| Köln 2 | Tosic, 9 Freis, 84 |
|---|---|
| Freiburg 2 | Idrissou, 31 57 |
Wie an anderer Stelle schon geschrieben, war ich am Wochenende in Gelsenkirchen. Vom letzten Heimspiel der Saison habe ich deshalb nur recht wenig mitbekommen. Ich stand im Block, freute mich mit den Knappen und schaute immer wieder nach oben auf die Anzeigetafel. Nach dem 1:0 war ich erleichtert und noch besser gelaunt. Nach dem 1:1 hatte ich ein wenig Bammel, sah aber noch alles im Lot. Das 1:2 ein Rückschlag, aber der – aufgrund der Ergebnisse von den anderen Plätzen – doch in Freude überschwappte, da ich dem SC den Klassenerhalt so sehr wünschte. Das 2:2 war dann doch noch die Erleichterung zu spüren, da ich doch nur sehr ungern mit einer Heimniederlage in die Sommerpause gegangen wäre.
Ich las dann noch die Torschützen und freute mich besonders für Freis, der einmal mehr bewies, dass er es kann und eigentlich ins Team gehört. Tosic fehlt jetzt nur noch ein Treffer, um zusammen mit Novakovic (6) der beste Torjäger der Saison zu sein. Ein neuerlicher Beweis seiner Klasse, aber vor allem ein Armutszeugnis für unsere reinen Angreifer, die dafür eine komplette Saison Zeit hatten.
Weiterlesen| Bremen 1 | Frings, 91 |
|---|---|
| Köln 0 | Fehlanzeige |
Ich habe nichts vom Spiel gesehen. Rein gar nichts. Ich habe gegrillt und die Sonne genossen. Oft, wenn ich keine Bilder erhaschen kann, suche ich zumindest nachträglich noch mal Videos raus, um einen besseren Eindruck vom Spiel gewinnen zu können. Diesmal nicht.
Man kann nicht mal sagen, dass ich dazu einfach keinen Nerv mehr hatte. Schließlich haben wir am Wochenende nicht mit 1:5 verloren. Es war ein knappes 0:1, das sogar erst in der Nachspielzeit erzielt wurde. Durch einen Handelfmeter. Bremen, bedankt euch bei Geromel!
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Richtig unglücklich, weil ich mich schon auf den einen Punkt gefreut hatte, nachdem ich in der 80. Minute mal kurz im Teletext geluschert hatte. Schade, echt schade. Wäre doch eine runde Sache gewesen.
Trotzdem.
Das ist in Ordnung. Ein Bremer Offensivfeuerwerk hätte die ganze Geschichte wesentlich deutlicher aussehen lassen. Dass es nicht so gekommen ist, verdanken wir unserem überragenden Schlussmann Thomas Kessler, der kurzfristig einspringen musste und mit starken Paraden Werbung in eigener Sache betrieb. Es war dann wohl seine letzte Partie für den FC. Ein glänzender Schlusspunkt. Schade eigentlich, dass das Eigengewächs nicht die Chance erhält Mondragon einestages zu beerben. Da geht wieder ein Nachwuchsmann von Bord.
Die anderen Talente des Tages durften sich über die gute Leistung der ersten Elf auch nicht wirklich freuen. Da es lange so eng war und der Punkt schon winkte, mussten Salger, Yabo und Yalcin auf der Bank Platz nehmen und diese 90 Minuten wärmen. Vielleicht dürfen sie dann in den nächsten beiden Spielen noch (weitere) Bundesligaluft schnuppern.
Für mich überraschend, dass Maniche wieder von Beginn an ran durfte. Ein Zeichen, dass er bleiben wird? Dass man auf ihn baut? Kicker gibt ihm die fünf. Muss nicht zwingend was heißen. Wie habt ihr seine Leistung gesehen? Genau wie der Portugiese kürte der Kicker auch Novakovic zum schlechtesten Spieler. Beide mussten raus. Ob dann vielleicht demnächst die Jungen sogar mal direkt vom Start weg eine Chance bekommen?
Ich würde es begrüßen. Wirklich verfolgen kann ich die kommende Partie aber auch nicht. Ich wildere auf Einladung einer Exil-Schalkerin mal Gelsenkirchen und werde verstärkt auf Toreinblendungen aus Köln warten… zwischendurch… denn vorrangig schau ich mir erstmal die Arena an und hoffe auf guten Heim-Fußball. Ist in Köln ja nicht unbedingt angesagt.
Stimmen
In der ersten Halbzeit spielte der FC diszipliniert wie man es kennt und hatte gegen ratlos scheinende Bremer die 1000% Chance: Poldi nach feinem Doppelpass mit rechts völlig frei und unbedrängt an Wiese und am Tor vorbei! So etwas darf nicht passieren!
Die Gäste verteidigten nun nicht mehr so souverän wie zuvor in der ersten Spielhälfte. Werder investierte jetzt mehr, Chancen folgten auf dem Fuß.
Nach einer perfekten Ehret-Flanke von der linken Seite tauchte Novakovic (72.) frei im Strafraum auf und hämmerte den Ball aus zentraler Position an die Latte.
Hand! Hand! 35.000 Werder-Fans schreien sich die Kehle aus dem Leib und trauen ihrer Wahrnehmung nicht. Der Kölner hatte Hand gespielt. In der Nachspielzeit! Am langen Pfosten. Bei Werders allerletzter Chance. Unfassbar! Und der Schiri? Elfer? Elfer!
Schiedsrichter Winkmann schickte den FC-Verteidiger folgerichtig mit Rot vom Feld und entschied auf Elfmeter: Ex-Nationalspieler Thorsten Frings ließ sich die Chance nicht entgehen und verwandelte unhaltbar für Kessler zum 1:0-Siegtreffer für die Gastgeber (90.+1).
90 Minuten Dauergesang der FC-Fans in Bremen. Das Stadion fest in kölscher Hand. Da staunten die grünweißen Zuschauer nicht schlecht. Soviel Fan-Power ist man an der Weser nicht gewohnt.
„Die Diskussion war ja, ob meine Mannschaft ohne Druck funktionieren würde. Aber sie hat 90 Minuten lang gekämpft. Darum ist es bitter, so zu verlieren“, sagte FC-Trainer Zvonimir Soldo.
`Vorher sind wir angerannt und haben alles versucht, aber es war heute sehr schwer. Wir mussten es am Ende mit langen Bällen versuchen. Das ist nicht immer das schönste Mittel, aber es hat am Ende geholfen.´
Zahlen und Daten
Platz: 13
Punkte: 37
Tore: 31
Gegentore: 39
Nächster Gegner: SC Freiburg
| Köln 2 | Tosic 15, 78 |
|---|---|
| Bochum 0 | Fehlanzeige |
Also da hatte ich mal (ausnahmsweise) einen richtigen Riecher gehabt. Wenige Stunden vor der Partie tippte ich Zoran Tosic als Torschütze für den Abend und siehe da, der Serbe schlug zu. Doppelt sogar und das reichte dann sogar für den dritten Heimsieg der Saison. Man könnte jubilieren, nach dem 2:0. Dem zweiten in Folge, der dann auch den Klassenerhalt nun (wohl) endgültig klargemacht haben dürfte.
Aber richtig jubeln kann man nicht.
Eher sollten wir uns artig bei Bochum bedanken. Der VfL war erschreckend schwach und ließ den FC einfach gewähren. Also entweder können sie nicht oder sie hatten die bisherigen Heimspiele der Kölner nicht analyisert. Gäste wurden da zuletzt regelmäßig freundlich eingeladen, sich selbst in Szene zu setzen und wichtige Dreier mit nach Hause zu nehmen. Bochum stand tief, wartete ab und tat so, als wollte man an diesem Abend gar nicht Fußball spielen.
Mir soll’s recht sein.
Der Sieg war wichtig. Zum einen natürlich für die Mannschaft, die sich bewies, dass sie es kann. Zum anderen natürlich für die Fans, die endlich mal wieder zu Hause feiern durften. Und ganz besonders Soldo, der damit zumindestens einen Teil der Kölner Saisonziele erreichen kann. Völlig unnötig, dass er erneut in Frage gestellt wird, wo er keine schlechtere Bilanz als Messias Daum aufweist. Aber anderes Thema.
Freuen wir uns über den wichtigen Sieg und über Zoran Tosic. Dessen beide Tore drücken mir aber Tränen in die Augen, wenn man bedenkt, dass er uns im Sommer wieder verlassen wird. Mit seinem Traumpass zum 1:0 hat Yalcin aber bewiesen, dass er den Serben zwar nicht gleichwertig, aber doch ansatzweise ersetzen könnte. Wenn man ihn denn lässt und kein passender Tosic-Ersatz gefunden werden sollte.
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Stimmen
Gegen den VfL begann die Mannschaft meines Herzens engagiert, fast schon druckvoll und willens es den Fans Recht zu machen. Schüsse aus allen möglichen Lagen aufs Tor, passischer und immer um Spielkontrolle bemüht.
Yalcin hob das Spielgerät aus dem Mittelfeld über die komplette Bochumer Defensive und fand den in Position gelaufenen Tosic. Die ManUnited-Leihgabe umkurvte Heerwagen und schob das Leder aus spitzem Winkel zum 1:0 über die Linie (15.).
Danach bemühten sich die Gäste, Druck aufzubauen, standen aber einer sicheren FC-Abwehr gegenüber. Bochumer Torchancen blieben deshalb bis zum Pausenpfiff Mangelware.
Es lag auch an den gestern sehr überzeugenden defensiven Mittelfeldspielern Petit und Adam Matuschyk, dass Bochums Spiel nicht stattfand. Petit grätschte (erfolgreich) wie lange nicht mehr, Matuschyk löste seine Aufgabe mit dem Geschick seines überzeugenden Könnens
Durch den frühen Rückstand musste Bochum seine defensive Haltung aufgeben, blieb jedoch leidenschafts- und einfallslos. In der ersten Halbzeit musste FC-Schlussmann Faryd Mondragon keine gefährliche Situation vor seinem Tor entschärfen. Stattdessen wehrte Heerwagen einen Schuss von Fabrice Ehret (38.) aus spitzem Winkel zur Ecke ab.
Nach rund einer Stunde hätte Tosic beinahe für die Vorentscheidung gesorgt, seine Bogenlampe aus rund 25 Metern lenkte Heerwagen aber mit den Fingerspitzen über die Latte, ein Schuss des sehr spielfreudigen Lukas Podolski aus ähnlicher Distanz verfehlte ebenfalls knapp sein Ziel (64.).
78. Minute: Nach Doppelpass mit Poldi macht Tosic aus zehn Metern das 2:0. Das vierte Saisontor der serbischen Leihgabe von Manchester United.
Und mit Reinhold Yabo, der kurz vor Schluss für Tosic eingewechselt wurde, gab ein weiterer Spieler aus dem FC-Nachwuchs sein Bundesliga-Debüt in dieser Saison.
Drei Jahre in Folge in der höchsten Spielklasse – der größte Vereinserfolg seit 1997, den Verein, Mannschaft und Fans feiern können! Da sage noch einer, wir wären größenwahnsinnig und realitätsfern.
Kölns Coach Zvonimir Soldo hob die gute Teamleistung seiner Mannschaft hervor, lobte aber auch den Doppeltorschützen: `Tosic ist ein junger Spieler, der nach und nach immer besser wird. Wir werden alles versuchen, dass er bei uns bleibt, auch wenn es schwer wird.´
Zahlen und Daten
Platz: 11
Punkte: 37
Tore: 31
Gegentore: 38
Nächster Gegner: SV Werder Bremen
… und klebt am Besten direkt noch den Stadionnamen ab.
| Hoffenheim 0 | Fehlanzeige |
|---|---|
| Köln 2 | Matuschyk, 46. 82. |
Nein, der 1. FC Köln war gestern nicht wirklich stark und überzeugend. Aber immerhin ging der Ball mal wieder ins Tor. Es wurden wieder drei Punkte eingefahren. Die Auswärtsbilanz wurde mit dem Sieg bei 1899 Hoffenheim weiter aufpoliert.
Dabei präsentierten sich beide Mannschaft nicht zweitklassig. Erstklassig sowieso nicht. Die Begegnung erinnert eher an dritt- oder viertklassige Teams. Da lief nur wenig zusammen. Beiden Vereinen war die Verunsicherung anzumerken. In der Offensive setzte keiner Akzente. Hoffenheim hatte noch die besseren Möglichkeiten, aber was vor einem Jahr noch fast selbstverständlich reinging, wurde diesmal verzogen und leichtfertig vergeben. Köln sorgte vielleicht nur zwei Mal ernsthaft für etwas Gefahr. Das reichte diesmal für zwei Treffer. Weil sich ein Youngster den Mut nahm, um zwei Mal aus der Distanz abzuziehen. Matuschyk hat eine überraschend beeindruckende Schusstechnik. Wie er das Leder völlig unbekümmert in den Winkel geknallt hat, chapeau! Damit sollte er seinen Platz in der Mannschaft bis zum Ende der Saison sicher haben.
Matuschyk hat eine tolle Bewerbung abgeliefert. Er wird sich in Zukunft nicht zum Spielmacher entwickeln, aber zu einer guten Lösung auf der Halbposition. Ein Spieler, der nach hinten arbeitet, aber auch in der Vorwärtsbewegung Akzente setzt und mal abschließt, wie gegen Hoffenheim. Wenn sich der Junge weiter so entwickelt und auf dem Boden bleibt, hätte ich wohl keine Probleme, wenn ein Maniche oder ein Petit dem Geißbockheim im Sommer den Rücken kehrt (können wir ja gegen den VfL testen, wenn Maniche nach zehnter gelber Karte fehlt). Vor allem verzeihen wir Fans einem Eigengewächs auch mal ein schlechteres Spiel.
Michael Meier hat damit eine Sorge weniger, wenn er den Kader für die kommende Saison trotz leerer Kassen planen muss.
Gleichzeitig geht der Eff Zeh den Weg mit jungen, entwicklungsfähigen Spielern weiter, die idealerweise noch aus dem eigenen Nachwuchs kommen. Chihi und Pezzoni haben es vorgemacht. Schorch ist nachgezogen. Nun könnte mit Matuschyk der Nächste folgen.
Die Planungen können nun etwas intensiver in Angriff genommen werden.
Auch wenn ich sicher noch nicht den Klassenerhalt bejuble. Dafür bin ich immer noch zu ängstlich und abwartend. Aber es lässt sich wieder besser an. Auch, wenn wir am nächsten Wochenende fast schon erwartungsgemäß gegen Bochum verlieren.
Es sei denn, die FC-Fans kleben vorher “Rhein Energie Stadion” ab und bleiben dem Spiel einfach mal fern.
Stimmen
Der FC setzte auf seine bewährte Auswärtstaktik, stand sehr tief in der eigenen Hälfte und wartete auf Konter, während die Hoffenheimer vergeblich versuchten, die FC-Defensive zu durchbrechen.
In der 16. Minute zeigten die Hausherren den ersten erfolgversprechenden Vorstoß, als Obasi den Ball steil auf Ibisevic durch die Kölner Viererkette stecke. Der Bosnier scheiterte zwar an Mondragon im Kölner Tor, doch der Abpraller landete wieder bei Obasi, der sofort abzog. Geromel konnte aber den Schuss des Nigerianers im letzten Moment ablenken.
Nachdem Maniche (43.) – den Fabrice Ehret gut im Strafraum freigespielt hatte – die letzte Chance der ersten Hälfte vergeben hatte, ging es mit dem 0:0 in die Pause.
50 Sekunden nach dem Seitenwechsel sorgte Matuschyk mit einem sehenswerten Weitschuss-Tor für den ersten echten Höhepunkt.
Die Hoffenheimer Fans reagierten auf den Rückstand mit Beschimpfungen der eigenen Profis und dem Ausrollen eines Plakats mit der Aufschrift `Rangnick raus´. Die Chance zum Ausgleich vergab Ibisevic (75.), dann schlug Matuschyk nochmals zu.
Zahlen und Daten
Platz: 13
Punkte: 34
Tore: 29
Gegentore: 38
Nächster Gegner: VfL Bochum
| Köln 0 | Fehlanzeige |
|---|---|
| Berlin 3 | Raffael 25, 45
Cicero 75 |
Ganz ehrlich, was soll man nach so einem Spiel schreiben?
Der 1. FC Köln hat einmal mehr vor eigenem Publikum keine überzeugende Leistung abgerufen. Abrufen können. Irgendwie scheinen die Spieler zu verkrampfen, wenn sie die Choreo ihrer Anhänger sieht. Trotz eines 5:1 im Rücken und dem Tabellenletzten vor der Brust, gelingt es dieser Mannschaft nicht, hinten sicher zu stehen und vorne eiskalt zu knipsen.
Stattdessen vergeben wir vorne die ersten Chancen, ziehen uns dann verunsichert zurück und patzen defensiv so dermaßen, dass der Gegner fast nur noch einschieben muss.
Berlin hat clever gespielt. Der gesamte Druck lastete auf den Hauptstädtern und wie sie diesen aktuell trotzen ist beeindruckend. Da ziehe ich meinen Hut. Eigentlich schon abgeschrieben und nun doch mit kleinen Chancen. Vor allem beweisen sie, dass sie mehr als nur mithalten können. Die Saison haben sie vorher verloren. Im Gegensatz zum FC, der die Spielzeit im Schlussspurt verlieren kann. Oder aber noch richtig retten.
Denn in den schweren Partien zu Beginn einer Halbserie zogen sich die Geißböcke überzeugend aus der Affäre, um dann gegen die “vermeintlich leichten Gegner” die schöne Ausgangsposition zu verspielen. Wir hätten uns freispielen können, um dann weiter nach oben zu blicken.
Stattdessen müssen wir nun leicht ängstlich gen Relegationsplatz blicken. Erst recht, da es jetzt gegen die Teams aus dem Keller geht. Aber vielleicht braucht Köln den Druck, um überzeugen zu können. Was ein Armutszeugnis wäre für die Mannschaft. Ohnehin frage ich mich, was in den Köpfen von den Jungs vorgeht. So unkonstant kann man eigentlich gar nicht spielen. Und wenn ich mir die Tore nochmal in Ruhe angeschaut habe, dann frage ich mich, wo die Ruhe, das Stellungsspiel und die Zweikampfstärke unserer zentralen Verteidigung geblieben ist? Wurde die Hintermannschaft letzte Saison und bis zum Winter noch hochgejubelt, ist sie nun nur noch ein Schatten ihrerselbst und nur peinlich. Das Debakel gegen Berlin aber auch Mohamad, Geromel und Mondragon zu schieben, wäre zu einfach. Eher wünsche ich mir hier wieder eine Einheit, die kompakt auch noch hinten arbeitet.
Idealerweise schon gegen Hoffenheim. Mit einem torlosen Spiel wäre ich da schon zufrieden. Dass dann Mohamad fehlt, ist bitter. Sein Rot war jedoch notwendig. Hätte er Ramos ziehen lassen, wäre das schon das 0:3 gewesen. Vielleicht tut dem Libanesen eine Pause ganz gut. Soldo sollte jetzt Stärke zeigen und sein Team einer genauen Prüfung unterziehen. Wer zieht noch am selben Strang? Wer hat den Abstiegskampf verinnerlicht? Wer frisst in dieser Situation Gras? Falls sich tatsächlich nicht elf Mann finden (was aktuell den Anschein hat), dann gehören halt Amateure ins kalte Wasser geschmissen. Wann, wenn nicht jetzt?
Gerade das Mittelfeld setzt eigentlich kaum noch Akzente. Über die volle Spielzeit. Egal, ob Petit, Maniche oder Tosic. Sie alle nehmen sich immer wieder Pausen. Pausen, die unsere Gegner eiskalt bestrafen. Wenn die Mannschaft keine Trotzreaktion zeigt, dann wird es echt eng.
Zum Glück geht es jetzt erstmals wieder auf Reisen. Und danach?
Vielleicht sollten wir bei der DFL ein freiwilliges Geisterspiel beantragen. Vielleicht klappt es dann in dieser Saison doch noch mit einem Heimsieg.
Stimmen
Einen kapitalen Bock von Hertha-Keeper Jaroslav Drobny konnte Novakovic aber nicht nutzen (2.). Doch der Elan verpuffte relativ schnell. Die Gäste hatten in der ersten Hälfte keine Chancen, gingen aber trotzdem in Führung.
Vor dem 0:1 durfte Ramos am Kölner Strafraum in aller Ruhe den Ball führen. Der Kolumbianer wagte einen Schuss, obwohl er eigentlich hätte abspielen müssen. Doch der abgeblockte Versuch kam zu Raffael, der gegen Mohamad und Geromel aus nächster Nähe einschoss.
Nur zwei Minuten später hätten dann die Kölner den Ausgleich markieren müssen: Nach einer Tosic-Ecke von links verlängerte Sebastian Freis per Kopf auf den langen Pfosten, wo Novakovic völlig freistehend aus zwei Metern ans Lattenkreuz köpfte (27.).
In der 43. Minute zirkelte der starke Tosic einen Freistoß aus etwa 25 Metern genau auf den rechten Winkel. Drobny klärte den Ball aber mit den Fingerspitzen und rettete seinen Farben damit die Führung. Diese baute Raffael (45.) kurz später sogar noch aus.
Peinlich wurde es dann in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Zunächst kam FC-Torwart Faryd Mondragon nach einer Ramos-Flanke zu spät, dann konnte Mohamad nach einem Kopfball von Lukas Piszczek den Ball nicht wegschlagen.
Ramos, der im Mittelfeld mehrere Kölner düpierte und alleine auf Mondragon zueilte, wurde vom hinterhersprintenden Mohamad ins Straucheln gebracht. Der Berliner schleppte sich noch in den Strafraum und sank dann zu Boden. Referee Peter Gagelmann entschied auf Freistoß und Rot für den Libanesen (73.).
Es ist schon eine blamable Leistung, die wir da abgeliefert haben. Dafür den Trainer verantwortlich zu machen, ist mir zu einfach. Die Spieler müssen sich selbst hinterfragen“, sagte Manager Michael Meier, der Trainer Zvonimir Soldo aus der Schusslinie nahm.
Zahlen und Daten
Platz: 13
Punkte: 31
Tore: 27
Gegentore: 38
Nächster Gegner: 1899 Hoffenheim
| Hannover 1 | Cherundolo 81 |
|---|---|
| Köln 4 | Tosic 12, 71
Petit, 20 Novakovic, 28 |
Ich musste mir schon die Augen reiben, ähh die Ohren putzen. Nach fünf Stunden Kellerputzen hatte ich es mir auf der Couch gemütlich gemacht, um rechtzeitig 15:30 90elf zu lauschen. Ich hatte mich auf einen – aus Kölner Sicht – ruhigen Nachmittag eingestellt. Ein holpriges Spiel. Wenig Akzente. Ein Tor vielleicht. Ergo nebenbei ein wenig im Internet rumdaddeln und schreiben. Doch dafür blieb wenig Zeit.
Der FC bewies gegen Hannover, wozu die Mannschaft in der Lage ist. Sicherlich war 96 kein Gradmesser und erschreckend schwach. Aber wie Köln aufgetreten ist, das konnte sich sehen lassen. Nicht mutlos, nicht gehemmt, nicht defensiv. Eher mit Druck, Moral und offensivem Mut. Alles voran Zoran Tosic bewies, warum er im Winter geholt wurde, wirft aber auch die Frage auf, warum Soldo ihn bisher so selten brachte. Mit technischer Klasse und guter Ballkontrolle in hohem Tempo sorgte er für den ersten Torjubel. Da wollte ich schon bei Twitter schreiben: “Das war das Tor des Tages.”
Doch Köln machte weiter und nach guter Vorarbeit von Maniche zog dessen Landsmann Petit ab und erhöhte auf 2:0. Hannover war gebrochen uns sackte danach förmlich zusammen. Spätestens nach dem Elfer von Novakovic war die Geschichte gegessen. Erst recht da dieser Elfmeter doppelt bitter zu werden schien. Nach gelber Karte Nummer ein holte sich Balitsch noch vor der Pause die zweite ab.
Ein wenig Zweifel kam auf, als Bremen seine 3:0 Führung zu verspielen schien. Doch 96 war zu harmlos und Köln konnte das machen, was sie besonders gut können. Defensiv sicher stehen und gefährliche Nadelstiche setzen. Durch die schnellen Tosic und Freis. Während Letztgenannter das Ding eigentlich endgültig entscheiden musste, legte er “nur” auf, damit Erstgenannter zum zweiten Mal an diesem Tag zuschlagen konnte. Eine astreine Leistung.
Der Anschlusstreffer von Cherundolo war nur Ergebniskosmetik, aber trotzdem ärgerlich. Dieses “zu null” hätte ich gern noch mitgenommen.
Sei’s drum! Köln konnte Selbstvertrauen tanken und allen voran einen Abstiegskandidaten (besonders hinsichtlich seines Restprogrammes) in den Keller schießen.
Durchatmen! Eine Woche. Denn nächste Woche muss Köln zwingend nachlegen, um dann endgültig sagen zu können: “Das war es dann wohl!”
Stimmen
Ganz schlimmes Spiel der Heimmannschaft. Von Anfang an war kein Druck, kein Aufbäumen, keine Leidenschaft zu spüren. Ganz so wie sich der FC in Mainz präsentierte.
Zoran Tosic, der für fünf Monate geleaste Serbe, wackelte am Strafraum-Eck Christian Schulz und Karim Haggui aus, dann schlenzte er den Ball mit viel Zeit und Raum unhaltbar ins obere Toreck. Eine Schönheit.
Wer jetzt glaubte, der FC würde sich auf dem sicheren 3:0 ausruhen, wurde eines besseren belehrt. Immer wieder kombinierte die Elf von Zvonimir Soldo in Richtung 96-Tor.
Mit hängenden Köpfen bemühten sie sich nur noch halbherzig, das Tor der Gäste zu belagern, die wenig Mühe hatten die harmlose Slomka-Elf in Schach zu halten.
Der FC feierte am Samstagnachmittag den höchsten Sieg seit dem Wiederaufstieg.
Der FC steht jetzt bereits deutlich besser da als in der Hinrunde.
Zahlen und Daten
Platz: 12
Punkte: 31
Tore: 27
Gegentore: 35
Nächster Gegner: Hertha BSC
| Köln 1 | Maniche, 79 |
|---|---|
| Mönchengladbach 1 | Reus, 55 |
Leute, die mich kennen, würde mich nicht unbedingt einen Gerechtigkeitsfanatiker nennen. Wahrscheinlich würden sie mich eher einen geraden, direkten, manchmal ziemlich unfairen und gern mal pöbeligen und grummeligen Typ nennen. Gerade wenn es um Fußball geht, bin ich mit Herzblut dabei und pruste wilde Sachen in den Raum oder ins Stadion. Ohne Rücksicht auf Verluste. Ich pfeife und fluche. Ich beschimpfe auch mal meine eigenen Spieler. Aber im Groben stehe ich wie ein Mann hinter meiner Mannschaft und versuche sie eher anzutreiben. Auch wenn Verfluchungen meistens einfacher sind und sicherlich auch oftmals vorkommen.
Nur gestern hätte ich nicht gegen Womé gepfiffen (wahrscheinlich).
Wer hier regelmäßig mitliest, der weiß, dass ich den Kameruner nicht mag und mir immer bange wird, wenn er verteidigen soll. Seine Patzer sind berüchtigt. Seine Stärken liegen eher noch in der Offensive. Gegen Gladbach hat er sich jedoch keinen Fehler erlaubt. Defensive hatte er mit dem agilen Reus mächtig zu tun, aber hatte hier meistens alles verhältnismäßig im Griff. Beim Gegentor muss man eher unsere Innenverteidigung geißeln. Offensiv hätte man sich von Womé sicher ein ums andere Mal mehr Druck und Mut gewünscht. Stattdessen hat er das Tempo rausgenommen und den Rückpass gesucht. Ein Fehler? Eher nein! Wer seine Ballverliebtheit kennt, der weiß, wie schwer es ihm fallen musste, sich zu trennen statt ins Eins-zu-Eins zu gehen.
Sauber!
Ich mag mir nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn er es, wie sonst immer versucht hätte, um den Ball dann zu vertendeln und Reus die ganze Außenbahn zu überlassen. Dann hätte es hinten vermutlich viel mehr gebrannt, als ohnehin schon.
Warum fehlte Womé also der Mut?
Soldo muss ihm mächtig zugeredet haben. Anders kann ich mir das gar nicht vorstellen. Von allein kommt der Pierre sicher nicht auf so eine Idee. Ergo: Soldo hat alles richtig gemacht… wenn man mal außen vor lässt, dass ich lieber erneut mit Ehret gespielt hätte (sei’s drum). Umso unverständlich, dass dann auch noch unser Trainer derart abgewatscht wurde.
Schließlich haben wir kein schlechtes Derby abgeliefert. Im Vergleich zum Spiel gegen Mainz war das wieder eine Leistungssteigerung. Der Wille war da. Gerade in Hälfte eins (und dann nach dem Ausgleich) hat sich der FC einige Chancen erarbeitet. Da war Dampf drinnen. Mehr darf man aktuell nicht erwarten. Wir können aktuell kein Spiel gestalten und die Fohlen im Vorbeigehen überrennen. Nicht aktuell. Deshalb müssen wir froh sein, dass wir Chancen haben und uns nicht einfach nur einigeln und aufgeben.
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Nur muss das Leder halt auch mal rein.
Vor dem Hammer von Maniche!
Allen voran Novakovic sollte mal wieder treffen. Bei seinen Ansprüchen! 16 Buden hat er in der letzten Saison gemacht. Der FC Schalke 04 soll an ihm dran gewesen sein. Da darf man mehr erwarten, als aktuell. Zwar ist Nova noch immer bester Kölner Torjäger in dieser Spielzeit, aber fünf Tore sind nicht sein Anspruch. 555 Minuten sind es mittlerweile schon, in denen er nicht mehr getroffen hat (letztes Tor Anfang Februar gegen den HSV). Auch gegen Gladbach hatte er einige gute Möglichkeiten, die er fast fahrlässig vergab. Wenn er hier einmal seinen alten Torriecher wiederfindet, wäre sogar der Derbysieg möglich gewesen.
War es nicht und ist auch keine Selbstverständlichkeit. Schließlich ist Köln der Lieblingsgegner der Fohlen. Gegen keine andere Mannschaft hat die Borussia mehr Punkte gesammelt und mehr Tore geschossen, als gegen den FC. Da war der Punktgewinn (im eigenen Stadion) fast schon ein kleiner Erfolg!
Ein Sieg ist auch unsere aufgegangene Gelb-Strategie. Statt Petit, Geromel und Mohamad im Dreierpack in einem Spiel ersetzen zu müssen, fehlt nun jeder des Trios jeweils einzeln. Immerhin.
Auch wenn dieser eine Zähler sicher zu wenig sind. Die Mannschaft hat aber bewiesen, dass noch immer Moral in ihr steckt. Darauf müssen sie aufbauen und dann in den nächsten beiden Spielen (Hannover, Berlin) das Puffer zu den Abstiegsrängen beruhigend ausbauen. Denn sonst wird mir schlecht… denkt nur mal an ein Relegationsspiel gegen Düsseldorf…
Stimmen
Das 76. Bundesliga-Derby der rheinischen Rivalen begann wegen verstopfter Zufahrtsstraßen mit zehnminütiger Verspätung. Der Anpfiff übertönte die Vereinshymne, die noch lief, als die Spieler bereits auf dem Platz standen.
Beiden Mannschaften war angesichts der sportlichen Situation eine gewisse Nervosität anzumerken. Köln wirkte aktiver, tat sich aber wie immer schwer im Spielaufbau.
Beide Mannschaften schienen im 76. Rhein-Derby vielmehr darum zu konkurrieren, wer die meisten Fehlpässe macht oder am harmlosesten ist.
Reus bekam kurz nach der Mittellinie von Arango den Ball und machte sich auf und davon. Weder Geromel, noch Mohamad konnten den Ex-Ahlener stoppen, der sein herrliches Solo aus 20 Metern mit einem platzierten Schuss ins linke untere Eck krönte.
Was wir hörten, waren Pfiffe. Gegen einen eigenen Spieler. Ungefähr ab der 60. Minute bis zu seiner Auswechlsung in der 75. Minute wurde der Kölner Womé bei jedem einzelnen Ballkontakt ausgepfiffen. Gellend. Im eigenen Stadion. Vom eigenen Publikum.
Womé, P. : 4
Ließ sich schon in der Anfangsphase von Gegenspieler Herrmann den Schneid abkaufen. War zwar über weite Phasen zumindest bemüht, das Spiel über seine Seite anzukurbeln, doch die langen Bälle und Flanken waren zumeist harmlos. Das Kölner Publikum hatte ihn dann in der zweiten Halbzeit als Buhmann auserkoren und bedachte jede seiner Aktionen mit Pfiffen.
Die Fans rufen „Soldo raus“ (72). Und jubeln acht Minuten später: Ecke von Tosic, der Ball kommt zu Maniche. Der hämmert das Ding aus 20 Metern mit 95 km/h in den Winkel, 1:1 (80.).
Denn im Anschluss drängte der FC auf den Siegtreffer und hatte durch einen Schuss von Novakovic (80.) die mit Abstand beste Chance der Schlussphase. Auf der linken Strafraumseite kam der Slowene zum Schuss, setzte den Ball aber aus spitzem Winkel knapp rechts neben den Pfosten. So blieb es am Ende bei der leistungsgerechten Punkteteilung im Traditionsderby.
Langsam muss man sich allerdings die Frage stellen, warum diese Mannschaft nicht zusammen spielt, warum sie übernervös spielt und nach 2 Drittel der Saison der eine noch nicht den Laufweg des anderen kennt.
Dabei konnten die Borussen eigentlich mit Zuversicht nach Köln fahren: Zuvor hatten sie 20 der vergangenen 37 Begegnungen beim Erzrivalen gewonnen, davon sechs der neun letzten Begegnungen.
Zahlen und Daten
Platz: 13
Punkte: 28
Tore: 23
Gegentore: 34
Nächster Gegner: Hannover 96
| Mainz 1 | Schürrle, 57 |
|---|---|
| Köln 0 | Fehlanzeige |
Wo bitteschön ist denn der Biss und die Leidenschaft von den Partien gegen Leverkusen und München zu sehen? War es etwa das bekannte Phänomen, dass oftmals im Pokal zu sehen ist, dass eine Mannschaft gegen den vermeintlichen Favoriten eine besondere Leistung abruft und danach wieder in alte Muster verfällt? Dann ist es bitter und all die Moral, die ich dem 1. FC Köln zugeschrieben habe, war nicht mehr als ein heißes, unehrliches Lüftchen.
Jetzt wären mir zwei bittere Pleiten gegen die beiden Tabellenanführer lieber, wenn dafür gegen Mainz ein Dreier rausgesprungen wäre.
Der lag im Bereich des Möglichen. Eigentlich war alles für uns gelaufen. Der anfängliche Sturmlauf der Hausherren wurde dank Mondi und etwas Glück entschärft. Schon recht früh sahen wir uns nur noch zehn Mann gegenüber. Alles schien geebnet für den Dreier.
Doch vielleicht hat gerade der Platzverweis gegen uns gespielt. Denn nun mussten wir die Partie machen. Also hätten sie machen müssen. Was uns aber nicht liegt. Ganz und gar nicht liegt. Auch gegen elf Mainzer wäre es nach der Anfangsphase schwer geworden, aber vielleicht hätte sich der FSV irgendwann aufgerieben und ein einzelner Konter hätte uns den Sieg gebracht. Vielleicht wäre es clever gewesen schon nach einer halben Stunde einen Defensiven (Brecko? McKenna?) vom Platz zu nehmen und mit Tosic einen Spieler zu bringen, der das Spiel machen kann. Der den Ball nach vorne treibt und da für Unruhe sorgt. Soldo hätte ein Zeichen setzen können. Müssen. Vielleicht!
Aber so bleibt es beim “vielleicht”. Ein Versuch kam nicht mehr zu Stande. Die Taktik blieb, das Personal auch und das war verunsichert, durch erwartet starke Heim-Mainzer. Dass da kein Ruck durch’s Team geht, verwundert doch sehr und macht sogar Angst. Leute, wie Maniche und Podolski müssen dann die Zügel in die Hand nehmen und den FSV unter Druck setzen. Auch von einem McKenna in der zentralen Position erwarte ich einen Wachrüttler. Stattdessen igelten wir uns ein, ließen Mainz das Spiel machen und verließen uns auf Mondragon.
Das kann nicht gut gehen.
Das geht eigentlich nie gut.
Das entspricht vor allem nicht meinen Erwartungen von der Mannschaft.
Gerade jetzt muss die besagte Moral an den Tag gebracht werden. Jetzt muss gekämpft werden. Jetzt müssen wir rennen und nicht nur hilflos in der Defensive stehen. So, wie es der FSV so vorbildlich und beeindruckend vorgetragen hat. Denn sonst wird es ein bitteres Derby. Ein ganz Düsteres.
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Stimmen
Der FC stand tief und zeigte sich nur selten vor dem Tor von Christian Wetklo. Anders die Mainzer: FC-Torhüter Faryd Mondragon stand schon zu Beginn gleich drei Mal im Brennpunkt.
Bancé wurde bei der Ballannahme in der eigenen Hälfte von Geromel bedrängt. Der Mainzer versuchte sich freizumachen und traf dabei den Kölner Verteidiger mit Schulter und Oberarm im Gesicht. Schiedsrichter Marco Fritz wertete dies als Tätlichkeit und schickte Bancé mit der Roten Karte vom Platz.
Ab der 27. Minute spielte der jecke Verein vom Rhein in Überzahl. Das ist ein Problem. Zum einen weil der FC sowas wie Kreativität nicht besitzt (eher das Gegenteil) und zum anderen auch jeglichen Willen vermissen ließ das Spiel gewinnen zu wollen.
Mainz 05 zeigte sich als agilere Mannschaft mit den spielerisch besseren Lösungen, aber häufig waren Hereingaben und Zuspiele zu unpräzise, um Hundertprozentige zu generieren.
Der Kölner Keeper hielt was zu halten ging und hielt so seine Mannschaftskollegen (unverdient) lange Zeit noch im Geschäft. Doch der Rest seiner Mannschaftskollegen hatte sich kollektiv auf Arbeitsverweigerung eingestellt.
“Am liebsten hätte ich schon zur Pause alle Spieler außer Faryd Mondragon ausgewechselt”, sagte Zvonimir Soldo zum leidenschaftslosen Spiel seiner Mannschaft.
Zudem bewies FSV-Trainer Thomas Tuchel mit der Einwechslung von Schürrle und Chadli Amri ein glückliches Händchen: Nach Vorlage von Amri ließ der pfeilschnelle Schürrle Mondragon beim 1:0 keine Abwehrchance.
Während das Team von Trainer Zvonimir Soldo trotz mehr als einer Stunde Überzahl bei den heimstarken Rheinhessen 0:1 (0:0) verlor und nach dem sechsten Spiel in Folge die Verfolger nicht abschütteln kann, träumen die Mainzer Fans dank des Treffers des eingewechselten Andre Schürrle (57.) mit nunmehr 38 Zählern sogar von der Europa League.
„Da hätten noch zwei vom Platz gestellt werden können – und wir wären immer noch gleichwertig gewesen“, befand Tuchel (36).
Fast nur Bestnoten für den 1. FC Köln am 26. Spieltag
Nach dieser Niederlage ist der FC wieder mittendrin im Abstiegskampf: Der einst komfortable Vorsprung von neun Punkten auf den Relegationsplatz ist auf nun vier Zähler geschrumpft.
Als Folge der Siege der Mannschaften, die unter dem FC stehen, steht die Mannschaft nun in den nächsten Spielen enorm unter Druck und muss zeigen, dass die Leistungen gegen die Bayern und Bayer nicht nur Zufall waren.
Da die Motivation des Autors ähnlich hoch ist, wie die der Mannschaft am gestrigen Samstag in Mainz, gibt’s hier nur eine Ansage: Reisst euch gefälligst im Derby am Freitag den Arsch auf!
Zahlen und Daten
Platz: 13
Punkte: 27
Tore: 22
Gegentore: 33
Nächster Gegner: Borussia Mönchengladbach
| Köln 1 | Podolski, 32. |
|---|---|
| München 1 | Schweinsteiger, 58. |
32. Minute in Köln. Lukas Podolski läuft an, zieht ab und hämmert den Ball ins Münchner Tor. Nach 1.424 Minuten hatte der Nationalstürmer seine Torflaute beendet und seine Kritiker mit einer in diesem Spiel starken Leistung mundtot gemacht. Gleichzeitig dürfte einigen Münchner Verantwortlichen die Kinnladen runter gefallen und deren vergangene Aussagen im Hals stecken geblieben sein. Denn mit nur einem Treffer zimmerte der Prinz seinen ehemaligen Verein auf eine Stufe mit Liechtenstein, Aserbaidschan, Thailand, Luxemburg, Zypern und San Marino.
Denn Uli Hoeneß und Co. hatten nur allzu gern festgestellt, dass der Poldi nur gegen kleine Gegner treffen würde. Seine gute Torquote in der Nationalelf stammt schließlich nur von seinen Erfolgen gegen die Underdogs der Welt. Stimmt, aber selbst da muss man auch treffen! Egal, sei’s drum. Mir im Endeffekt ziemlich egal, was dort aus München immer für Frosteleien durch den Blätterwald geschleudert sind.
Dass der Lukas nun aber den ach so großen FCB ein wenig ärgern konnte. Umso schöner.
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Der Punkt ging schlussendlich auch in Ordnung. Denn Köln war nicht nur auf diesen einen – sicherlich glücklich versenkten – Freistoß aus, sondern dominierte die Partie in der ersten Hälfte. Schon nach sieben Minuten hatte Poldi Alu getroffen. Ansonsten gab der Eff Zeh den Takt an, stand hinten sicher und machte nach vorne Druck. Sehr beeindruckend, wozu das Team in der Lage ist.
Das Blatt wendete sich in Hälfte zwei, nachdem van Gaal seinen Aufstellungsfehler (Was ist nun wichtiger, Louis, Bundesliga oder Champions League?) korrigierte. Köln konnte sich zurück ziehen, musste nicht mehr stürmisch nach vorne gehen und durfte die Führung (und später den Treffer) verteidigen. Wie gegen Leverkusen ist es richtig, gegen einen favorisierten Gegner nicht ins offene Messer zu stürmen. Dass sich am Samstag vor dem wieder grandiosen Mondragon auch Geromel wieder festigte und zu alter Höchstform auflief, spielte uns in die Karten. Genau, wie das kleine Quäntchen Glück, bei den Münchner Alutreffern. Doch das gehört dazu. Erst recht, wenn man die erste Hälfte so auftrumpft.
Ich bin gespannt, wann sich Hoeneß & Co. wieder über Podolskis Tore äußern.
… ich könnte mir aber vorstellen, dass sie dann auch mal seine Tore gegen Russland, Brasilien, Schweden und Elfenbeinküste erwähnen werden…
Stimmen
Die 50.000 Fans in der ausverkauften WM-Arena sahen bei herrlichem Sonnenschein von Beginn an eine kurzweilige Auseinandersetzung. Die Gäste übernahmen sofort das Kommando und bestimmten über weite Strecken das Geschehen. Besonders auffällig war dabei der große Aktionsradius von Thomas Müller, über den die meisten Münchner Angriffe liefen. Die besseren Chancen hatte jedoch der FC.
Van Buyten scheiterte mit einem Freistoß an Mondragon, der mit einer Weltklasse-Parade zur Ecke abwehren konnte. Die gefährlichere Mannschaft im ersten Durchgang war aber der FC – so war das Torschussverhältnis von 7:2 für den FC nach einer halben Stunde Ausdruck des Spielverlaufs. Wer hätte das gedacht… Und nach 32 Minuten sprang dann auch endlich etwas Zählbares für den heraus: Lukas Podolski hämmerte einen indirekten Freistoß aus 25 Metern auf das Bayern-Tor und ließ dabei Torhüter Jörg Butt ziemlich alt aussehen – der Bayern-Keeper faustete den Ball ins eigene Netz und es stand 1:0 für den FC!
Hinter der Tatsache, dass ein Stürmer ein Tor erzielt, steckt nämlich weniger dramaturgisches Kalkül, als die Berichterstatter, die alles so gern zum Gipfel von irgendwas zuspitzen, mit Melodien aus dem Spannungsfeld zwischen »Freude, schöner Götterfunken« und »Spiel mir das Lied vom Tod« unterlegen und so tun, als ginge es bei jedem Einwurf um vielmehr, als wir plüschohrigen Zaungäste uns überhaupt vorstellen können, uns glauben machen wollen.
Die Rheinländer beherrschten die ersten 45 Minuten und führten zur Pause nach Podolskis Freistoß, fanden sich aber nach dem Wechsel fast nur noch im Rückwärtsgang wieder und hatten bei zwei Pfostentreffern der Münchner zudem großes Glück.
Nach dem Seitenwechsel setzte München den FC sofort unter Druck. Ein Angriff nach dem anderen rollte in Richtung Kölner Tor. Der Ausgleich in der 58. Minute fiel dann auch nicht unverdient.
Klar kann ich einen Brecko mit einem Ribery oder Lahm vergleichen und er hat dann grundsätzlich ein paar mehr Defizite, aber wir stehen in der Tabelle auf Platz 13 und “träumen” uns in die CL, aber spielen nicht dort.
Eine zutiefst mittelmäßige Mannschaft wie der kölsche FC, der nur im realitätsfernen Anspruchsdenken des Umfeldes auf Championsleague-Niveau spielt und im Heimspiel zuvor noch mit sage und schreibe 1:5 böse unter die Räder kam, wurde vom flügellahmen Branchenführer perfekt aufgebaut.
“Das ist wie ein kleiner Sieg für uns”, verkündete der 24-Jährige, für ihn persönlich war dieser Auftritt aber eher ein großer Sieg. Denn Podolski hatte nicht nur das 1:0 erzielt, er hatte gekämpft, geackert, die Latte getroffen und viele spielerische Impulse eingebracht.
Soldo träumt schon von einer Serie seines Stars. Und dies scheint nicht abwegig. Denn er hat seine Rolle gefunden und er ackert dafür.
Die Partie hätte um ein Haar einen gigantischen Moment gehabt: In der Nachspielzeit tauchte der wegen zahlreicher Verletzungen in den Kölner Profikader gerückte Veteran Carsten Cullmann an der Seitenlinie auf. Beinahe hätte Soldo (feiner Zug übrigens) den mittlerweile 34-jährigen Verteidiger und Standby-Profi noch eingewechselt, die Leute auf den Tribünen freuten sich schon – doch dann pfiff Schiedsrichter Rafati ab und verhinderte ein Fest. Schade.
Nach dem torlosen Remis im Hinspiel bleibt der FC im Duell gegen den Rekordmeister zum dritten Mal in Folge ohne Niederlage.
Zahlen und Daten
Platz: 13
Punkte: 27
Tore: 22
Gegentore: 32
Nächster Gegner: 1. FSV Mainz 05
| Leverkusen 0 | Fehlanzeige |
|---|---|
| Köln 0 | Fehlanzeige |
Eigentlich sind ja die Schweizer diejenigen, die als neutral gelten. Seit gestern Abend kann der 1. FC Köln seine Schweizer Staatsbürgerschaft beantragen.
Gestern Abend wollte ich als Überschrift “Die Meistermacher” schreiben. Ganz in der Annahme, dass der FC Bayern gegen Hamburg gewinnt und somit an B04 vorbeizieht und sich die Tabellenführung nicht mehr nehmen lassen wird. Köln hätte dann dafür gesorgt, dass Lever- auch in diesem Jahr Vizekusen bleibt.
Doch dann kramte ich ein wenig im Gedächtnis und möchte mich aus solchen Spekulationen und Wortschöpfungen lieber raushalten und leicht distanzieren. Wäre schließlich auch enorm vermessen, wobei ich mir ein Schmunzeln natürlich nicht verkneifen könnte, wenn es denn so kommt. Immerhin etwas, was die Jungs dann in dieser Saison geleistet hätten.
Aber aktuell ist der Eff Zeh eher neutral und hat den beiden Titelaspiranten mit ausgleichender Gerechtigkeit Spannung ins Meisterschaftsrennen gebracht. Warum? Denkt an die Hinrunde. Da hatte der FC dem FCB ein 0:0 abgetrotzt und es nun in Leverkusen gleich getan. Torlos also.
Zudem mit einer ordentlichen Leistung. Endlich standen wir defensiv wieder sicher. Durch die Bank. Mondragon hielt großartig und vereitelte gleich zwei Mal Topchancen der Gastgeber. Geromel fand zu alter Stärke wieder. Zusammen mit Mohamad ließen sie Kießling und Derdiyok kaum Chancen, sich zu entfalten. Brecko und ganz besonders Schorch leisteten auf den Außenbahnen enorme Leistungen. Das war schon beeindruckend. Die Bayer-Flügel konnten zwar immer wieder mal gefährliche Flanken schlagen, aber wurden noch viel öfters schon hier kalt gestellt. Zudem räumte Mc Kenna vor der Viererkette alles ab. Petit und Debütant Matuschyk arbeiteten gut nach hinten und sorgten vereinzelt für einige Pässe in die Spitze (Petit). Dort lauerten Freis, Podolski und Novakovic auf Konter, die besonders im ersten Abschnitt doch für einige Gefahr sorgten. Ansonsten – und das ist viel wichtiger – arbeiteten sie viel nach hinten. Gerade Poldi glänzte durch fleißige Arbeit und unbändigem Einsatz. So will ich das sehen. So ist mir auch seine Torquote völlig egal. Der Treffer kommt bei so viel Laufbereitschaft irgendwann auch wieder von selbst.
Es war also eine kompakte und überzeugende Leistung.
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Leverkusen könnte jetzt jammern, dass wir zu defensiv waren und es ja schwierig sei, gegen so ein Bollwerk einmal durchzukommen. Aber was habt ihr da erwartet? Wir kämpfen gegen den Abstieg, ihr um die Meisterschaft und wir haben gerade erst ein Debakel erlebt. Die Taktik von Soldo war also zu hundert Prozent richtig. Am Trainer darf man aktuell wirklich nicht rummeckern.
Ohnehin kann ich das ständige Gerede von der Krise nicht hören. Vor der Saison war klar, dass es in den ersten acht Spielen extrem schwierig werden würde. Viele Brocken hatten wir vor der Brust und danach waren wir mit vier Punkten ganz zufrieden. Zur Winterpause sah alles gut aus.
In der Rückrunde also das selbe Programm und siehe da: Vor München haben wir schon acht Zähler auf unserem Konto! Der Pokal ist zu verschmerzen, da nur ein netter Nebeneffekt. Acht Punkte, Leute! Doppelt so viel, wie in der Hinrunde. Wo soll da eine Krise sein?
Wenn man eine Milchmädchenrechnung heran zieht, sammeln wir in der Rückserie 36 Punkte (Hinrunde 18 Punkte). Bayer hatte in der Hinrunde 35 geholt und wurde Herbstmeister. Dann kämen wir auf 54 und wären damit weit über Plan.
Sicher, es wird nicht so kommen und mit vierzig wäre ich erstmal zufrieden.
Aber trotzdem. Lasst das Hochstilisieren einer nicht vorhandenen Krise. Schaut auch die Einstellung der Mannschaft an. Auch gegen Stuttgart. Da war es kämpferisch schon passabel, die Niederlage deutlich zu hoch. Wir sind auf Kurs, müssen nun nur weiter an uns glauben.
Wenn wir dann am nächsten Wochenende gegen München mit 0:1 verlieren (wie in der Hinrunde gegen Bayer), atme ich durch und freue mich auf den Rest der Saison.
Erst recht, da es sportlich weiter vorwärts gehen dürfte. In der 89. Minute debütierte Fabrice Ehret im Jahr 2010. Trotz guter Leistung von Brecko am Samstag, dürfte er unseren linken Flügel nochmal stärken und offensiv mehr und bessere Ansätze zeigen. Es läuft also und geht alles seinen Weg.
Stimmen
Die Kölner kommen Dank des Benehmens ihrer Fans einem Geisterspiel immer näher. Schon zu Spielbeginn zündeten sie zahlreiche Bengalische Fackeln, dann bewarfen sie Toni Kroos bei einem Eckstoß mit Gegenständen – darunter wieder Feuerwerkskörper. Dieser Art Benehmen ist zwar in der Bundesliga keine Ausnahme. Zu tolerieren ist es trotzdem nicht.
Die Räume wurden von Beginn an eng gemacht und jeder Kölner rannte für den anderen. Spielerisch wurden sicherlich keine Glanzpunkte gesetzt, aber wenn wir gegen den ungeschlagenen Tabellenführer antreten – Derby hin oder her – dann sollte man erst einmal schauen, dass sich die Gegentore in Grenzen halten.
Für die erste hochkarätige Gelegenheit der Werkself sorgte allerdings eine Standardsituation. Kroos hob die Kugel aus halblnker Position auf den Kopf von Hyypiä, dessen Abschluss Mondragon mit ganz viel Mühe von der Linie kratzte. Der Abpraller prallte zu Friedrich, der zu überrascht reagierte und den Ball aus einem Meter drüber schaufelte (13.).
33.: Freis kommt nach einem langen Ball von Schorch aus der eigenen Hälfte gegen Schwaab und Friedrich an den Ball und zieht in den Strafraum. Adler kommt raus und Freis knallt ihm den Ball ins Gesicht.
Bayer, das in den zweiten 45 Minuten ein optisches Übergewicht hatte, fand gegen das Abwehrbollwerk des FC bis zum Spielende kein Mittel und so holten sich die Geißböcke mit einer konzentrierten Team- und Defensivleistung im 50. Derby einen verdienten Punktgewinn in der BayArena.
Am Ende stand beim FC erstmals in der Rückrunde wieder die “Null” – der Favorit wurde geärgert und biss sich trotz drückender Überlegenheit die Zähne an der Kölner Abwehr aus. Die Leverkusener Überlegenheit lässt sich natürlich auch in Zahlen ablesen:
* Ballbesitz: 63% : 37%
* Torschüsse: 12 : 2
* Flanken: 25 : 2
* Ecken: 4 : 0
Dafür beendeten die Kölner ihre schwarze Serie in Leverkusen und holten nach sieben Niederlagen in Folge auf der anderen Rheinseite wieder etwas Zählbares.
Trainer Zvonimir Soldo (1. FC Köln): “Nach dem 1:5 gegen Stuttgart war das ein sehr wichtiges Spiel für uns. Die Mannschaft hat den Derby-Charakter angenommen und sich das Selbstbewusstsein zurückgeholt.
Zahlen und Daten
Platz: 14
Punkte: 26
Tore: 21
Gegentore: 31
Nächster Gegner: FC Bayern München