Geis und die Frage, ob er uns helfen kann

Das ging dann doch schnell.
Und kam äußerst überraschend.
Johannes Geis wird den 1. FC Köln direkt verstärken und darf sich im Rest der Saison am Geißbockheim beweisen.
Er soll die Lücke ausfüllen, die auf der Sechs klafft.
Ich bin zwiegespalten.

Im ersten Moment fand ich die Verpflichtung echt gut. Ich erinnere mich einfach an seine Zeit in Mainz. Da hat er mir überragend gefallen. Der Junge hat ordentliche Qualitäten.
Aber ich befürchte, nicht auf der Sechs.
Doch genau hier soll er eingesetzt werden.
Als Spielmacher in der Tiefe, der von hier das Aufbauspiel bestimmt, den Rhythmus vorgibt, aber auch als agressive leader auftritt. Doch gerade beim Letztgenannten habe ich meine Zweifel.
Aggressiv, zweikampfstark, schnell und dynamisch habe ich ihn nicht unbedingt in Erinnerung.
Dafür technisch beschlagen, mit guter Übersicht und ordentlichen Fähigkeiten bei Standards.
Das passt durchaus zu einem technisch versierten Fussball mit gepflegtem Aufbauspiel.
Sicherlich etwas, das sich Fussballfans wünschen. Aber nicht unbedingt immer das, was eine Mannschaft benötigt.

Geis ist für mich eher der Achter, der sich fallen lässt und dann die Angriffe einleitet.
Jemand, der einen Spieler an seiner Seite benötigt, der dann aber auch mal dazwischen geht.
Ein sauberes Aufbauspiel können wir schon jetzt über Mere einläuten. Einen Geis benötigen wir dafür nicht zwingend.
Eigentlich brauchen wir auf der Position eine Mischung aus Özcan und Nartey.
Gerade die beiden dürften nach der Verpflichtung ins Grübeln kommen. Beide sind zwar noch jung und recht unerfahren, aber sie hätten jetzt ihre Chance gehabt diese Position zu bekleiden und zu erobern. Das große Vertrauen scheint da aber nicht zu bestehen. Um beide tut es mir leid. Ich mag Özcan wegen seiner Art auf dem Platz und weil er die Note Kampf mit reinwirft, die uns teilweise abgeht. Nartey scheint ein guter Junge und ein großes Talent zu sein. Den hätte ich gern mal im Ligaalltag gesehen.

Auch wenn Köln mit diesem sicherlich Transfer kein Risiko eingeht – Geis hat die Saison nicht gespielt und dürfte zu günstigen Konditionen kommen – so macht er sich doch zumindest eine Baustelle auf.
In wenigen Wochen – und in der Hoffnung, dass keine Verletzungen hinzukommen – hätten wir für die Sechs Hector (wenn er links nicht benötigt wird), Höger, Koziello, Lehmann, Özcan, Nartey und Geis zur Verfügung. Für eine Position – während auf anderen Positionen eher Bedarf besteht.

Högers Zeit dürfte langsam zu Ende gehen. All die Erfahrung reicht halt nicht, wenn man immer wieder verletzt ausfällt.
Koziello ist vielleicht unsere Zukunft, aber eben auch verletztungsbedingt raus.
Lehmann dürfte im Sommer endgültig das Fussballspielen in Köln beenden.
Blieben dann noch Özcan und Nartey, bei denen es mittlerweile nicht wundern würde, wenn man einen – zumindest auf Leihbasis – abgibt.

Geis hat jetzt ein halbes Jahr Zeit, um uns von seinen Qualitäten zu überzeugen.
Dabei bleibt die Hoffnung, dass er wirklich fit ist, um körperlich direkt helfen zu können. Wobei die Spielpraxis komplett verloren ist und man deshalb kritisch sein muss.
Wir werden sehen, wie schnell er sich an das System von Anfang gewöhnt.

Was auch für Kainz gelten dürfte – wenn er denn kommt. Dessen Transfer würde für eine Rückkehr zum 4-1-4-1 sprechen. Zumindest mittelfristig, wenn er sich entsprechend eingelebt hat. Seinen Transfer würde ich als klassischen Vorgriff auf 2019/2020 sehen, während Geis eine Testphase einläutet in der Hoffnung im Sommer nicht wieder einen Sechser suchen zu müssen.

Wenn wir ihn mit Koziello (und Özcan sowie Nartey als Alternativen) nicht ohnehin schon im Kader haben.

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