Nach der Europa League-Auslosung und dem HSV


Wenn die Freude nur kurz aufblitzt

ARSENAL!
Die Kollegen schrecken auf. Selbst die mit Kopfhörern blicken auf und sehen mich – mit ausgestreckten Armen hinter dem Schreibtisch stehen.

Arsenal. Und Borisov?

Stille.

Wie spielen im Europapokal gegen Arsenal.
Noch gestern hatte ich mich gewundert, dass die Kölner Twittertimeline so durchdreht wegen einer Auslosung. Und dann steh ich am Bildschirm und verfolge mit pochendem Herzen, wie Zettelchen aus Kugeln gezogen werden.
Die Ernüchterung folgte recht schnell, als ich realistierte, dass ich den Auftakt in London nicht miterleben kann, da ich an dem Tag beruflich gebunden bin.

Ein Europa League-Spiel muss trotzdem (hoffentlich – Losglück vorausgesetzt) drin sein.
Abends dann Alltag Bundesliga.

Mit der Hoffnung auf ein 1:0, aber der Befürchtung, dass es nichts zu holen gibt. Wegen noch fehlender Schlagkräftigkeit und Treffsicherheit in der Offensive. Osako machte Hoffnung.
Wir wissen, wie es endete.
Defensiv teilweise katastrophal verteidigt. Ironie pur, wie man mit so harmlosen Standards zwei Tore nach ruhendem Ball erzielen kann. Aber geht halt, wenn Harmlosigkeit nicht verteidigt wird. Schlafmützigkeit hoch zehn.
Im Mittelfeld ohne Ideen. Viel Stückwerk. Schleppender Spielaufbau. Keine kreativen Ideen. Der frühe Ausfall von Risse tat sein übriges – die Auswechslung von Bittencourt beförderte das nochmal. Osako danach auf dem Flügel – absolut verschenkt.

Und Clemens. Oh man. Der war mal so gut und macht aktuell gefühlt alles falsch. Man sieht, dass er etwas erzwingen will und sich dann oft falsch entscheidet. Da würde ich aktuell eher Rudnevs auf dem Flügel den Vorzug geben… oder lieber Olkowski im Flügelduett mit Klünter?
So viele Pässe in den Rücken des eigenen Mitspielers, die schnelle Kombinationen verhindern und Schussgelegenheiten schon im Keim ersticken. Kein Wunder, dass die meisten Schüsse, die Richtung Mathenia gerichtet waren eher lasch daherkamen. Selten war da mal Druck hinter, um Gefahr auszustrahlen.
Der HSV hat das extrem clever gespielt und war im Abschluss eiskalt. Punkt. Der Platzverweis von Mavraj war dämlich, die Schauspieleinlage von Papadopoulos einfach peinlich. Aber ist nicht mein Problem.
Es ist schwer positives zu sehen. Doch auch das gab es – trotz all dem Frust, der in mir brodelt.
Klünter hat mir auf dem Flügel enorm gefallen. Immer wieder mit guten Läufen, ordentlichen Flanken, überraschenden Finten und Zug zum Tor. Klar, auch hier gab es zwischenzeitlich dämliche Ballverluste. Aber er wollte.
Genauso wie Cordoba und Guirassy. Defensiv bei Standards wichtig, im Angriff anspielbereit und mit Mut zum Abschluss. Leider ohne das letzte Quentchen, dass für Herzrasen der gegnerischen Hintermannschaft sorgt. Aber die Ansätze gefallen und machen Hoffnung auf mehr, dass da mehr kommt, wenn man ein Ding reingeht. Gegen Augsburg würde ich gern einen Doppelsturm mit beiden sehen und einem Osako dahinter.
Dass an dem Tag überhaupt ein Treffer gelang, ist schon eine Erwähnung wert. Immerhin nicht gänzlich torlos. Da keimte sogar kurzzeitig Hoffnung auf. Dass man dann nochmal ausgekontert wird – das Risiko muss man gehen. Spricht für den HSV. Aber genauso schön, dass man selbst danach nochmal den eigenen Weg nach vorne suchte.
Das macht Mut. Die Mannschaft will. Sie kann aktuell wohl nur leider noch nicht so richtig gut. Es sind teilweise Kleinigkeiten. Teilweise größere Sachen, an denen Stöger arbeiten wird. Augsburg muss dann schon gewonnen werden. Wird es auch.
Come on EffZeh!

One comment on “Wenn die Freude nur kurz aufblitzt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.