Warum der Ausfall von Cordoba ein Glücksfall sein kann

Zum Status unserer Stürmer wurde schon viel geschrieben – vollkommen normal, wenn ein 25 Tore-Mann einen Verein verlässt und seine Nachfolger noch nicht in die Spur finden. Oder aktuell nicht als Goalgetter daher kommen. Wenn dann noch Verletzungen dazu kommen, macht es das für einen Verein nicht unbedingt besser.

Und doch könnte die Verletzung von Jhon Cordoba einen positiven Effekt auf die aktuellen Leistungen haben.

Oder auf einzelne Spieler. Eventuell ist das der Brustlöser für Sehrou Guirassy. Was wurde er in der Vorbereitung schon gelobt, um dann nach einem Startelfeinsatz die ganze Kritik über ihn auszuschütten. Auf einen jungen Kerl, der lange verletzt war und der noch gar nicht angekommen sein kann. Ein Typ, der vorher bei seinen Einwechslungen einen ordentlichen Eindruck hinterlassen hatte. Vor allem aber einem Spieler, dem man Zeit und Vertrauen aussprechen sollte. Support geben. Zum Glück bin ich mir sicher, dass er all das von Stöger bekommt und selbst die Nichtberücksichtigung im letzten Spiel kein Zeichen war, dass er nicht mehr auf ihn baut. Wir kennen Stöger mittlerweile ganz gut, dass man sich vorstellen könnte, dass Guirassy gegen Stuttgart im Kader steht… und im Idealfall innerhalb der nächsten Wochen auch selbstbewusster auftritt.

Meine „Hoffnung“ liegt aber woanders.
Ich vermute ja, dass Stöger Osako ganz nach vorne zieht. Als Stürmer war er schon immer am stärksten. Und ja, man kann nicht verhehlen, dass er ideal neben einem bulligen Stürmer (der Marke Modeste mit eingebauter Torgarantie) die ideale Ergänzung des Zwei Mann-Sturms bildete.

Darüber hinaus habe ich aber keine Bedenken, wenn er der zentrale Mann im Angriff ist. Was sicherlich eine Abkehr von dauerhaft hohen Bällen in den Strafraum bedeuten würde. Was OK ist. Ich bin kein Freund davon, den Ball immer nur hoch und weit nach vorne zu bolzen. Und dass Osako Flanken mit dem Kopf verarbeiten kann, muss nicht erwähnt werden.

Dafür dürften flache Pässe und Kombinationen dazu führen, Osako im Strafraum in Abschlussposition zu bringen. Also dort, wo wir bisher noch nicht wirklich oft gefährliche Situationen kreierten.

Was wir hier natürlich benötigen, sind Spieler, die mit dem Ball umgehen könne, Zug zum Tor entwickeln und den Weg in den Strafraum suchen. Bittencourt ist prädestiniert. Mit seiner grundsätzlichen Technik wäre Jojic ebenfalls so einer. Bei beiden gespickt mit dem Mut zum eigenen Abschluss. Einen von diesen bräuchte man als klassischem Zehner. Eine Position, die ich beiden zutrauen würde. Eine Position, die die Abkehr vom 4-4-2 hin zum 4-2-3-1 bedeuten würde. Aber genau das dürfte uns aktuell helfen.

Mehr Kontrolle im Mittelfeld und daraus aber nicht „blind“ Bälle in die Mitte bringen, sondern versuchen spielerisch und schnell in Abschlussposition zu kommen – und zwar innerhalb des Strafraums. Das Tor gegen Leipzig hat Osako hoffentlich Selbstvertrauen geschenkt. Schon vor der Saison hatte ich ihm eine zweistellige Torausbeute zugetraut. Jetzt wäre der Zeitpunkt, dieser Erwartung gerecht zu werden.

Ich würde hierzu Jojic gern auf der zehn sehen. Aber irgendwann hätte ich mal Lust Bittencourt in dieser zentralen Position zu beobachten. Ein Handwerker-Hype ist sicherlich viel zu früh, aber eventuell ergibt sich bald die Möglichkeit, dass der Junge dauerhaft links offensiv für Druck sorgt und damit Bittencourt mehr Freiheiten (in der Zentrale) genießt.

Ein Kreativspieler auf der Zehn und eine kleine Abkehr von hohen Flanken dürften uns jetzt helfen. Was nur möglich ist, da Cordoba erstmal ausfällt. Was aber nicht bedeutet, dass ich ihm nicht trotzdem eine baldige Rückkehr wünsche. Denn noch immer glaube ich, dass er der Mannschaft gut tun kann.

Am Ende ist mir aber auch egal, ob wir mit einem Stürmer spielen, zwei oder gar drei. Ob Guirassy aufläuft, Handwerker oder Zoller. Hauptsache wir feiern am Freitag einen Dreier in Stuttgart.

Come on EffZeh!

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