Nartey und sein Positionswechsel als letzte Chance

Als Nikolas Nartey vor zwei Jahren zu uns gewechselt ist, galt er als großes Talent für die Mittelfeldzentrale.
Seitdem konnte er sein Potenzial bisher nur punktuell andeuten, wurde aber vor allem immer durch Verletzungen zurück geworfen.
Alles halb so wild, denn der Junge ist erst 18 Jahre und damit noch am Anfang seiner Karriere.
In diesem Winter schienen seine Voraussetzungen, um den Sprung in die erste Elf zu kommen recht hoch zu sein – zumindest für einen begrenzten Zeitpunkt.
Nartey hatte sich gerade von einer Verletzung erholt. Parallel fallen Höger, Koziello und Lehmann aus. Da Hector zum Pflichtspielstart 2019 ebenfalls gelb gesperrt zuschauen muss, war der Zeitpunkt für Nartey gekommen. Erst recht, da sich abzeichnet, dass Anfang nicht auf Özcan zu setzen scheint.

Stattdessen präsentierte der EffZeh mit Johannes Geis einen neuen Sechser, der die Chancen von Nartey deutlich mildert.
Allein das musste schon als Misstrauen gegenüber Nartey und Özcan gewertet werden.

Spannend sind hier aber vor allem die Aussagen von Armin Veh.
Auf die Frage nach dem Warum zur Verpflichtung Geis antwortete er:

Wir hätten sonst gar keinen Sechser mehr gehabt.

Interessant, wenn man bis dahin Özcan und Nartey auf der Position verortet hatte.
Aber anscheinend wird nicht mehr mit beiden geplant. Zumindest nicht auf der Position.
Özcan scheint abgeschrieben zu sein. Nartey hätte man zumindest noch als offensivere Alternative sehen können.
Oder Verteidiger.
Verteidiger?
Hätte ich auch nicht gedacht, aber im Test gegen Mallorca lief er als Teil der Dreierkette auf. Ungewöhnlich. Eventuell nur ein kleiner Test, wie er sich hier macht. Ein Strohhalm und der vorläufig letzte Versuch ihn irgendwo einzubinden.

Auf der Sechs scheint er keine Zukunft zu haben.

Im selben Interview liefert Veh übrigens noch weitere interessante Aussagen.

„Salih Özcan kennen wir in- und auswendig. Wir wissen, war wir an ihm haben.“

Oder eben nicht.

„Auf der Sechser-Position wollten wir in den ersten Spielen gegen Union, Aue und St. Pauli kein Experiment und kein Risiko eingehen.“

Aha, und dann holt man aber einen Spieler, von dem man selbst nicht endgültig überzeugt ist und bei dem man doch so seine Fragezeichen hat. Dass man ihn nicht direkt langfristig verbunden hat, kann durchaus als „nicht vollständig überzeugt“ interpretieren, ich vermute dahinter jedoch einen recht risikofreien finanziellen Kniff.

Ich lass mich weiter überraschen, wäre aber ebenso wenig verwundert, wenn uns Özcan oder (und?) Nartey zeitnah verlassen – mindestens auf Leihbasis.
Und gerade in Bezug auf Nartey fände ich das eine vertane Chance.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.