Der 1. FC Köln hat am 32. Spieltag mit 2:0 gegen Bayer 04 Leverkusen gewonnen. Mit einem Punkt am nächsten Spieltag bei Eintracht Frankfurt wären die Geißböcke gerettet.
Ein Punkt benötigt, drei geholt, noch einen vor der Brust. Adam Riese würde mir den Kopf abschlagen. Aber das ist reine Fuballmathematik. Vor dem Derby hatte ich die restlichen Spiele durchgetippt und kam zu dem Ergebnis, dass der EffZeh noch einen Zähler benötigt, um die Klasse zu halten. Die Argumentation war schwammig, das gebe ich zu. Aber diesmal stimmt es wirklich. Ein Punkt gegen Frankfurt und Köln hat den Klassenerhalt doch noch geschafft.
Wie schnell es doch gehen kann. Vor wenigen Tagen war ich mir sicher, dass wir in die Relegation gehen würden. Nicht mal einen Punkt hatte ich der Mannschaft zugetraut. Dann ging Schaefer, kam Finke und es folgte doch noch ein Dreier. Natürlich vor eigenem Publikum.
WeiterlesenDie fußballerischen Netzfundstücke des Tages. Das war wichtig, das hat bewegt, das wird diskutiert. Der Fußball-Überblick von Spielfeldrand – Das Magazin: Mit, aber nicht nur über den 1. FC Köln.
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Da ist soviel Wahres dran. Wenn der HSV nächste Saison ohne Bruno ebenfalls nichts direkt in die CL einzieht, dann wird es heißen, dass der Verein an sich noch nicht soweit ist und weiter wachsen muss. Aber dafür wird Labbadia wohl über die Klinge springen müssen. Schade!
Stunden nach dem Spiel schwirrten mir unaufhörlich Städtenamen durch den Kopf: “… Kopenhagen … Rotterdam … Mailand … Teneriffa …” ( es ist mir sowas von schnurz, ob die Städteauswahl dereinst in Karlsruhe geprägt wurde), und es ist nicht auszuschließen, dass der eine oder andere Passant ob des leise summenden, vielleicht auch laut singenden Spinners mit dem Kopf schüttelte.
Ich gebe zu, dass München zunächst noch das Finale der Champions-League erreichen muss, aber dass gönne ich Ihnen von Herzen und dann können sie ja vielleicht das Unmögliche wahr machen. Ein Vizetriple.
Oder: “Wenn Blogger sich teils zufällig im Leben1.0 treffen”
Da hat sich einer aber den Frust von der Seele getippt. Die Fingerkuppen sind wahrscheinlich noch immer blutig.
Im Zweiten wird’s wohl besser – 31. Akt: Papstbesuch und Pilgerfahrt
1. FC Köln
Noch Vertrag, aber kein Bekenntnis zu Köln
Was für ein Spiel spielt Mondragon denn da? Einen besser dotierten Vertrag wird er nicht (mehr) erhalten. Ein Abschied wäre bitter, aber solche Sperenzien mag ich nicht bejubeln…
Haken setzen und Weichen stellen
Die Lage des Eff Zeh wunderbar analysiert und den wohl logischsten Rückschluss gezogen. Offensiv muss sich einiges tun. Das aktuelle Personal kann das nicht leisten. Gerade das Zusammenspiel zwischen Podolski und Novakovic hakt. Poldi wird nicht abgegeben, so dass es im Umkehrschluss wohl Nova treffen könnte. Findet sich ein Interessent (Schalke?) wären kleine Mittel frei für einen Neuzugang im Angriff.
Wo ich allerdings wiedersprechen muss: Maniche wird uns wohl auch verlassen! Chihi bleibt hoffentlich. Gelingt das, dürfte Matuschyk die Chance erhalten den Portugiesen zu beerben. Freis gehört in den Angriff. Bei Ionita muss man abwarten, was er leisten kann.
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Leverkusen scheint seine Saison zu verspielen. So aufgetrumpft und überzeugt und dann das. Unter Heynckes, der solche Situationen eigentlich kennen sollte, um rechtzeitig gegenzulenken. Höchst seltsam.
WeiterlesenEin Fußballblog zu betreiben, heisst für uns nicht nur, den aktuellen Spieltag mittels therapeutischer Gespräche (wir nennen es Podcast) zu verarbeiten. Ein Fußballblog soll gefälligst auch Sportpolitik betrachten, Filme besprechen, über Bücher nachdenken, Fußballgeschichten erzählen, Menschen ins Theater schicken, Medien schelten, selten loben und Panini-Bilder sammeln, finden wir. Ein Fußballblog darf das machen, wofür in der Tagespresse kein Platz ist: Unverschämt lange Texte zu abseitigen Themen veröffentlichen. Nötigenfalls auch in Versform. Eines dieser Themen ist für uns die Verankerung von Fußball in der Alltagskultur.
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Zack, zack, Endlospapier in den 24-Nadeldrucker und schon ist die Osttribüne voll
Felix, ich bin enttäuscht von Dir.
Stellungnahme der Ultras zu den Vorfällen gegen Nürnberg
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Wer jetzt erwartet, dass sich das nach einem 0:3 in Dortmund ändert, der ist schief gewickelt. Ein 0:3, das ich ehrlich gesagt eingeplant hatte.
Das Ergebnis lag leider nicht an der Stärke von Hertha. Ganz im Gegenteil waren in erster Linie erschreckend schwache Wolfsburger dafür verantwortlich, dass sich Hertha Stürmer nach Lust und Laune austoben durften.
Das war ja alles absehbar, oder?
1. FC Köln
WeiterlesenDer FC trifft also an den verbleibenden Spieltagen auf alle (!) direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, während vor allem den Teams aus Hannover und Berlin noch schwere Wochen gegen die alle drei Titelanwärter bevorstehen!
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Wer hinten so offen ist, kann nicht ganz dicht sein
Der Robin, der Häuptling der Breisgau-Gutmenschen
Gleich gut ist gleich gut wie besser, oder?
1. FC Köln
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1. FC Köln
Analyse Restprogramm von Moral und Ethik (ET06)
WeiterlesenEin Spiel gegen den Tabellenführer gibt einen Punkt, gegen den Tabellenletzten 18 Punkte. Wer in Summe am meisten Punkte hat hat dementsprechend das leichteste Restprogramm.
| Leverkusen 0 | Fehlanzeige |
|---|---|
| Köln 0 | Fehlanzeige |
Eigentlich sind ja die Schweizer diejenigen, die als neutral gelten. Seit gestern Abend kann der 1. FC Köln seine Schweizer Staatsbürgerschaft beantragen.
Gestern Abend wollte ich als Überschrift “Die Meistermacher” schreiben. Ganz in der Annahme, dass der FC Bayern gegen Hamburg gewinnt und somit an B04 vorbeizieht und sich die Tabellenführung nicht mehr nehmen lassen wird. Köln hätte dann dafür gesorgt, dass Lever- auch in diesem Jahr Vizekusen bleibt.
Doch dann kramte ich ein wenig im Gedächtnis und möchte mich aus solchen Spekulationen und Wortschöpfungen lieber raushalten und leicht distanzieren. Wäre schließlich auch enorm vermessen, wobei ich mir ein Schmunzeln natürlich nicht verkneifen könnte, wenn es denn so kommt. Immerhin etwas, was die Jungs dann in dieser Saison geleistet hätten.
Aber aktuell ist der Eff Zeh eher neutral und hat den beiden Titelaspiranten mit ausgleichender Gerechtigkeit Spannung ins Meisterschaftsrennen gebracht. Warum? Denkt an die Hinrunde. Da hatte der FC dem FCB ein 0:0 abgetrotzt und es nun in Leverkusen gleich getan. Torlos also.
Zudem mit einer ordentlichen Leistung. Endlich standen wir defensiv wieder sicher. Durch die Bank. Mondragon hielt großartig und vereitelte gleich zwei Mal Topchancen der Gastgeber. Geromel fand zu alter Stärke wieder. Zusammen mit Mohamad ließen sie Kießling und Derdiyok kaum Chancen, sich zu entfalten. Brecko und ganz besonders Schorch leisteten auf den Außenbahnen enorme Leistungen. Das war schon beeindruckend. Die Bayer-Flügel konnten zwar immer wieder mal gefährliche Flanken schlagen, aber wurden noch viel öfters schon hier kalt gestellt. Zudem räumte Mc Kenna vor der Viererkette alles ab. Petit und Debütant Matuschyk arbeiteten gut nach hinten und sorgten vereinzelt für einige Pässe in die Spitze (Petit). Dort lauerten Freis, Podolski und Novakovic auf Konter, die besonders im ersten Abschnitt doch für einige Gefahr sorgten. Ansonsten – und das ist viel wichtiger – arbeiteten sie viel nach hinten. Gerade Poldi glänzte durch fleißige Arbeit und unbändigem Einsatz. So will ich das sehen. So ist mir auch seine Torquote völlig egal. Der Treffer kommt bei so viel Laufbereitschaft irgendwann auch wieder von selbst.
Es war also eine kompakte und überzeugende Leistung.
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Leverkusen könnte jetzt jammern, dass wir zu defensiv waren und es ja schwierig sei, gegen so ein Bollwerk einmal durchzukommen. Aber was habt ihr da erwartet? Wir kämpfen gegen den Abstieg, ihr um die Meisterschaft und wir haben gerade erst ein Debakel erlebt. Die Taktik von Soldo war also zu hundert Prozent richtig. Am Trainer darf man aktuell wirklich nicht rummeckern.
Ohnehin kann ich das ständige Gerede von der Krise nicht hören. Vor der Saison war klar, dass es in den ersten acht Spielen extrem schwierig werden würde. Viele Brocken hatten wir vor der Brust und danach waren wir mit vier Punkten ganz zufrieden. Zur Winterpause sah alles gut aus.
In der Rückrunde also das selbe Programm und siehe da: Vor München haben wir schon acht Zähler auf unserem Konto! Der Pokal ist zu verschmerzen, da nur ein netter Nebeneffekt. Acht Punkte, Leute! Doppelt so viel, wie in der Hinrunde. Wo soll da eine Krise sein?
Wenn man eine Milchmädchenrechnung heran zieht, sammeln wir in der Rückserie 36 Punkte (Hinrunde 18 Punkte). Bayer hatte in der Hinrunde 35 geholt und wurde Herbstmeister. Dann kämen wir auf 54 und wären damit weit über Plan.
Sicher, es wird nicht so kommen und mit vierzig wäre ich erstmal zufrieden.
Aber trotzdem. Lasst das Hochstilisieren einer nicht vorhandenen Krise. Schaut auch die Einstellung der Mannschaft an. Auch gegen Stuttgart. Da war es kämpferisch schon passabel, die Niederlage deutlich zu hoch. Wir sind auf Kurs, müssen nun nur weiter an uns glauben.
Wenn wir dann am nächsten Wochenende gegen München mit 0:1 verlieren (wie in der Hinrunde gegen Bayer), atme ich durch und freue mich auf den Rest der Saison.
Erst recht, da es sportlich weiter vorwärts gehen dürfte. In der 89. Minute debütierte Fabrice Ehret im Jahr 2010. Trotz guter Leistung von Brecko am Samstag, dürfte er unseren linken Flügel nochmal stärken und offensiv mehr und bessere Ansätze zeigen. Es läuft also und geht alles seinen Weg.
Stimmen
Die Kölner kommen Dank des Benehmens ihrer Fans einem Geisterspiel immer näher. Schon zu Spielbeginn zündeten sie zahlreiche Bengalische Fackeln, dann bewarfen sie Toni Kroos bei einem Eckstoß mit Gegenständen – darunter wieder Feuerwerkskörper. Dieser Art Benehmen ist zwar in der Bundesliga keine Ausnahme. Zu tolerieren ist es trotzdem nicht.
Die Räume wurden von Beginn an eng gemacht und jeder Kölner rannte für den anderen. Spielerisch wurden sicherlich keine Glanzpunkte gesetzt, aber wenn wir gegen den ungeschlagenen Tabellenführer antreten – Derby hin oder her – dann sollte man erst einmal schauen, dass sich die Gegentore in Grenzen halten.
Für die erste hochkarätige Gelegenheit der Werkself sorgte allerdings eine Standardsituation. Kroos hob die Kugel aus halblnker Position auf den Kopf von Hyypiä, dessen Abschluss Mondragon mit ganz viel Mühe von der Linie kratzte. Der Abpraller prallte zu Friedrich, der zu überrascht reagierte und den Ball aus einem Meter drüber schaufelte (13.).
33.: Freis kommt nach einem langen Ball von Schorch aus der eigenen Hälfte gegen Schwaab und Friedrich an den Ball und zieht in den Strafraum. Adler kommt raus und Freis knallt ihm den Ball ins Gesicht.
Bayer, das in den zweiten 45 Minuten ein optisches Übergewicht hatte, fand gegen das Abwehrbollwerk des FC bis zum Spielende kein Mittel und so holten sich die Geißböcke mit einer konzentrierten Team- und Defensivleistung im 50. Derby einen verdienten Punktgewinn in der BayArena.
Am Ende stand beim FC erstmals in der Rückrunde wieder die “Null” – der Favorit wurde geärgert und biss sich trotz drückender Überlegenheit die Zähne an der Kölner Abwehr aus. Die Leverkusener Überlegenheit lässt sich natürlich auch in Zahlen ablesen:
* Ballbesitz: 63% : 37%
* Torschüsse: 12 : 2
* Flanken: 25 : 2
* Ecken: 4 : 0
Dafür beendeten die Kölner ihre schwarze Serie in Leverkusen und holten nach sieben Niederlagen in Folge auf der anderen Rheinseite wieder etwas Zählbares.
Trainer Zvonimir Soldo (1. FC Köln): “Nach dem 1:5 gegen Stuttgart war das ein sehr wichtiges Spiel für uns. Die Mannschaft hat den Derby-Charakter angenommen und sich das Selbstbewusstsein zurückgeholt.
Zahlen und Daten
Platz: 14
Punkte: 26
Tore: 21
Gegentore: 31
Nächster Gegner: FC Bayern München
Die fußballerischen Netzfundstücke des Tages. Das war wichtig, das hat bewegt, das wird diskutiert. Der Fußball-Überblick von Spielfeldrand – Das Magazin: Mit, aber nicht nur über den 1. FC Köln.
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Geldbeutel für den Weltfrieden
Ich hatte also heute tagsüber dank meines Geldbeutels und meiner Schussligkeit schon mehr Panik und Herzrasen, als während einem handelsüblichen Fußballspiels.
Nikolov wollte “eigentlich nie weg”, das war “nur Gepoker”
1. FC Köln
Pezzoni und Maniche fehlen auch
Fabrice Ehret, der nach seiner Knieverletzung wieder trainiert, ist dagegen noch nicht bereit für die Startelf.
Nun bin ich gespannt auf die Taktik. Vielleicht muss Soldo wegen der Verletzungprobleme komplett von der defensiven Marschroute abrücken und doch mit vier Offensiven spielen. Sicher scheint, dass McKenna in die erste Elf rückt. Wenn nicht als Verteidiger, dann auf der Sechs. Freis muss nun einfach wieder eine Chance erhalten. So könnte Köln dann spielen:
Mondragon
McKenna – Mohamad – Geromel – Brecko
Schorch – Petit
Freis ————————– Tosic
Novakovic – Podolski
Falls Soldo doch nur mit drei Offensivspielern starten möchte, dürfte Freis erstmal draußen sitzen und Matuschyk zu seinem Bundesligadebüt kommen. Oder wird Womé fit und Brecko rückt dafür ins Mittelfeld?
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Fußball Bundesliga, 24. Spieltag
27.02.2010 18:30
Schadensbegrenzung. Darum geht es am Samstag. Zumindest für mich. Nach der bitteren 1:5-Klatsche gegen Stuttgart müssen wir nun wieder was für unsere Psyche tun. Ich erwarte keinen Sieg. Selbst ein Remis wäre vermessen. Aber immerhin eine anständige Leistung und nicht mehr als zwei Gegentore. Bitter nur, dass gerade jetzt Bayer 04 Leverkusen kommt.
Vor deren Offensive habe ich echt Angst. Da muss uns was einfallen, damit wir nicht komplett unter die Räder geraten. Wir werden nicht ins offene Messer laufen, das scheint schon jetzt klar. Aber wir müssen zu unserer defensiven Ordnung finden. Unsere Viererkette wird enorm unter Druck stehen. Hier müssen allen voran Mohamad und Geromel wieder Turm in der Schlacht sein.
Das gesamte Team muss sie unterstützen und defensiv arbeiten. Wenn dann mal ab und an ein gefährlicher Konter gefahren wird. Umso besser!
Die Motivation sollte vorhanden sein. Nicht nur wegen der Niederlage vor Wochenfrist, sondern auch wegen dem Derby an sich. Eine gute Ausgangsposition also, um recht unbefangen, aber doch hundert Prozent konzentriert aufzutreten.
Wunder gibt es immer wieder.
Am Samstag brauchen wir aber mehr als das. Oder einfach nur eine Schadensbegrenzung…
Diese Aufstellungen erwarte ich für Samstag
Adler
Schwaab – Friedrich – Hyypiä – Castro
Vidal — Reinartz
Barnetta ——————- Kroos
Kießling – Derdiyok
———————————————
Novakovic — Podolski
Tosic
Petit ——- Maniche
Pezzoni
Brecko – Mohamad – Geromel – Schorch
Mondragon
Jupp Heynckes muss eigentlich kaum was ändern. Nur Hyypiä kehrt in die Abwehrreihe zurück. Dafür dürfte Reinartz wieder ins Mittelfeld rücken und dort Lars Bender verdrängen.
Zvonimir Soldo hat angekündigt, die Defensive zu stärken. Es passt also ganz gut, dass jetzt der Spitzenreiter kommt. Da erwartet ohnehin niemand, dass wir unser Heil in der Offensive suchen. Soldo kann also ganz beruhigt Beton anrühren und versuchen möglichst lange ein 0:0 zu halten. Drei defensive Spieler werden also beginnen, wobei die beiden auf den Halbpositionen leicht nach vorne gerückt werden. Wie zum Rückrundenstart. Maniche dürfte eine Bewährungschance erhalten. Wenn nicht, schlägt vielleicht die Stunde von Mc Kenna. Wenn nicht in defensiven Mittelfeld (wovon auszugehen ist), dann als rechter Außenverteidiger, wodurch Schorch nach vorne rücken könnte.
Problematischer wird es in der Offensive. Dort wird mit nur einer Spitze und zwei offensiven Außen gerechnet. Freis wird wohl weiter erstmal zuschauen müssen. Tosic und Podolski dürften die beiden offenen Stellen erhalten. Aber, Herr Soldo, wenn sie schlau sind, spielen sie mit zwei Stürmern. Bei eh nur drei Offensiven, ist es ziemlich egal, ob eine Spitze oder zwei. Zudem fühlt sich Poldi zentral wohler und hat gegen Stuttgart als zweiter Angreifer durchaus Ansätze gezeigt. Tosic dürfte demnach zentral dahinter beginnen. Ausgestattet mit allen Freiheiten, die seine Qualitäten unterstreichen dürften.
Die einzige Gefahr dabei: Die beiden Flügel würden verwahrlost und Leverkusen Platz zum Marschieren geben.
Das sagt der Gegner
Stefan vom Bayer04-Blog stand mir Rede und Antwort. So “friedlich” wünsche ich mir das dann auch für den Samstag. Auf dem Rasen, aber vor allem auf den Tribünen und um’s Stadion herum.
Spielfeldrand: Hallo Stefan, Glückwunsch zum Bundesligarekord mit 23 ungeschlagenen Spielen von Saisonbeginn an. Damit habt ihr wohl die gesamte Bundesliga überrascht. Hättest du mit so einem Höhenflug von Anfang an gerechnet und wie erklärst du dir diese konstant gute Saison?
Stefan: Klar, das war doch abzusehen, dass wir diese Saison ungeschlagen bleiben. Alles andere wäre ja die reinste Farce.
Also nein, es war natürlich nicht abzusehen, aber ich denke auch nicht, das Leverkusen die alleinige Überraschung dieser Saison ist. Was Magath mit teils sehr unerfahrenen Spielern in Schalke macht, kommt für mich noch überraschender. Auch dass Mannschaften wie Frankfurt und Mainz immer noch vor Wolfsburg, Hoffenheim oder dem VFB stehen, sorgte für großes Staunen in der Öffentlichkeit. Aber das ist immer so. Eine Saison endet nie, wie man sie sich vor Begin vorgestellt hat.
Leverkusen hatte eigentlich immer die Klasse, um auch ganz vorne mitzuspielen, aber uns fehlte nun mal die Konstanz. Und damit meine ich nicht nur letzte Saison unter Labbadia. Auch schon einige Saisons zuvor. Unter Augenthaler, zum Beispiel, haben wir ja traditionell immer nur eine gute Halbzeit hingelegt, wenn ich mich da recht entsinne. Woran es diese Saison genau liegt, kann ich nicht sagen. Da wird jeder seinen Teil dazu beitragen. Vom Duo Heynckes/Hermann über einzelne Spieler bis hin zum gesamten Umfeld. Es passt einfach.
Spielfeldrand: Für euch spricht zweifellos eure Offensive. 50 Tore sind aktuelle Bundesligaspitze. Aber auch die Defensive um Sami Hyypiä steht wie eine Bank. Sind eben jener Hyypiä, dann noch Goalgetter Derdiyok und natürlich Jupp Heynckes am Spielfeldrand die entscheidenen Puzzleteile, die euch in den letzten Jahren zum Erfolg gefehlt haben?
Stefan: Jein. Hyypiä ist definitiv einer, der in den letzten Jahren gefehlt hat. Aber ein Spieler seiner Klasse fehlt auch dem FC Bayern in der Innenverteidigung. Das war einfach ein richtig guter Zug von Völler und Co. Derdiyok spielt zwar eine gute erste Saison, aber letztes Jahr hatten wir mit Kießling und Helmes auch ein Sturmduo, das herrlich zusammen passte.
Mit der Verpflichtung von Jupp Heynckes hat die Führungsetage einen anderen Weg eingeschlagen. Die jungen Trainer Skibbe und Labbadia haben einfach nicht den erwarteten Erfolg gebracht. Wobei das sicherlich nicht an ihrer Klasse liegt. Vor allem Skibbe halte ich für einen sehr fähigen Trainer. Hätte er am letzten Spieltag noch die Uefa-Cup Teilnahme gesichert, wäre er auch sicherlich Trainer bei uns geblieben. Heynckes ist aber im Gegensatz zu Labbadia und Skibbe nun mal sehr erfahren, hat sogar schon die Champions League mit Real Madrid gewonnen. Anscheinend weiß er, wie man mit unseren jungen Spielern umgehen muss. Dazu kommt auch, dass Spieler wie Barnetta oder Kießling durch die letzten Jahre einfach gewachsen sind. Das sind nicht mehr die blutjungen und nervösen Spieler. Vor allem sind sie aus dem „Die sind noch jung, die dürfen auch mal schlecht Spielen“-Schema rausgefallen. Dies gilt eher für Spieler wie Kroos, Reinartz oder Vidal.
Spielfeldrand: Allerdings rückt euch der FC Bayern München mittlerweile gefährlich auf die Pelle. Die Luft wird merklich dünner. In den letzten zehn Jahren ist es nur einmal dem FCB gelungen am Ende die Meisterschaft zu erringen mit zehn Unentschieden, die ihr jetzt schon auf dem Konto habt. Kosten euch diese Remis, wie zuletzt gegen Bremen am Ende vielleicht sogar die Meisterschaft?
Stefan: Mal zum „Kampf“ gegen die Bayern allgemein: Die Medien schreiben mehr als es wirklich ist. Schlussendlich muss man es so sehen: Die Bayern haben vor der Saison die Meisterschaft als Ziel ausgeben und dafür ca. 60 Millionen allein für Robben und Gomez ausgegeben. Was steht denn bei uns auf dem Platz? Ein Kießling, den man für 5 Mio. holte. Renato ist der derzeit teuerste mit 10 Mio. Euro Ablöse… und der spielt überhaupt nicht. Aber natürlich weiß man, dass die Meisterschaft möglich ist. Aber die Saison ist noch lang, 33 Punkte kann jede Mannschaft noch holen.
Mit den Unentschieden verhält es sich ähnlich: Im Kampf um die Meisterschaft könnten sie hinderlich sein. Aber dass es überhaupt so kam, dass man heute von Meisterschaft sprechen kann, liegt genau an diesen Unentschieden. Die holte man u.a. in München, in Gelsenkirchen, in Hamburg und zweimal gegen Bremen. Dazu eins zuhause gegen den BVB. Da kann man auch mal verlieren und schon hat der Gegner zwei Punkte mehr auf seinem Konto. Hätte man diese wichtigen Unentschieden der Hinrunde verloren, stände man jetzt auf Platz 4 oder so. Leverkusen hat nicht die Klasse um 30 Siege in einer Saison zu holen, aber dann soll der Gegner wenigstens nicht mit drei Punkten belohnt werden.
Spielfeldrand: Die WM 2010 rückt mit großen Schritten näher. Wer aus eurer Mannschaft muss noch unbedingt mit nach Südafrika reisen? Bei Jogi Löw, aber auch in einem anderen Nationalteam.
Stefan: Also Adler scheint ja sicher dabei zu sein, auch wenn ich Neuer als aktuelle Nummer Eins im Tor sehen würde. Er ist einfach besser. Bei Kießling bin ich mir gar nicht sicher, ob der beim Löw ganz oben auf der Liste steht. Aber er sollte auf jeden Fall mit. Ich denke, er würde sich ganz gut neben Gomez machen. Für Helmes sehe ich eigentlich kaum noch Chancen, erstens durch seine Verletzung und zweitens durch seinen Bankplatz. Sollte Rolfes wieder rechtzeitig fit und in Form sein, ist er sicher dabei. Er spielt hervorragend mit Ballack in der Zentrale. Da gefällt er mir besser als Khedira. Mal schauen, ob Schweinsteiger auch in der Nationalmannschaft neben Ballack ran darf. Auf den Außen nimmt er zu oft das Tempo aus dem Spiel. Manuel Friedrich wird wohl nicht mitfahren, da er als Ergänzung wohl lieber auf die jungen Tasci oder Boateng setzt. Auch Hummels könnte noch mitfahren. Früher hab ich mich ab und zu geärgert, wieso Metzelder jetzt wieder mit darf und Friedrich nicht, aber jetzt sind die Jungen zu gut und auch zu Recht dabei. Bleibt nur noch Castro als WM-Kandidat übirg. Er MUSS meiner Meinung mit. Nicht zuletzt wegen seiner Variabilität. Der kann links und rechts in der Abwehr und im Mittelfeld spielen, dazu als Sechser vor der Abwehr und seine Leistungen in der dieser Saison sind nun mal WM-reif, wenn man sich mal die Konkurrenten Schäfer oder Beck ansieht.
Bei den anderen Teams gibt’s auch den ein oder anderen Kandidaten: Vidal wird völlig zu Recht mit Chile wohl sicher dabei sein, Barnetta und Derdiyok mit der Schweiz, wobei Derdiyok wohl eher der Bankdrücker hinter Frei und Nkufo sein wird. Er hat in der Schweiz nicht den besten Ruf, da seine Leistungen vor Leverkusen sehr durchwachsen waren. Eigentlich gibt es nur einen neben Castro, der es eigentlich verdient hätte dabei zu sein, es aber wohl nicht wird: Renato Augusto. Aber als brasilianischer Mittelfeldspieler hat man natürlich extrem starke Konkurrenz. Seine Zeit wird sicherlich noch kommen, lange können wir den in Leverkusen nicht mehr halten. And last but not least: Sarpei wird mit Ghana am Start sein. Man muss sich halt nur die richtige Nation raussuchen, dann schafft’s auch der Dauerbankwärmer.
Spielfeldrand: Am Samstag steht das Derby an. Köln wurde zuletzt von Stuttgart regelrecht abgeschossen und muss nun eure Offensive in den Griff bekommen. Selbstvertrauen herscht in Köln nach dem guten Rückrundenstart nicht mehr. Es droht eine klare Geschichte für Bayer 04 zu werden. Was erwartest du für ein Spiel?
Stefan: Ich erwarte einen starken FC, der auf Wiedergutmachung aus ist. Ihre Abwehr, besonders Geromel, ist gar nicht so schlecht, wie sie manchmal gemacht wird. Wenn sie hinten gut stehen, wird das alles andere als leicht für uns. Trotzdem gehe ich natürlich, wie könnte es auch anders sein, von einem Sieg der Bayer-Elf aus. Der muss einfach sein, wenn man sich gegen Schalke und Bayern weiter behaupten will.
Spielfeldrand: Zu guter Letzt: Wo wirst du die Partie verfolgen und wie lautet dein Tipp?
Stefan: Ich hoffe, ich kann die Partie überhaupt verfolgen. Am Samstag ist großes Familienfest bei uns und ich bin extra für ein paar Tage in meiner alten Heimatstadt. Deswegen ist es noch unsicher, ob ich das Spiel verfolgen kann bzw. werde. Es wäre erst das zweite in dieser Saison, das ich verpassen würde.
Mein Tipp? Unsere Defensive ist zu stark für euch, deswegen halten wir hinten schon mal die Null. Vorne feiert Hyypiä sein Comeback gleich mit einem Tor und Barnetta gönne ich eins. Ergo wird’s ein 2:0.
Mein Tipp
Es wird schwer für uns. Leverkusen hat die Saison noch kein Spiel verloren. Zuhause in elf Partien 28 Treffer erzielt und besonders durch seine Offensive begeistert (selbst mich). die individuelle Klasse macht da auch mal in schlechteren Spielen den Unterschied aus. Ein Kroos, ein Derdiyok, ein Kießling. Sie alle können aus dem Nichts einen Treffer erzielen. Das wird echt schwer für die Kölner Abwehr.
Es heißt, mal ausnahmsweise nicht früh in Rückstand zu geraten. Sonst wird es wohl zu einem Debakel. Der FC wird tief stehen und mit aller Kraft verteidigen. Leverkusen ist nicht in der Wahnsinnsform der Hinrunde und könnte sich vielleicht schwer anstellen. Am Ende siegt aber die individuelle Klasse. 1:3.
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