Zum Abgang von Mavraj

Tschö Mergim. Die offizelle Verkündung seines Abschieds war heute keine Überraschung mehr. Ziemlich untypisch in Köln. Seitdem Schmadtke & Co. das Ruder in der Hand haben, werden Deals im Hintergrund vorbereitet und abgewickelt. Dass es diesmal anders war, lag sicherlich nicht am EffZeh, sondern an der Gegenseite. Das war heute und innerhalb der letzten Woche zum Glück kein Problem. Es gab keine unnötige Unruhe, die in den Verein getrieben wurde. Allein, weil Köln einmal mehr professionell gearbeitet und ihre Argumente früh klar gemacht haben. Das ist halt auch der neue EffZeh.

Groll herrscht deshalb bei mir nicht. Eher Interesse, wie der FC auf den Abgang reagiert und wie sich Mavraj in der Hansestadt entwickelt.
Finanziell ist der Wunsch von Mavraj nachvollziehbar. Spielerisch eventuell sogar auch. Klar, der EffZeh steht besser da und wenn man sich die Entwicklungen der letzten Jahre anschaut, wohl auch die Perspektive. Des Vereins. Als Spieler besitzt Mavraj die Möglichkeit beim HSV dauerhaft Stammspieler zu sein. Wenn er es schafft und darf, die Leistungen der Hinserie zu bestätigen. Ehrlicherweise war er vorher nicht umsonst kein Stammspieler. Mavraj ist solide und ein extrem guter Ergänzungsspieler. Aber ein herausragender Bundesligaspieler? Ich habe meine Zweifel. Und ohne böse zu sein (ehrlich!), wenn man sich die Hintermannschaft im Norden anschaut, dann dürfte Mavraj dort die tragende Säule sein.

Trotz allem und gerade wegen unserer dünnen Personaldecke ist sein Abgang ein Verlust. Wir wissen nicht, wie stabil Marohs Gesundheit sein wird. Mavraj hat am oberen Limit gespielt und diese Ruhe fehlt. Speziell, wenn man sonst mit Heintz und Sörensen noch eher jüngere Spieler zur Verfügung hat. Dass wir hier Ersatz brauchen, ist ohnehin allen klar. Darauf brauch ich gar nicht hinweisen. In meinen Augen auch Ersatz, der direkt weiterhilft und Stammspieler werden will. Einen Merino von Dortmund sehe ich deshalb eher als Ergänzung und nicht als Ersatz.

Sportlich blutet demnach mein Herz. Wirtschaftlich kann ich die Entscheidung nachvollziehen.
Man konnte sich nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen. Im Sommer wäre es also weg gewesen. Für umme. Jetzt bekommt man immerhin noch knapp zwei Millionen Euro. Für einen Dreißigjährigen. Für einen Spieler, der zweifellos eine überragende Hinrunde gespielt hat, vorher aber mehr solide agiert hat und abliefert, wenn er gebraucht wird. Ich mag solche Spieler. Typen, die sich hinten anstellen können und die Bank nicht als Grund sehen einen riesen Aufriss zu machen. Solche Spieler braucht ein Team. Wenn diese Spieler aber weiterziehen wollen und man noch immer auf’s Geld schauen kann, dann muss man in den sauren Apfel beißen. Dass man für zwei Millionen eher keinen direkten Ersatz findet. Mag sein. Wobei ich die Ablösesummen von Bittencourt und Jojic noch immer nicht nachvollziehen kann. Darin liegt die Hoffnung. Dass Schmadtke wieder ein ähnlicher Coup gelingt. Und wenn er dafür eine Million drauflegt und einen jüngeren Spieler bekommt, der sich ebenfalls erstmal loyal in die zweite Reihe stellt und entwicklungsfähig ist. Gern.

Ich finde den Abgang von Mavraj sportlich und menschlich schade, aber keinen Weltuntergang.
Es geht weiter. Immer weiter. Immer besser.

Come on Effzeh!

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