Kölsche Lösung – Kölscher Klüngel

Sind keine Kölner Urgesteine an der Macht, fehlt den Fans die Identifikation. Sie wollen ihre ehemaligen Helden am Ruder sehen. Die Presse schreit nach Verantwortung, die diese Heroen für ihren Verein tragen.

Köln hilft dem DFB

Eigentlich war es ja immer anders herum. In Köln hing Lukas Podolski zuletzt immer durch, um in der Nationalmannschaft richtig aufzublühen. Dort hatte er die Mitspieler und das Vertrauen, dass er für sein Spiel benötigt, während in Köln ein enormer Druck auf seinen Schultern lastet.

Wenn sich Siege relativieren

Ich erinnere mich noch gut zurück. Knapp drei Monate ist es jetzt her. Mitte November. Die Bundesliga lief auf Hochtouren und ich war außer Landes. So saß ich regelmäßig abends vor dem Netbook und kostete die kostenlosen W-Lan-Zugänge Amerikas aus, um mich zumindest halbwegs auf dem Laufenden zu halten. Wie es meinen Leute daheim geht und was der FC so treibt. Im Prinzip war es egal, da wir ja bekanntermaßen mit dem Hammerprogramm zu kämpfen hatten und ich ohnehin nicht mit einem Zähler gerechnet hatte, bis ich wieder zurück in Deutschland bin.

Warum Marin nach England wechseln muss

Boah, ich kann es nicht mehr hören. Jetzt jammert uns Marin die Ohren voll, dass er von wirklich jedem Kölner einmal gelegt wurde. Ich könnte kotzen. Er sollte es als Wertschätzung seiner Form sehen. Gerade durch das Fehlen von Özil projezierte sich im Offensivspiel der Bremer vieles auf den jungen Nationalspieler. Verständlich, dass ein Spieler seiner Klasse mehr im Fokus steht und ein leichtfüßiger Dribbler halt unsanfter gestoppt wird, werden muss. Anders geht es kaum. Ist halt so.

Zeit für einen Systemwechsel

Es geht drunter und rüber. Beim FC und in der Presse. Noch stehen die Verantwortlichen hinter ihrem Trainer, aber die lieben Journalisten krähen schon nach der Entlassung. Gab schließlich schon lange keine mehr und Woche für Woche über Nova und Poldi schreiben langweilt auch irgendwann. Also neues Thema: Trainer wegschreiben, danach eifrig spekulieren und den neuen Coach huldigen.

Wie auch immer.

Es muss auch anders gehen.

Schnell einen Sportplatz finden

Köln ist ja sowas wie meine zweite Liebe, wenn es um deutsche Städte geht. Hamburg ist mittlerweile meine echte Heimat geworden und wenn es sich vermeiden lässt, gehe ich hier nie wieder weg. Köln wäre – wenn ich es mir irgendwann aussuchen darf/muss – die einzige Stadt, in die ich ohne langes Zögern ziehen würde. Vorrangig natürlich wegen dem 1. FC Köln. Aber auch die Leute, die Altstadt und das Flair sprechen für die Stadt am Rhein. Mittlerweile sogar wegen einer einziges Webseite: easysport

Ich flehe um Verzeihung

Ich muss mich revidieren, entschuldigen und auf den Knien rutschen.

Ich habe ihm unrecht getan. Ich habe ihn verschmäht, ich habe ihn kritisiert, ich habe mein Vertrauen in ihn verloren.
Ich habe ihn als Tauschobjekt angeboten.
Ich habe mich so dermaßen geirrt.

Er hat Kraft und Selbstvertrauen getankt.
Er hat sich in den Dienst der Mannschaft gestellt.
Er hat gerackert.
Er hat getroffen.

Zwei Siege, drei Punkte

Mensch, da ist man mal drei Wochen weg und dann passiert so viel. Nicht Zvonimir Soldo musste seinen Hut nehmen, sondern Koller und Favre. Hertha und Dortmund im Keller. Köln also in guter Gesellschaft. Und nicht Letzter!

Weil uns doch noch ein Sieg des Hammer-Auftaktprogrammes gelungen ist. Danke ins Schwabenland. 2:0 gegen Stuttgart. Das kann sich sehen lassen.

Genauso überraschend das Weiterkommen im Pokal. 3:2 gegen den aktuellen Deutschen Meister. Geil. Nun geht es gegen Baslers Eintracht Trier.

Das könnte Köln den Zahn ziehen

Torlos gegen Frankfurt. Zudem mit allen Stars inklusive der Rückkehrer Geromel und Novakovic. Da hätte mehr kommen müssen. Besonders bei unserem Programm. Es hätte sogar mehr herausspringen können. Von Eintracht kam herzlich wenig. Der FC hat das Spiel über weite Strecken bestimmt, aber kaum für Gefahr gesorgt. Und da sind wir bei unserem wohl größten Problem. Auch für die kommenden Wochen. Wenn wir die Chancenverwertung nicht verbessern, geht es schnell wieder runter. Ganz runter. Nachdem Köln in den ersten beiden Spielen kaum eigene Torchancen hatte, gab es diese am Samstag nicht reihenweise, aber ausreichend. Zumindest so zahlreich, um daraus einen Nutzen zu schlagen. Der Treffer viel nicht und das lässt nur Böses erahnen. Selbst wenn ich aktuell keine Muße habe, wirklich tiefergehend zu recherchieren, aber wenn ich nicht gänzlich falsch lag, ist Köln immer abgestiegen, wenn die Chancenauswertung (mit) die schlechteste der Liga war. Die Möglichkeiten werden erspielt, aber nicht genutzt.