Der Zehner ohne Zehn

Es hatte sich die letzten Tage bereits angekündigt und wurde dann am Wochenende perfekt gemacht. Milos Jojic trägt ab sofort das Trikot des 1. FC Köln. Er soll die kreative Lücke schließen, die der EffZeh seit zwei Jahren hat. Der 23-jährige ist offensiv flexibel einsetzbar, ist aber vorrangig als zentraler Mann in der offensiven Dreierreihe vorgesehen. Da dürfte er seine Stärken auch am besten ausspielen.

Im letzten Jahr hat man in eigentlich jedem Spiel gesehen, dass Köln enorme Probleme hat, wenn er in Ballbesitz ist und das Offensivspiel aufziehen muss. Das Umschaltspiel lief meistens schleppend und ohne große Geistesblitze. Entweder ging es direkt hoch (oder diagonal geschlagen) auf Ujah oder man hat die Schnelligkeit eines Risse genutzt. Ein zentraler Anspielpunkt in der Mitte, der den Ball verteilt, treibt und selber abschließt fehlte. Nagasawa und ein sich zurückfallender Osako haben hier zum Saisonende durchaus gute Ansätze gezeigt. Nagasawa wäre meine Hoffnung für die anstehende Saison gewesen, wenn wir keinen passenden Spieler gefunden hätten.

Das hat sich jetzt erübrigt.
Jojic dürfte dem EffZeh sofort helfen. Und wenn er an die Leistungen anknüpfen kann, mit der er in Dortmund gestartet ist, dann wird das richtig gut. Vier Tore gelangen ihm in seinen ersten Erstligapartien. Für mich ist es immer noch unverständlich, warum er in der letzten Jahr nicht mehr zum Zug kam. Eventuell war – wie auch bei Modeste – die individuelle Konkurrenz zu groß. Obwohl die Qualitäten für die Bundesliga reichen. Und damit erst recht für Köln. Jojic ist damit ein absoluter Top-Transfer. Erst recht für die kolportierten 3 Millionen Euro.

Damit ist aber auch klar, dass es einen offensiven „Problemfall“ geben wird.
Modeste, Hosiner, Osako, Risse, Jojic und Nagasawa sind heiße Kandidaten für die Stammelf. Einer fällt hinten über. Die Frage dürfte sein, wenn es hier am ehesten erwischt. Wenn Hosiner zündet, dürfte Nagasawa einmal mehr der erste Leidtragende sein. Dann könnte Osako in die Dreierreihe auflaufen und dort mit Risse und Jojic fröhlich rochieren, wobei sein Hauptaktionsfeld der Flügel sein könnte. Falls Hosiner noch etwas Zeit benötigt, dürfte Osako vorne rein und Nagasawa auf den Flügel rücken. Das kann natürlich alles auch flexibel je nach Gegner und (offensiver) Ausrichtung variiert werden. Eine schöne Situation für Stöger. Und die Mannschaft, die in der kommenden Saison offensiv verletzungsbedingte Ausfälle und Schwächephasen gleichwertig aufzufangen.

Defensiv – die letzten zwei Jahre unsere Stärke – sieht es dagegen anders aus. Aber auch da ergeben sich spannende Möglichkeiten. Dazu mal später mehr. Wahrscheinlich dann, wenn der neue Innenverteidiger am Geißbockheim vorgestellt wurde.

Offensiv ist der EffZeh allemal wesentlich besser aufgestellt als in der letzten Saison. Da dürften sich die Fans auf mehr Tore freuen. Und unsere Gegner müssen sich hier auf einen neuen EffZeh einrichten. Großes Plus im Kampf um den Klassenerhalt.

Ich bin immer noch absolut begeistert, welche Transfers Schmadtke & Team in diesem Sommer (offensiv) fix machen konnten.
Obwohl ich ja gedacht hätte, dass uns eher unbekannte Spieler präsentiert werden, haben sie die Möglichkeit genutzt (bundesliga)erfahrene Spieler für recht kleines Geld zu verpflichten. Das macht es Stöger einfacher, diese Spieler zu integrieren. Denn Modeste und Jojic kennen immerhin schon die Bundesliga und müssen sich hier nicht erst auf Spielweise und Schnelligkeit einstellen.

Ich bin voller Vorfreude.
Wenn jetzt noch eine entsprechende Top-Verstärkung für die Verteidigung folgt, haben sie in Köln alles aus der Transferperiode rausgeholt.
Vor allem: Schon so früh, während andere Vereine noch am Anfang ihrer Planung sind, während man in Köln schon Integration und Automatismen vorantreiben kann.

Das wird gut.
Come on FC!

One comment on “Der Zehner ohne Zehn
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