podolski, der demnächst wieder spielen könnte? Das könnte noch kritisch werden, wenn der Prinz draußen bleiben muss, damit der Dribbler seine Klasse ausspielen kann.
Zudem würde somit Pezzoni hinten runterfallen. Maniche müsste wieder defensiver agieren. Das dürfte unsere Abwehr nicht sattelfester machen.
Auch hier muss sich Soldo etwas überlegen. Einzig Brecko hat sich 2010 noch keinen Bock erlaubt. Aber überragend spielt er auch nicht. Immerhin zuverlässig, wenn man die Aussetzer von Mondragon, Geromel und Mohamad sieht. Das Trio ist trotzdem und völlig zurecht weiter gesetzt. Aber hier muss die Konzentration zurück kehren. Bei Womé war mir ja noch nie wohl zu Mute. Das hat er am Samstag mal wieder eindrucksvoll bewiesen. An zwei Gegentreffern direkt beteiligt. Ich sehne mir Ehret zurück. Der ist defensiv solider und offensiv effektiver als der Kameruner.
Trotzdem, er fühlt sich gut an, so wie es aktuell läuft. Augsburg kann kommen.
Stimmen
Für Taner Yalcin und Maniche (Trauerfall in der Familie) liefen Milivoje Novakovic und Neuzugang Zoran Tosic von Beginn an auf. Lukas Podolski (Fußprellung) und Fabrice Ehret (Knieprobleme) fehlten verletzt.
3:3 – sechs Tore und jede Menge Torraumszenen. Es war ein hochdramatisches Bundesligaspiel, indem der HSV den sicher geglaubten Sieg gegen spielstarke Kölner leichtfertig vergab.
Der FC entwickelt sich langsam zur Schiessbude der Liga (wieder 3 Gegentore, in den letzten 4 Spielen sogar 9 Stück)
Nun gut. Eine 3:1-Führung auswärts sollte reichen. Müßte man meinen.
Tut sie aber leider nicht immer. Zumindest nicht, wenn der HSV auf dem Platz steht.
Auch als die Mannschaft in der Schlussphase auf den Ausgleich drängte, blieb die berühmte “Brechstange” eingepackt – stattdessen setzte der FC auf spielerische Mittel und kam damit letztlich auch zum Erfolg.
Van Nistelrooys Hoffnung, in den drei Minuten nach seiner Einwechslung, “vielleicht eine Chance zu bekommen”, erfüllte sich zwar nicht, nur den Anstoß nach dem späten Ausgleich durfte er noch ausführen, aber der Holländer war hiermit im Spielgeschehen der Bundesliga angekommen.
Gute Ansätze zeigte Kölns Neuzugang Zoran Tosic bei seinem ersten Einsatz von Beginn an. Bei den Kölnern verdienten sich Petit und Sebastian Freis gute Noten, beim HSV ragte neben Petric Rincon heraus.
Tollhaus RheinEnergieStadion. Der FC hat mit einer gigantischen Moral eine drohende Niederlage abgewendent.
Für Ausgelassenheit bleibt da keine Zeit, man will sich auf das Millionenspiel konzentrieren. „Die Schlagzeilen würde ich gern sehen, wenn wir Karneval feierten“, sagte FC-Manager Michael Meier am Samstagabend.
“Wir sind stabiler geworden. Dadurch haben wir mehr Chancen und machen auch mehr Tore. Mit jedem Tor und jedem Punkt wächst das Selbstvertrauen. Man hat gesehen, dass wir auch mit Spitzenmannschaften mithalten können”, sagte FC-Trainer Zvonimir Soldo.
Zahlen und Daten
Platz: 11
Punkte: 25
Tore: 20
Gegentore: 24
Nächster Gegner: FC Schalke 04
| Frankfurt 1 | Chris, 76 |
|---|---|
| Köln 2 | Maniche, 59 Russ (ET), 84 |
Bis zum Spiel gegen den VfL Wolfsburg war es mir noch unheimlich. Deshalb habe ich zumindest noch die Frankfurt-Partie abgewartet. Nachdem nun aber auch hier ein Sieg heraus sprang, enthülle ich offiziell den Grund für den aktuellen Höhenflug des 1. FC Köln.
Nein, es ist nicht die solide Abwehr. Das in diesen Tagen ganz sicher nicht.
Nein, es ist nicht unser immer besser werdendes Mittelfeld, angetrieben von Maniche.
Nein, es ist nicht Adil Chihi, der endlich sein ganzes Potenzial abruft.
Nein, es ist nicht Sebastian Freis, der sich den Arsch aufreißt.
Nein, es ist nicht das Fehlen von Poldi und Nova.
Nein, es ist nicht der neue Schwung von Tosic, der kommen wird.
Nein, es ist nicht Soldo, nicht Meier, nicht Overath.
Es ist Voodoo!
Rückblick. Über einen Monat ist es her, da lag auch schon Schnee. Im Unterschied zu heute war es jedoch nicht dermaßen viel und an allen Ecken duftete es nach Plätzchen und Glühwein. Weihnachten halt. Geschenkezeit.
In Einem fand ich folgendes kleines Püppchen:
Selbstgenäht und selbstbeschrieben soll es die bösen Geister vom 1. FC Köln fern halten und den Erfolg zurück bringen.
Tierisch habe ich mich gefreut und da Fußballer (und deren Fans) nunmal abergläubisch sind, sogar ein wenig dran geglaubt.
Drum werden seit drei Spielen vor jeder Partie Stecknadeln in die Puppe gerammt. Immer zwei pro Spiel. Und siehe da. Es hat bisher immer hingehauen. Zwei Auswärtssiege, viele Tore und ähm, ja, ein Heimspiel!
Denn ein kleines Makel hat die Figur. Die Herstellerin hat in ihrer Arbeitswut nicht Heimsieg, sondern Heimspiel geschrieben. So hatten wir gegen Dortmund ein Heimspiel, aber leider keinen Heimsieg. Glück für den BVB. Glück für Hamburg. Nur muss es den Gegnern im Rhein Energie Stadion immer gelingen (mehr als) ein Tor zu erzielen, denn wir werden immer je ein eigenes erzielen. Voodoo!
Wozu die Puppe fähig ist, hat sie am Samstag bewiesen, als sie das Schneetreiben vor dem siegbringenden Tor dermaßen erhöht hat, dass Russ fast blind vor Augen wurde. Gegen Hamburg versuche ich es vielleicht mal mit einer Roten Karte gegen den Gegner…
Stimmen
Ansonsten plätscherte das Match ereignislos vor sich hin. Den Akteuren fehlte es auf dem tiefen Rasen einfach an Ideen und Kreativität. Frankfurt versuchte es häufig mit langen Bällen, die jedoch kein großes Problem für Geromel & Co. darstellten. Die Kölner indes kamen aufgrund ihres unsauberen Passspiels gar nicht erst in den gegnerischen Sechzehner.
In den ersten 45 Minuten des Spiels überzeugte beim FC vor allem eins: die Defensive.
Das 1:1 dagegen musste wieder nach einer Ecke fallen. Das ist mittlerweile besorgniserregend, wie anfällig man bei Standards ist. Fünf der letzten sechs Gegentore fielen nach Standards, das dürfte einen Spitzenwert darstellen.
“Das ist bitter. Nachdem es angefangen hatte zu schneien, war der Ball glitschig und hat sich anders verhalten als sonst. Er ist mir über den Kopf gerutscht, als ich klären wollte”, erklärte Russ jene spielentscheidende Szene in der 84. Minute.
Nein, Spiele werden nicht in der Abwehr gewonnen, sie werden dort verloren.
Doch der FC ist in dieser Saison nicht nur taktisch diszipliniert, sondern zeigt auch eine mentale Stärke eines Elefanten (keine Ahnung ob diese wirklich mental stark sind, auf jeden Fall sind sie groß!).
Der 1. FC Köln hat erstmals in dieser Saison zwei Spiele in Folge gewonnen. Das es sich dabei um Auswärtspartien handelte, ist kein Zufall.
Der Vorsprung auf die Relegationsplätze beträgt nun bereits sieben Punkte! Mit nun 24 Punkten kann der FC einigermaßen beruhigt in die kommenden Spiele gegen Hamburg, Schalke, Stuttgart, Leverkusen und München gehen.
Zahlen und Daten
Platz: 13
Punkte: 24
Tore: 17
Gegentore: 21
Nächster Gegner: Hamburger SV
| Wolfsburg 2 | Gentner, 21 Costa, 59 |
|---|---|
| Köln 3 | Pezzoni, 7 Freis, 57 Chihi, 74 |
Wohooo, was für ein Spiel. Köln gelingt in Wolfsburg tatsächlich die Überraschung. Doch statt “nur” einen Punkt fährt der FC sogar mit drei Zählern nach Hause.
Unglaublich, wie verändert sich das Team seit der Winterpause präsentiert.
Schon gegen Dortmund boten wir eine engagierte Leistung und sorgten selbst in der Offensive für Gefahr. Da haben wir in Wolfsburg weiter gemacht. Allen voran Adil Chihi strotzt vor Selbstvertrauen. Der Angreifer ruft endlich die Leistung ab, die man von ihm erwarten kann. Er ist technisch gut, unglaublich schnell und mit Zug zum Tor. Mit seiner Technik kann er die Hinterreihen der Bundesliga durcheinander wirbeln. Das hat er gegen den VfL abermals bewiesen.
Ein Junge wie er macht dabei auch das Fehlen unseres Stammsturms vergessen. Nach den schwachen Auftritten von Podolski war sein Fehlen vielleicht sogar besser für den FC. Aber als gestern auch noch Nova absagen musste, wurde mir doch ein wenig mulmig. Wer sollte da noch die Tore schießen?
Pezzoni zum Beispiel. Nachdem gegen den BVB schon unsere Defensivleute vorne aushelfen mussten, besorgte diesmal Pezzoni für die frühe Führung. Einer der Spieler, die komplett unterschätzt werden. Aber erst seitdem Soldo Pezzoni als Abräumer installiert hat, steigern sich auch Petit und Maniche. Pezzoni verrichtet seinen Dienst unspektakulär, dafür aber enorm solide. Er hält dem Portugiesen-Duo den Rücken frei und steht nun sogar mal im Angriff am richtigen Fleck. Und so einen wollte ich eigentlich draußen lassen für das Spiel…
Obwohl der VfL recht schnell zurück kam, bewahrten wir die Nerven und suchten weiter den Weg zum Tor. Doch abermals sahen sich unsere Angreifer einem starken Ersatzschlussmann gegenüber. Nach Marc Ziegler in der Vorwoche, parierte nun Andre Lenz bärsenstark. Kurz vor der Pause gegen Chihi.
Wie man es besser macht, bewies Sebastian Freis. Er war anstelle von Novakovic im Angriffszentrum aufgeboten worden. Nicht Mc Kenna, sondern Freis. Der belohnte die Nominierung nicht nur mit einer gewohnt engagierten und laufstarken Leistung, sondern auch mit dem 2:1. Wie wichtig. Für Köln und für ihn. Ich mag Freis, weil ich seine Einstellung mag. Nur musste er endlich auch mal treffen.
Aufgelegt wurde der Treffer im Übrigen von Taner Yalcin, der für Podolski in der Startelf stand. Gleich im ersten Spiel legen die beiden sich gegenseitig auf. Respekt!
Freis wirkte wie beflügelt und obwohl Wolfsburg ein zweites Mal zurück kam, stürmte Köln immer wieder gezielt nach vorne. Da ist die enorme Schnelligkeit von Freis unersetzlich. Mit Leuten, wie ihm kann man den vermeintlichen Favoriten ganz elegant auskontern. Und wenn dann auch noch ein Chihi ebenso blitzschnell nachrückt, dann gewinnt man so eine Partie auch mal. Das i-Tüpfelchen unter diesem Abend.
Angetrieben von Freis und Chihi zeigte sich auch Maniche wieder erstarkt. Yalcin kann bei solchen Spielern weiter wachsen. Luxus.
Alles Friede, Freude, Eierkuchen?
Beileibe nicht!
Denn so schön es ist, dass es mittlerweile vorne richtig gut klappt (8 Tore in den letzten drei Spielen), dann fragt man sich, was unsere Defensive nun macht.
Haben sie sich gegen Dortmund immerhin als Torschützen ausgezeichnet, haben die Herren heute bedrohlich gewackelt. Allen voran Geromel und Mondragon.
Keine Ahnung, was da los war. Sicher kann einem gegen einen Dzeko schon mal schwindelig werden. Aber so verwirrt über den Platz zu irren. Bedenklich! Dass uns das mal nicht einreißt.
Was McKenna, der auf der Bank schmorrte da wohl gedacht haben mag?
Gegen Frankfurt müssen wir unsere defensive Sicherheit wiederfinden und vorne weiter so Dampf machen. Leute, wie Freis, Chihi und Pezzoni werden das Ding dann schon schaukeln. Für das Trio freut es mich wahrlich so unendlich.
Stimmen
Personalprobleme hatte sein Gegenüber auf Seiten des FC, Zvonimir Soldo, im Vergleich zur 2:3-Heimniederlage gegen Borussia Dortmund. Zwar stand der nach Bronchitis genesene Geromel wieder zur Verfügung und rückte für McKenna in die Innenverteidigung, dafür aber fehlte mit Podolski und Novakovic der etatmäßige Angriff. Freis und Yalcin waren die Vertreter des Sturm-Duos.
Kölns Torschütze Freis freute sich: “Poldi und Nova sind ausgefallen. Jetzt waren wir Jungs aus der zweiten Reihe am Zug und haben bewiesen, dass wir auch Tore schießen können.”
Der Star des Spiels: Kevin Pezzoni. War vor allem in der ersten Halbzeit die ordnende Hand im Kölner Mittelfeld und setzte aus der defensiven Zentrale immer wieder offensiv Akzente. Krönte sein starkes Spiel mit seinem ersten Saisontor.
Zahlen und Daten
Platz: 13
Punkte: 21
Tore: 15
Gegentore: 20
Nächster Gegner: Eintracht Frankfurt
| Köln 2 | McKenna, 82. Mohamad, 88. |
|---|---|
| Dortmund 3 | Hummels, 28., 45.+5 Großkreutz, 90.+1 |
Ich bin schwer in den Schlaf gekommen gestern.
Das abendliche Spiel hat mich noch eine Weile begleitet. Weil es bitter war. Und weil Fragen in meinem Kopf rumschwirrten: War das nun ein Fortschritt? War es Weiterentwicklung? Was war das?
Ich weiß es nicht!
Eine Niederlage.
Die Erkenntnis, dass so ein Spiel regulär auchmal 96 Minuten dauern kann und diese voll auskostet. Naja, nicht voll, aber zumindest bis zum Ende. Zwei Gegentore in der Nachspielzeit. Schlimmer kann es gar nicht kommen. Nicht für einen Fan. Nicht für das Herz eines Fans.
Wir haben uns gut geschlagen. Durchaus. Zwar vorrangig in der ersten Halbzeit. Aber immerhin. Der Eff Zeh hat sich nicht versteckt, sondern mutig nach vorne gespielt. Wir hatten Chancen. Chancen! Bitte nochmal: CHANCEN! Köln. Der 1. FC. Vor eigenem Publikum. Wahnsinn! Man hätte kaum mehr dran gedacht, aber wir können es doch. Nur fehlte anfangs noch die Präzision und am Ende stand Ziegler immer wieder im Weg. Aber immerhin. Wir spielen nach vorne. Munter, mutig und frei. So lieben wir das doch.
Nur war Dortmund gestern cleverer. In zwei Standards, wo Hummels am Höchsten stieg. Das darf so nicht passieren. Besonders nicht in der 45.+5
Nach der Pause auf einmal wieder der alte Trott. Wir trotteten über den Rasen. Völlig mutlos und unkreativ. Da erwarte ich mir von Leuten, wie Petit und Maniche mehr. Von Poldi sowieso, wobei der sich mit einem Bandscheibenvorfall für sein Team einsetzen wollte. Er schaffte es nicht und hat es nun vielleicht sogar noch schlimmer gemacht, sollte er nun länger ausfallen. Auch Chihi, der im ersten Abschnitt groß aufdrehte tauchte ab. Und so mussten die Abwehrspieler her, das Ruder doch noch umzureißen.
Allen voran McKenna, der bewies, dass er noch immer mit Herz und Seele beim Verein ist und eine gute Alternative ist. Zudem ein Typ, der unserem Kader aktuell gut tut. Nachdem er in der ersten Halbzeit schon ausgeknockt war, kehrte er auf den Rasen zurück, fightete und erzielte den Anschlusstreffer. Danach bewies Köln Moral. Das, war ich sehen möchte. Wenn die Fans in schlechten Zeiten weiter singen, erwarte ich, dass die Herren da unten weiter Dampf machen und Gras fressen. Und Ausgleichstreffer erzielen. Ich wäre fast ausgeflippt auf dem heimischen Sofa. Es wäre ein wunderbarer Abend gewesen.
Tja, wenn da nicht die Nachspielzeit und der Großkreutz gewesen wäre.
Aber war es nun gut oder schlecht?
Ich tendiere zu gut.
ABER!
Unsere Stürmer treffen weiter nicht. Zwei Tore daheim sind super. Aber die paar Abwehrspieler werden nicht immer zur Stelle sein können. Zudem musste unser Abwehrbollwerk drei Gegentreffer hinnehmen. Auch wenn Geromel fehlte, war das doch ein Rückschritt.
So hat uns die Partie wohl wenig bis nichts gebracht. Keinen Punkt und keine Erkenntnis. Die folgt dann hoffentlich in Wolfsburg…
Stimmen
Wir haben heute das erste Spiel in der Rückrunde verloren und dies nicht vollkommen unverdient, aber wie im Hinspiel vollkommen UNNÖTIG,BLÖD,UNPROFESSONELL und SCHEISSE!
Jürgen Klopp sprang auf, stürmte auf der Tribüne die Sitzreihe entlang und hüpfte wild jubelnd zurück in die Coaching-Zone. Der Trainer von Borussia Dortmund, kurz zuvor aus dem Innenraum verbannt, konnte nach einem Wechselbad der Gefühle sein Glück kaum fassen. Sekunden zuvor hatte Kevin Großkreutz unmittelbar vor dem Abpfiff den Siegtreffer zum 3:2 (2:0) des BVB beim 1. FC Köln erzielt und den Schwarz-Gelben drei Punkte beschert, die in einer turbulenten Schlussphase schon verloren schienen.
Im Kölner Rhein-Energie-Stadion entwickelte sich vom Start weg eine intensive und lebhafte Partie mit anfänglichen Vorteilen für die Gastgeber. Der FC kam über einen Petit-Freistoß (5.), einen Maniche-Hammer (9.) und einem Chihi-Vorstoß (12.) dem Torerfolg scheinbar immer näher.
Die Rede vom psychologisch ungünstigen Zeitpunkt eines Gegentores kurz vor dem Halbzeitpfiff ist bekannt, aber das kann nicht erklären, was nach der Pause geschah: Jeglicher Schwung dahin, ein Zusammenspiel fand nicht mehr statt, Spieler wie z.B. Adil Chihi, die in der ersten Halbzeit noch mutig Risiken eingingen und dafürauch belohnt wurden, fanden zurück zur eigentlichen Stärke des FC aus der Hinserie: Jeden offensiven Pass zum Gegner zu spielen. Direktemang.
Welch Wechselbad der Gefühle. Welche Bitternis. Der FC hatte Moral gezeigt und wurde grausam bestraft. Aber was bleibt als Fazit: der FC kann wieder Tore schießen. Und der FC lässt wieder Tore zu. Das RheinEnergieStadion verlässt den Level der Sterbenslangweiligkeit
Zu danken haben wir auch unserem großartigen Ersatzkeeper Marc Ziegler. Ich habe es schon öfter gesagt: Ich halte ihn nicht nur für einen erstklassigen Ersatz, den man immer bedenkenlos bringen kann, sondern auch für einen sehr sympathischen Charakter. In Köln bekam Ziegler noch genug zu tun, parierte mehrmals souverän, einmal sensationell bei einem Freis-Kopfball.
Unglaublich aber wahr: Ein Spiel, das als echter Langeweiler begonnen hatte, war innerhalb von zehn Minuten zum zweiten Mal gekippt.
Die Kölner rutschten damit wieder bis auf einen Punkt an den Relegationsplatz heran. Mit nur zwölf Treffern stellen die Kölner weiter den schwächsten Sturm der Liga, zudem verschärft sich die Krise von Lukas Podolski, der bereits seit 1121 Minuten auf ein Tor wartet.
Ob der gesundheitlich angeschlagene Podolski beim kommenden Spiel in Wolfsburg auf das Spielfeld zurückkehrt, ist fraglich: “Jeder, der schon einmal einen Bandscheibenvorfall hatte, weiß wie schmerzhaft das ist. Aber ich will nicht lange ausfallen. Mal sehen, wie es weiter geht.”
Bei der Bewältigung der neuen Krise wollen die Kölner nun reagieren wie auf die alte: Und Ruhe bewahren, wie FC-Manager Michael Meier am Sonntagabend ankündigte. Vor den Spielen in Wolfsburg und Frankfurt müsse man keine Angst haben, denn „unsere Auswärtsbilanz ist ja einigermaßen makellos“, wie Meier zudem befand.
Zahlen und Daten
Platz: 14
Punkte: 18
Tore: 12
Gegentore: 18
Nächster Gegner: VfL Wolfsburg
| Köln 3 | Geromel 37 Novakovic 70, 77 |
|---|---|
| Nürnberg 0 | Fehlanzeige |
Kann mich mal jemand kneifen, bitte.
3:0 gegen den 1. FC Nürnberg.
3:0.
In Worten: drei zu null.
Kurz musste ich ja überlegen, was ich auf meinem heimischen Sofa machen muss, als mir der Kicker das erste Tor verkündete. Später noch ein Zweites und ein Drittes. Was war da denn los?
Köln bestimmte die Partie und fuhr diesen verdienten Sieg ein. Er hätte sogar höher ausfallen können. Sieben zu null. Wäre lustig gewesen. Dann hätten wir mal glatt unsere bisherige Torausbeute innerhalb von neunzig Minuten verdoppelt. Aber sei’s drum. 3:0 ist viel mehr als ich erwarten konnte. Als ich erhofft hatte. Ein 1:0 wäre schon ein Traum.
Aber so wird es zusammen mit dem Schnee vor der Tür ein prachtvolles Weihnachten.
Ein versöhnlicher Abschluss der Saison, der Mut für die Rückrunde macht.
Mit einem einzigen Sieg sieht viel wieder nach Eitel Sonnenschein aus. Friede, Freude, Eierkuchen.
Ist es natürlich nicht, aber es fühlt sich doch verdammt gut aus.
Zehn Tore nach siebzehn Spielen sind natürlich weiterhin viel zu wenig. Achtzehn Punkte sind mindestens zwei zu wenig. Dafür sind fünfzehn Gegentore grandios. Platz zwölf ist nach dieser Hinrunde absolut optimal. Am Ende zwei Plätze weiter oben und dann passt das.
Dabei müssen wir natürlich weiter beachten (und uns fürchten), dass es nur zwei Punkte Vorsprung aus die Relegationsplätze sind. Und ja, auch zur Rückrunde wartet erstmal ein Hammerprogramm.
Wir werden uns erneut freischwimmen müssen, doch die letzten Spiele machen Mut, dass das gelingen könnte.
In den letzten vier Spielen haben wir keinen einzigen Gegentreffer gefangen. Es gab immerhin sechs Punkte. Drei weniger, als erhofft, aber doch befriedigend. Weil zum einen das 0:0 gegen Bremen dazwischen war und vor allem, weil sich unsere Mannschaft endlich gefunden hat.
Das haben sie gegen Nürnberg bewiesen.
Soldo hatte wie erwartet Yalcin für den gesperrten Maniche gebracht.
Was allerdings überraschte, war die Pause für Schorch. Für ihn bekam Brecko mal wieder eine Chance. Er soll sensationell trainiert haben. Sein Auftritt war wie immer solide.
Vorne machte Podolski wieder gut Alarm. Auch Chihi hat richtig Druck gemacht und einige Chancen eingeleitet. Wie beim 1:0 als sein Eckball direkt auf den Kopf von Geromel segelte und sich danach im Nürnberger Tor gemütlich machte.
In Hälfte zwei ging es munter weiter. Immer nach vorne. Und irgendwann auch wieder rein. Erneut war es Chihi, der die Gelegenheit einleitete. Er erkämpfte sich das Leder, trug den Ball nach vorne und spielte dann raus auf Poldi. Der passte mustergültig in die Mitte, wo Novakovic vollenden konnte. Poldi und Nova. Es kann also doch klappen. So kann es klappen. Dann kann man auch verkraften, dass Poldi seit mehr als tausend Minuten ohne eigenen Treffer geblieben ist.
Sieben Minuten später entschied erneut Nova die Partie endgültig.
Diesmal war es Petit, der die Ecke zum Angreifer zirkelte, der das 3:0 erzielte.
Hiermit begann die drei ihr magisches Werk zu beginnen.
Nicht nur, dass Chihi-Poldi-Nova schon vorher die Nürnberger Abwehr durcheinander gewirbelt hatte.
Novakovic erzielte den dritten Treffer des Tages.
Drei Tore hatte der FC zuvor in acht Heimspielen erzielt.
Drei Tore, die drei Punkte bescherte.
Zum Ende gab es die viel wichtigere Drei. Vielleicht ein Zeichen auf die Personalplanung im Winter (die eigentlich nicht stattfinden soll)
In Minute 90 wechselt Soldo zum ersten Mal in diesem Spiel. Ein deutliches Zeichen, wie er seiner Elf vertraut. Eine Weiterentwicklung. Interessant aber, wer da kam. Nicht etwa ein Schoch oder ein weiterer Youngster (Brosinski), der mal Bundesligaluft schnuppern darf. Stattdessen kamen Ishiaku, Womé und Mc Kenna. Drei Spieler, die keine Zukunft mehr in Köln haben. Drei Spieler, die man sicherlich im Winter ziehen lassen würde. Vielleicht war es sowas, wie ihr (kurzes) Abschiedsspiel. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die drei wirklich etwas Magisches hatte, an diesem Abend.
Einziger Wehrmutstropfen: Novakovic blieb in der Schlussphase der dritte Treffer in diesem Spiel versagt.
Man kann nicht alles haben. Aber dafür ist dann schließlich auch die Rückrunde da.
Stimmen
Die Soldo-Elf war über die gesamte Strecke das aktivere Team und den offensiv nicht stattfindenden und in der Abwehr anfälligen Gästen in allen Belangen überlegen.
Der FC feierte am Sonntagabend den höchsten Sieg seit dem Wiederaufstieg
Gemessen an den Leistungen der vergangenen Wochen lieferten die Kölner zu Beginn ein wahres Feuerwerk.
Wer das Spiel über 90 Minuten verfolgte sah eine Nürnberger Mannschaft, der man nicht einmal den Willen absprechen konnte … es fehlte an jeder Art von Idee und den individuellen wie mannschaftlich taktischen Möglichkeiten den Kölnern, die nun wahrlich auch kein Feuerwerk abgebrannt haben, eine Antwort geben zu können.
Für die Kölner war durch die Saisontore 8 bis 10 der Minusrekord von Pleiten-Klub Tasmania Berlin, der 1965/66 in der Hinserie nur 8 Treffer geschossen hatte, kein Thema mehr.
Zahlen und Daten
Platz: 12
Punkte: 18
Tore: 10
Gegentore: 15
Nächster Gegner: Borussia Dortmund
| Freiburg 0 | Fehlanzeige |
|---|---|
| Köln 0 | Fehlanzeige |
Soldo hat seine Formation gefunden. Immerhin. Hat die Hinrunde doch etwas gebracht. Auch wenn es nicht attraktiv ist, was wir somit auf den Rasen bringen und sicherlich defensiver, als wir uns vor dem Saisonstart erhofft haben. Aber Soldo hat die Zeichen der Zeit erkannt und stellt sein Team mittlerweile danach auf, was sie spielen kann und nicht danach, was sie spielen soll. Soldo entwickelt sich mit seinem Verein weiter. War klar, dass es so kommen muss, wenn man einen unerfahrenen Trainer einstellt. Von daher irgendwie alles richtig gemacht bisher… und nebenbei auch noch einen neuen Bundesligarekord aufgestellt.
Durch das 0:0 gegen den SC Freiburg haben wir schon zum sechsten Mal in Folge auswärts keinen Gegentreffer kassiert. Das gelang bisher noch keinem Verein in der Bundesligageschichte. Ein Verdienst der guten Hintermannschaft, aber zuletzt auch ein großer Verdienst von Soldo, der seine Jungs so defensiv einstellt und mit Pezzoni einen weiteren Ausputzer installiert hat. Aktuell ein Erfolgsgeheimnis. Wir stehen hinten noch besser und Pezzoni könnte gar unser Schlüsselspieler werden. Die Spitze der aktuell sechsbesten Abwehr der Liga.
Dafür läuft es offensiv weiterhin alles andere als grandios. Erneut kein Tor. Zum mittlerweile auch schon vierten Mal in Folge. Wenig unbefriedigend.
Aber selbst im Angriff kann man weitere Fortschritte zu erkennen. Novakovic stellt sich wieder mehr in den Dienst der Mannschaft. Podolski rennt wieder mehr und sucht den Abschluss. Wenn da am Samstag nicht die Latte gewesen wäre. Chihi spielt sich weiter in die Mannschaft und überzeugt mit seinem Antritt und der Laufbereitschaft. Petit fühlt sich mit der Absicherung Pezzoni merklich wohler und verfehlte das Gehäuse in den letzten beiden Spielen nur knapp. Irgendwann wir so ein Schuss von Petit oder Poldi mal rein.
Von daher blicke ich zumindest optimistisch in die Zukunft, würde aber durchaus positiver nach vorne schauen, wenn dieser Treffer noch vor der Winterpause fällt. Denn danach wartet wieder das Hammerprogramm auf uns.
Stimmen
Es war nicht gerade ein Nachmittag zum erinnern, der gestrige, eher zum vergessen. Drum wird der kommende Artikel auch nicht sehr lang werden.
Es war die erste Begegnung mit Freiburger Beteiligung in dieser Saison, in der kein Treffer fiel!
Damit hatten die beiden Kontrahenten ihr Pulver in der Offensive für die erste Halbzeit auch fast schon verschossen. Immer wieder schlichen sich hüben wie drüben Fehler im Aufbauspiel ein. Die Fehlpässe machten das Herausspielen von Torchancen fast unmöglich.
Seit mittlerweile 371 Minuten ohne Tor, erst sieben Treffer nach 16 Spieltagen und ein Starstürmer, der seit 971 Minuten nicht mehr getroffen hat – nach dem dritten torlosen Remis in Folge und dem insgesamt sechsten 0:0 des 1. `Flaute Club´ Köln.
Mit neidischen Blicken schauten die Fans auf die Anzeigetafel, wo im Minutentakt die Tore fielen – in Mönchengladbach beispielsweise eins mehr, als der FC in der ganzen Saison geschossen hat!
Beide Kontrahenten erspielten sich aber keine zwingende Torchancen. Es fehlten Kreativität und Durchschlagskraft. Zudem agierten die Offensivabteilungen häufig zu umständlich: Statt den direkten Weg aufs Tor anzustreben, entschärften sie durch Querpässe oft selbst die Situation.
Zahlen und Daten
WeiterlesenPlatz: 14
Punkte: 15
Tore: 7
Gegentore: 15
Nächster Gegner: 1. FC Nürnberg
| Köln 0 | Fehlanzeige |
|---|---|
| Bremen 0 | Fehlanzeige |
Die Hoffnung stirbt zuletzt und manchmal sind sogar die Geißböcke schneller. Also mit dem einen Zähler hätte ich nun wahrlich nicht gerechnet. Torlos gegen Bremen. Vorne (wie immer) und hinten (wie so oft). Astrein, darauf können wir doch aufbauen. Hauptsache, die Jungs haben jetzt nicht zu viel Selbstvertrauen getankt, dass sie die kommenden – viel wichtigeren – Spiele nicht auf die ganz leichte Schulter nehmen. Wir müssen das so einordnen, wie es nun mal ist: Dieser eine Zähler ist Bonus. Nicht mehr und nicht weniger!
Dabei hatte es gar nicht so gut begonnen. Noch vor dem Anpfiff musste Mondragon kurzfristig passen. Kessler ersetzte ihn. Zur Halbzeit ging auch Ehret raus. McKenna kam hier.
Kessler wirkte nervös und die fehlende Spielpraxis war deutlich zu spüren. Aber wenn er gefordert wurde, war der Jungs da. Wenn auch nur im Nachfassen. Eine Erkenntnis aber bleibt: Kessler ist einfach ein guter Backup für Mondragon und eigentlich würde ich ihn gern sehen, wenn er eine Saison als Nummer eins beginnen darf. Vielleicht schon 2010/2011 mit Mondy als Backup?
Bei Ehret’s Auswechslung war ich doch überrascht. Denn Mc Kenna durfte rein und nicht Womé. Oder Brecko. Hat Soldo das Vertrauen in das Duo verloren? Besonders in Womé? Nicht die schlechteste Entscheidung, da der Kameruner seine beste Zeit durchaus schon hinter sich hat und trotz (früherer) Klasse eher ein Unsicherheitsfaktor ist.
In Hälfte zwei hat Köln damit im Schalker System gespielt, das auch in Österreich angedacht wird: Vierkette bestehend aus vier Innenverteidigern.
Test bestanden, auch in Halbzeit zwei gab es keinen Gegentreffer.
Dank hierbei an Almeida, Frings und Co., die die (vergleichsweise wenigen) Chancen vergaben.
Dadurch hätte Köln im Gegenzug gut und gern noch den Siegtreffer erzielen können. Doch nachdem Novakovic zwei Riesenchancen liegen ließ, vergab später auch Podolski. Wenn hier schon das Quentchen Glück auf unserer Seite wäre… ach, denken wir nicht drüber nach.
Es sieht aber wieder gut aus. Weil wir defensiv weiter stabil stehen und selbst einem Bremer Offensivwirbel (glücklicherweise ohne Özil) Stand halten können und vor allem, weil wir uns vorne wieder Chancen erspielen. Da muss nur mal ein Ding reingehen. Am Besten zwei. Eins für Nova und eins für Poldi. Vielleicht platzt dann der Knoten.
Nach zuletzt zwei Heimniederlagen erkämpfte sich der FC endlich mal wieder einen Punkt vor heimischen Publikum, während Werder auch im 23 Spiel in Folge ohne Niederlage blieb. Beide Teams blieben durch das 0:0 zum achten Mal in dieser Saison ohne Gegentor.
Aber wie gesagt, wir dürfen diesen einen Zähler nicht zu hoch bewerten. In Freiburg und gegen Nürnberg kommt es darauf an, da müssen wir punkten, sonst ist ein Punkt gegen Bremen nur Makulatur. Gelingen mit den neuen guten Ansätzen doch noch zwei Siege, stünden wir zur Halbzeit bei 20 Punkten. Als über dem, was man zuletzt erhoffen konnte. Doch diese Anzahl ist gar nicht so unrealistisch. Dank Bremen. Und weil endlich die Einstellung stimmt!
Platz: 14
Punkte: 14
Tore: 7
Gegentore: 15
Nächster Gegner: SC Freiburg
| Bochum 0 | Fehlanzeige |
|---|---|
| Köln 0 | Fehlanzeige |
Der Job scheint erstmal gerettet. Soldo darf weiter den 1. FC Köln coachen. Nicht mehr und nicht weniger. Bis zur Winterpause werden Overath & Meier jetzt wohl erstmal abwarten. Zwar empfangen wir nächsten Sonntag Werder Bremen, aber danach haben wir noch zwei gute Möglichkeiten dreifach zu punkten. Gegen Freiburg und Nürnberg. Fahren wir da dann irgendwie noch sechs Punkte ein, stehen wir im Winter immerhin bei 19 und könnten etwas beruhigter Weihnachten feiern. Vielleicht mit neuem Personal unter dem Tannenbaum, um dann in der Rückrunde nochmal aggressiver anzugreifen.
Die Grundlagen hat Soldo immerhin gelegt.
Er nahm die Chance der Talfahrt beim Schopfe, um in der Offensive etwas umzustellen und doch auf junge Spieler zu setzen. Ich hoffe aus Überzeugung und nicht auf Druck der Fans, die Yalcin und Chihi gefordert hatten. Im Kicker hatte Soldo ein Interview gegeben, in dem er betonte auf erfahrene Spieler setzen zu wollen. Entweder eine geschickte Finte oder er beugt sich dem Druck der Massen.
Egal wie. Yalcin und Chihi übernahmen die Positionen hinter Novakovic, der auf Grund der kurzfristigen Verletzung von Ishiaku noch eine Chance erhielt.
Maniche und Petit räumten dahinter ab, abgeschirmt von Pezzoni.
Ehret musste einmal mehr nach links hinten. Zwar geht dem FC dadurch etwas Druck in der Offensive verloren, aber immerhin stand die Abwehr sicher.
Ob es nun an der Umstellung lag oder am Gegner, mag ich nicht beurteilen. Auf jeden Fall trat Köln motivierter auf und suchten konsequenter den Weg nach vorne. Die Einstellung stimmte diesmal, weswegen sich die Spieler die Frage gefallen lassen muss, warum sie dieses Auftreten nicht auch in den letzten Wochen abrufen konnten. Oder wollten?
Oder hatte Soldo tatsächlich Spieler ausgemacht, die sich nicht für den Verein zerreißen? Der Trainer hatte zumindest noch vor dem Anpfiff festgestellt, dass er nur noch Spieler nominiert, denen er zu 100% vertraut. Dass Nova dabei spielen durfte, sei’s drum. Das ist nur eine Zweckehe, weil Soldo einen Knipser, wie Novakovic benötigt und Nova sich anbieten muss… für einen Wechsel. Vielleicht schon im Winter?!
Brecko musste draußen bleiben. Genauso wie Freis. Und Womé. Spieler also, denen Soldo den Abstiegskampf nicht mehr zutraut. Obwohl ja gerade die beiden Erstgenannten eher solide Arbeiter sind. Sei’s drum.
Das Gebilde sah wieder mehr wie eine Mannschaft aus.
Die Abwehr stand solide. Diesmal nicht überragend, wurde aber auch erst in der zweiten Halbzeit gefordert.
Pezzoni war der erwartete Turm in der Schlacht. Wie der Junge seine Aufgaben meistert. Respekt!
Dadurch konnten Petit und Maniche mehr ihre spielerische Stärke ausspielen und Petit bot mal endlich wieder eine ordentliche Partie. Schade, dass sein Schuss nur am Pfosten landete. Dieses Dreieck hat Zukunft, wobei sich Maniche noch mehr in die Vorwärtsbewegung einschalten muss.
Yalcin ist und bleibt ein Zentralspieler. Auf dem Flügel kann er seine individuelle Stärke einfach nicht ausspielen.
Chihi war bemüht und hat sich eine weitere Chance mehr als nur verdient. Fleißig, agil und mit Auge für den Nebenmann.
Wie kurz vor Schluss, als er Novakovic in Szene setze. Aus der Drehung hätte doch noch der Siegtreffer fallen können. Nova nicht überragend, aber wieder mehr bei der Sache.
Spannend wird es, wenn Podolski zurück kehrt. Er dürfte für Yalcin in die Elf rücken. Aber auf dem linken Flügel, wäre auch er verschenkt… oder lässt Soldo dann vielleicht Novakovic doch draußen?
Ich bin erstmal zufrieden.
Zufrieden mit der Einstellung.
Zufrieden mit den Umstellungen.
Zufrieden mit den Möglichkeiten.
Darauf kann Köln aufbauen, zum eigenen Spiel finden und dann hoffentlich noch (irgendwie) die sechs Punkte bis zur Winterpause einfahren.
Platz: 14
Punkte: 13
Tore: 7
Gegentore: 15
Nächster Gegner: Bremen
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