Warum die Trennung von Peter Stöger nachvollziehbar ist

Aus und vorbei.
Nach vier Jahren überaus erfolgreichen Jahren haben sechs Monate mit sportlichem Misserfolg Peter Stöger beim 1. FC Köln das Genick gebrochen.
Seitdem überschlagen sich die Emotionen. Gerade aus Fankreisen (vereinsübergreifend) herrscht große Ratlosigkeit und riesengroßer Frust über diese Trennung.
Der Absturz der letzten Wochen wird nur in geringem Maße Stöger angekreidet. Nur vorweg, mir geht es genauso und ich stehe Leere vor einem möglichen Scherbenhaufen.
Bevor wir alles über den Haufen werfen und den Verein komplett in Trümmern sehen, ein kleiner Versuch, warum die Trennung durchaus nachvollziehbar war. Sogar zu diesem – scheinbar ungünstigen – Zeitpunkt.
Morgen folgt ein weiterer Blogpost, der in die andere Richtung geht…

Ja, wir Fans lieben unsere Traditionen und wir fühlen uns wohl in fussballromantischen Vorstellungen. Dazu zählt auch, dass wir an einem sympathischen Trainer bis zum Ende festhalten und mit ihm den Gang in die zweite Liga gehen. Nüchtern betrachtet wollen wir aber alle erfolgreich sein. Wenn nicht kurzfristig, dann mittelfristig. Wir wollen unsere Mannschaft siegen sehen. Wir wollen Punkte in der Tabelle für uns aufleuchten sehen. Das war in Köln in dieser Saison nicht der Fall. Nüchtern betrachtet lässt der Schritt keinen anderen Schritt zu.

Denn ehrlicherweise haben wir in den letzten Wochen keine Verbesserungen gesehen. Ja, es gab Verletzungen. Aber was hilft es der Mannschaft, wenn man immer sagt, dass sie zum Trainer stehen und den Willen zum Siegen zeigen, aber am Ende nichts dabei rumkommt. Ein positiver Trend war nicht zu sehen. Und ehrlicherweise hat doch keiner wirklich daran geglaubt, dass zwei oder drei Neuverpflichtungen im Winter das geändert hätten. Zu groß waren die spielerischen Mängel…

Peter Stöger hatte in den letzten Jahren dadurch brilliert, dass er auf Unwegbarkeiten reagiert hat. Er hatte ein Händchen dafür sein Team perfekt einzustellen und innerhalb einer Halbzeit gravierende Anpassungen vorzunehmen, die gefruchtet haben. Sowas haben wir in dieser Saison noch nicht wirklich gesehen – oder viel zu selten. Eventuell hat er sich abgenutzt und war an sein natürliches Ende am Geißbockheim angekommen.

Am Personal wird sich in den nächsten Wochen nichts ändern. Der Impuls muss demnach über eine neue Ausrichtung, ein angepasstes System, eine motivierende Ansprache kommen. Etwas, was Stöger nicht mehr geglückt ist. Eventuell ist genau deshalb der Impuls durch einen neuen Trainer genau das, was die Mannschaft jetzt benötigt. Möglicherweise bracht es eine härtere Gangart…

Darüber hinaus scheint ein gewisser Teil der Anhänger bereit mit Stöger in die zweite Liga zu gehen. Aber hat jemand mal eine Aussage von Stöger vernommen, dass er diesen Schritt mitgegangen wäre? Also explizit, dass zweite Liga für ihn nochmal in Betracht kommen würde?

Bleibt noch der Zeitpunkt. Mitten im Nirgendwo, wo der Abstieg besiegelt scheint, ein Feuerwehrmann weniger bringt und vor allem gegen die kontinuierliche Arbeit der letzten Jahr spricht. Dazu vor dem letzten Europa League-Vorrundenspiel, mitten in einer riesigen Verletzungsmisere und mit drei englischen Wochen vor der Brust, in der eine konzentrierte Vorbereitung quasi nicht möglich ist. Aber eventuell ist es genau der richtige Zeitpunkt, wenn man nicht nur auf die kurzfristige Ausrichtung schaut. Wenn man jetzt schnell einen Trainer findet, der dann im Winter endgültig übernimmt, kann genau dieser Trainer bereits jetzt in die Wintertransferplanungen einbezogen werden. Er kann seine Vorbereitung entsprechend planen und den Kader so analysieren, um 2018 fokussiert durchzustarten.

Die Kommunikation kann man ohne Zweifel grenzenlos kritisieren. Für die Trennung zu diesem Zeitpunkt gibt es aber durchaus Gründe, die nachvollziehbar sein könnten…

Die Mannschaft braucht unsere Unterstützung deshalb mehr denn je. Also, come on EffZeh!

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