| Köln 1 | Podolski, 32. |
|---|---|
| München 1 | Schweinsteiger, 58. |
32. Minute in Köln. Lukas Podolski läuft an, zieht ab und hämmert den Ball ins Münchner Tor. Nach 1.424 Minuten hatte der Nationalstürmer seine Torflaute beendet und seine Kritiker mit einer in diesem Spiel starken Leistung mundtot gemacht. Gleichzeitig dürfte einigen Münchner Verantwortlichen die Kinnladen runter gefallen und deren vergangene Aussagen im Hals stecken geblieben sein. Denn mit nur einem Treffer zimmerte der Prinz seinen ehemaligen Verein auf eine Stufe mit Liechtenstein, Aserbaidschan, Thailand, Luxemburg, Zypern und San Marino.
Denn Uli Hoeneß und Co. hatten nur allzu gern festgestellt, dass der Poldi nur gegen kleine Gegner treffen würde. Seine gute Torquote in der Nationalelf stammt schließlich nur von seinen Erfolgen gegen die Underdogs der Welt. Stimmt, aber selbst da muss man auch treffen! Egal, sei’s drum. Mir im Endeffekt ziemlich egal, was dort aus München immer für Frosteleien durch den Blätterwald geschleudert sind.
Dass der Lukas nun aber den ach so großen FCB ein wenig ärgern konnte. Umso schöner.
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Der Punkt ging schlussendlich auch in Ordnung. Denn Köln war nicht nur auf diesen einen – sicherlich glücklich versenkten – Freistoß aus, sondern dominierte die Partie in der ersten Hälfte. Schon nach sieben Minuten hatte Poldi Alu getroffen. Ansonsten gab der Eff Zeh den Takt an, stand hinten sicher und machte nach vorne Druck. Sehr beeindruckend, wozu das Team in der Lage ist.
Das Blatt wendete sich in Hälfte zwei, nachdem van Gaal seinen Aufstellungsfehler (Was ist nun wichtiger, Louis, Bundesliga oder Champions League?) korrigierte. Köln konnte sich zurück ziehen, musste nicht mehr stürmisch nach vorne gehen und durfte die Führung (und später den Treffer) verteidigen. Wie gegen Leverkusen ist es richtig, gegen einen favorisierten Gegner nicht ins offene Messer zu stürmen. Dass sich am Samstag vor dem wieder grandiosen Mondragon auch Geromel wieder festigte und zu alter Höchstform auflief, spielte uns in die Karten. Genau, wie das kleine Quäntchen Glück, bei den Münchner Alutreffern. Doch das gehört dazu. Erst recht, wenn man die erste Hälfte so auftrumpft.
Ich bin gespannt, wann sich Hoeneß & Co. wieder über Podolskis Tore äußern.
… ich könnte mir aber vorstellen, dass sie dann auch mal seine Tore gegen Russland, Brasilien, Schweden und Elfenbeinküste erwähnen werden…
Stimmen
Die 50.000 Fans in der ausverkauften WM-Arena sahen bei herrlichem Sonnenschein von Beginn an eine kurzweilige Auseinandersetzung. Die Gäste übernahmen sofort das Kommando und bestimmten über weite Strecken das Geschehen. Besonders auffällig war dabei der große Aktionsradius von Thomas Müller, über den die meisten Münchner Angriffe liefen. Die besseren Chancen hatte jedoch der FC.
Van Buyten scheiterte mit einem Freistoß an Mondragon, der mit einer Weltklasse-Parade zur Ecke abwehren konnte. Die gefährlichere Mannschaft im ersten Durchgang war aber der FC – so war das Torschussverhältnis von 7:2 für den FC nach einer halben Stunde Ausdruck des Spielverlaufs. Wer hätte das gedacht… Und nach 32 Minuten sprang dann auch endlich etwas Zählbares für den heraus: Lukas Podolski hämmerte einen indirekten Freistoß aus 25 Metern auf das Bayern-Tor und ließ dabei Torhüter Jörg Butt ziemlich alt aussehen – der Bayern-Keeper faustete den Ball ins eigene Netz und es stand 1:0 für den FC!
Hinter der Tatsache, dass ein Stürmer ein Tor erzielt, steckt nämlich weniger dramaturgisches Kalkül, als die Berichterstatter, die alles so gern zum Gipfel von irgendwas zuspitzen, mit Melodien aus dem Spannungsfeld zwischen »Freude, schöner Götterfunken« und »Spiel mir das Lied vom Tod« unterlegen und so tun, als ginge es bei jedem Einwurf um vielmehr, als wir plüschohrigen Zaungäste uns überhaupt vorstellen können, uns glauben machen wollen.
Die Rheinländer beherrschten die ersten 45 Minuten und führten zur Pause nach Podolskis Freistoß, fanden sich aber nach dem Wechsel fast nur noch im Rückwärtsgang wieder und hatten bei zwei Pfostentreffern der Münchner zudem großes Glück.
Nach dem Seitenwechsel setzte München den FC sofort unter Druck. Ein Angriff nach dem anderen rollte in Richtung Kölner Tor. Der Ausgleich in der 58. Minute fiel dann auch nicht unverdient.
Klar kann ich einen Brecko mit einem Ribery oder Lahm vergleichen und er hat dann grundsätzlich ein paar mehr Defizite, aber wir stehen in der Tabelle auf Platz 13 und “träumen” uns in die CL, aber spielen nicht dort.
Eine zutiefst mittelmäßige Mannschaft wie der kölsche FC, der nur im realitätsfernen Anspruchsdenken des Umfeldes auf Championsleague-Niveau spielt und im Heimspiel zuvor noch mit sage und schreibe 1:5 böse unter die Räder kam, wurde vom flügellahmen Branchenführer perfekt aufgebaut.
“Das ist wie ein kleiner Sieg für uns”, verkündete der 24-Jährige, für ihn persönlich war dieser Auftritt aber eher ein großer Sieg. Denn Podolski hatte nicht nur das 1:0 erzielt, er hatte gekämpft, geackert, die Latte getroffen und viele spielerische Impulse eingebracht.
Soldo träumt schon von einer Serie seines Stars. Und dies scheint nicht abwegig. Denn er hat seine Rolle gefunden und er ackert dafür.
Die Partie hätte um ein Haar einen gigantischen Moment gehabt: In der Nachspielzeit tauchte der wegen zahlreicher Verletzungen in den Kölner Profikader gerückte Veteran Carsten Cullmann an der Seitenlinie auf. Beinahe hätte Soldo (feiner Zug übrigens) den mittlerweile 34-jährigen Verteidiger und Standby-Profi noch eingewechselt, die Leute auf den Tribünen freuten sich schon – doch dann pfiff Schiedsrichter Rafati ab und verhinderte ein Fest. Schade.
Nach dem torlosen Remis im Hinspiel bleibt der FC im Duell gegen den Rekordmeister zum dritten Mal in Folge ohne Niederlage.
Zahlen und Daten
Platz: 13
Punkte: 27
Tore: 22
Gegentore: 32
Nächster Gegner: 1. FSV Mainz 05
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Jaja, wieder ist alles neu an der Säbener Straße. Doch statt Innovation á la Klinsmann führt in van Gaal nun ein Trainer des alten Schlages beim FCB Regie. Ein Trainer, der trotz seiner Ansichten auch in der Gegenwart Erfolge feiern konnte und wohl auch in der Zukunft zu den Siegern zählen wird. Er hat klare Vorstellungen, von denen er nicht abweicht. Er setzt neue Reize und wird die Spieler fordern. Seine Untergebenen werden wohl nicht so, wie unter dessen Vorgänger stets in Schutz genommen. Hier sind alle in der Pflicht.
Damit könnte es gelingen die Spieler tatsächlich besser zu machen. Allerdings wird er gleichzeitig vermeiden müssen, dass seine (Ersatz)Spieler hinter seinem Rücken unzufrieden werden und das deutlich raushängen lassen bzw. sich bei der Presse ausheulen. Die Mannschaft braucht Ruhe und Zusammenhalt, um die großen Ziele (Champions League) zu erreichen. Für die Bundesliga sollte es allemal reichen, selbst wenn Ribéry das Team im Winter verlassen sollte und wenn Braafheid/Badstuber auf der linken Hälfte der Viererkette noch etwas Zeit benötigen.
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