Warum die Trennung von Peter Stöger nicht nachvollziehbar ist

Es wurde schon so viel gesagt und geschrieben.
Eigentlich alles wurde bereits durchgekaut.
Aber nachdem ich gestern Gründe gesucht habe, die für die Trennung von Peter Stöger sprechen, muss ich meine Gedanken einfach loswerden.

In mir herrscht Leere. Ich war nicht mal geschockt. Kein Riesenhass, der sich aufgebaut hatte. Keine Wut. Einfach Leere.
Der EffZeh hat mich nicht verloren, aber seit der Geburt meiner beiden Söhne sicherlich an Bedeutung verloren. Trotzdem geht es mir verdammt nochmal nahe, wenn ich sehe, was mit meinem Verein passiert.
Was richtig weh tut ist nicht mehr der drohende Abstieg – das hatten wir oft genug und ist sogar verkraftbar. Was richtig weh tut ist die Tatsache, dass wir alles, was wir in den letzten viereinhalb Jahren aufgebaut haben komplett einreißen. Selbstverschuldet und nicht durch äußere Einflüsse.
Nie standen die Fans so hinter einem Trainer und der sportlichen Führung. Nie hatten wir einen so starken Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft. Schon lange hatten wir nicht mehr so ein professionelles Auftreten.
All das wurde in den letzten Monaten mit Füßen getreten. Der 1. FC Köln hat sich selbst zerstört.
Mit dem Höhepunkt der Entlassung von Peter Stöger.

Die Führungsriege (und so unfair es ist auch der neue Trainer) wird es in den nächsten Wochen und Monaten schwer haben. Es wird Liebesbekundungen von den Tribünen an Peter Stöger geben. Dem Vorstand dürften heftige Worte blühen. Nur schneller Erfolg dürfte hier die Wogen etwas glätten. Haha, wir wissen alle, dass der nicht so schnell kommt… und selbst wenn, wird Pitter noch eine lange Zeit über uns kreisen.

Der Boulevard und das Fernsehen freuen sich jetzt schon auf emotionsgeladene Bilder, mit denen der „alte EffZeh“ wieder ins grässliche Licht geschoben wird. Und der Verein ist selber Schuld.

Dabei wissen wir alle, warum es zu der Misere gekommen ist, die wir jetzt vorfinden.
Verpasste qualitative Kaderzusammenstellung im Sommer. Eine riesige Verletzungsmisere (dessen Gründe gefunden werden müssen). Mehr als nur unglückliche (Video)Schiedsrichter-Entscheidungen.
Der Wille der Mannschaft war zuletzt da. Das Vertrauen und der Rückhalt in das Trainerteam bis zum Schluss – das hat der Applaus der Spieler an den Trainer auf Schalke deutlich gezeigt. Da kann ein Trainer nicht mehr rausholen. Unabhängig davon, dass dieser ohnehin keine Chance hat eine individuelle Mannschaft aufzustellen, da die Auswahl mehr als begrenzt ist.

Diese Saison kann man abhaken. Es gilt jetzt die Grundlagen für den Aufstieg 2019 zu liegen.
Nur fehlt mir die Kreativität einen geeigneten Trainer für diese Mission zu finden. Ich sehe niemanden, den ich sofort verpflichten würde.
Peter Stöger wäre der beste Mann gewesen. Er hätte hier was aufbauen können und hat die ersten Schritte dafür bereits getan. Wenn auch verletzungsbedingt. Aber wird ein neuer Trainer auch in der Rückrunde junge Spieler, wie Bisseck, Ouahim, Özcan & Co. bringen?

Stöger hat sich bei vielen Spielern Respekt und Vertrauen aufgebaut. Etwas, was in der Kaderplanung für 2018/2019 noch spannend werden wird. Ich vermute, dass uns im Sommer mehr Spieler verlassen werden, als es mit einem Trainer Peter Stöger der Fall gewesen wäre. Ich habe das Gefühl, dass hier einzelne Spieler das Vertrauen zurückgegeben hätten und den Gang in die zweite Liga angetreten wären. Bei einem Heintz, Bittencourt und Guirassy sehe ich da eher schwarz.

Dafür dürfen wir uns dann auch in der zweiten Liga über Lehmann und Rausch „freuen“, die durch Stöger gestützt wurden und noch Vertragsverlängerungen abstauben konnten.
Apropos Kader. War Stöger nicht auch bereits in die Wintertransfers mit einbezogen? War diese Arbeit jetzt für die Katz und wir beginnen von Neuem? Haben wir hier Zeit verschwendet bzw. aufgewendete Arbeit direkt in die Tonne gekloppt?

Es macht alles einfach gar keinen Sinn.
Das nervt, es frustet, lässt mich aber vor allem ratlos und leer zurück.

Trotz allem: Der Support erlischt nicht. Es geht weiter. Irgendwie.
Come on EffZeh!

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