Die fußballerischen Netzfundstücke des Tages. Das war wichtig, das hat bewegt, das wird diskutiert. Der Fußball-Überblick von Spielfeldrand – Das Magazin: Mit, aber nicht nur über den 1. FC Köln.
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Wer jetzt erwartet, dass sich das nach einem 0:3 in Dortmund ändert, der ist schief gewickelt. Ein 0:3, das ich ehrlich gesagt eingeplant hatte.
Das Ergebnis lag leider nicht an der Stärke von Hertha. Ganz im Gegenteil waren in erster Linie erschreckend schwache Wolfsburger dafür verantwortlich, dass sich Hertha Stürmer nach Lust und Laune austoben durften.
Das war ja alles absehbar, oder?
1. FC Köln
WeiterlesenDer FC trifft also an den verbleibenden Spieltagen auf alle (!) direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, während vor allem den Teams aus Hannover und Berlin noch schwere Wochen gegen die alle drei Titelanwärter bevorstehen!
Wie cool sind denn bitteschön die Dortmunder? Da werden sie eine Halbzeit lang vom Langzeit-Tabellenführer aus Leverkusen vor eigenem Stadion vorgeführt und kommen dann noch einmal dermaßen zurück. Hat Jürgen Klopp in der Kabine einen Zaubertrank angesetzt oder einfach mal wieder das bestätigt, was ganz Fußball-Deutschland von ihm erwartet. Der Typ ist mit Emotionen bei der Sache und kann das auf seine Spieler übertragen. Die Ansprache muss der Wahnsinn gewesen sein. Eine Mischung aus Standpauke und Motivation. Nicht zu viel draufschlagen, dafür aber die Qualität der Spieler wieder zu Tage führen.
Don Jupp hat gleich nebenan wohl ein wenig zu viel gestreichelt. Nachdem seine Mannen überzeugt haben und eigentlich mit 2:0 hätten führen müssen (Heynckes selbst sah gar ein 4:0), kamen wohl die bekannten Worte: “Einfach weitermachen, wie bisher.” Das reicht aber nun einmal nicht. Die Niederlage mit Kießlings Auswechslung zu erklären, wäre dabei zu einfach. Der Angreifer war gut drauf, aber wer zwei Mal dermaßen hundertprozentig scheitert, der beginnt zu überlegen und wirkt gehemmt. Ein unbekümmerter Helmes ist in der Situation vielleicht sogar besser.
Nur durfte Leverkusen nicht einfach so weitermachen, sondern musste neues Feuer entfachen. Energie, die stattdessen der BVB auf den Rasen zauberte. Die Borussia konnte sich neben dem Willen über einen Torjäger freuen, der eiskalt zuschlug und über einen Schlussmann, der aktuell auch mal die Unhaltbaren Dinger wegfischt.
Was sonst noch vom 27. Spieltag bleibt…
Quoten-Nachbrenner
Köln – Gladbach 1:1 = 3,25
Frankfurt – München 2:1 = 6,50
Nürnberg – Hoffenheim 0:0 = 3,25
Stuttgart – Hannover 2:0 = 1,40
Bremen – Bochum 3:2 = 1,35
Freiburg – Mainz 1:0 = 2,40
Dortmund – Leverkusen 3:0 = 2,40
Hamburg – Schalke 2:2 = 3,20
Wolfsburg – Berlin 1:5 = 6,00
Gewinn als Kombiwette: 14.350,45 Euro (bei 1 Euro Einsatz)
Gewinn als 9 Einzelwetten: 29,75 Euro (bei 9 Euro Einsatz)
[Ich übernehme keine Gewähr. Für nichts und niemanden!]
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Crashkurs rheinische Mentalität Naivität
1. FC Köln
Jedes Publikum bekommt den Fußball, den es verdient
Weiterlesen| Köln 1 | Maniche, 79 |
|---|---|
| Mönchengladbach 1 | Reus, 55 |
Leute, die mich kennen, würde mich nicht unbedingt einen Gerechtigkeitsfanatiker nennen. Wahrscheinlich würden sie mich eher einen geraden, direkten, manchmal ziemlich unfairen und gern mal pöbeligen und grummeligen Typ nennen. Gerade wenn es um Fußball geht, bin ich mit Herzblut dabei und pruste wilde Sachen in den Raum oder ins Stadion. Ohne Rücksicht auf Verluste. Ich pfeife und fluche. Ich beschimpfe auch mal meine eigenen Spieler. Aber im Groben stehe ich wie ein Mann hinter meiner Mannschaft und versuche sie eher anzutreiben. Auch wenn Verfluchungen meistens einfacher sind und sicherlich auch oftmals vorkommen.
Nur gestern hätte ich nicht gegen Womé gepfiffen (wahrscheinlich).
Wer hier regelmäßig mitliest, der weiß, dass ich den Kameruner nicht mag und mir immer bange wird, wenn er verteidigen soll. Seine Patzer sind berüchtigt. Seine Stärken liegen eher noch in der Offensive. Gegen Gladbach hat er sich jedoch keinen Fehler erlaubt. Defensive hatte er mit dem agilen Reus mächtig zu tun, aber hatte hier meistens alles verhältnismäßig im Griff. Beim Gegentor muss man eher unsere Innenverteidigung geißeln. Offensiv hätte man sich von Womé sicher ein ums andere Mal mehr Druck und Mut gewünscht. Stattdessen hat er das Tempo rausgenommen und den Rückpass gesucht. Ein Fehler? Eher nein! Wer seine Ballverliebtheit kennt, der weiß, wie schwer es ihm fallen musste, sich zu trennen statt ins Eins-zu-Eins zu gehen.
Sauber!
Ich mag mir nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn er es, wie sonst immer versucht hätte, um den Ball dann zu vertendeln und Reus die ganze Außenbahn zu überlassen. Dann hätte es hinten vermutlich viel mehr gebrannt, als ohnehin schon.
Warum fehlte Womé also der Mut?
Soldo muss ihm mächtig zugeredet haben. Anders kann ich mir das gar nicht vorstellen. Von allein kommt der Pierre sicher nicht auf so eine Idee. Ergo: Soldo hat alles richtig gemacht… wenn man mal außen vor lässt, dass ich lieber erneut mit Ehret gespielt hätte (sei’s drum). Umso unverständlich, dass dann auch noch unser Trainer derart abgewatscht wurde.
Schließlich haben wir kein schlechtes Derby abgeliefert. Im Vergleich zum Spiel gegen Mainz war das wieder eine Leistungssteigerung. Der Wille war da. Gerade in Hälfte eins (und dann nach dem Ausgleich) hat sich der FC einige Chancen erarbeitet. Da war Dampf drinnen. Mehr darf man aktuell nicht erwarten. Wir können aktuell kein Spiel gestalten und die Fohlen im Vorbeigehen überrennen. Nicht aktuell. Deshalb müssen wir froh sein, dass wir Chancen haben und uns nicht einfach nur einigeln und aufgeben.
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Nur muss das Leder halt auch mal rein.
Vor dem Hammer von Maniche!
Allen voran Novakovic sollte mal wieder treffen. Bei seinen Ansprüchen! 16 Buden hat er in der letzten Saison gemacht. Der FC Schalke 04 soll an ihm dran gewesen sein. Da darf man mehr erwarten, als aktuell. Zwar ist Nova noch immer bester Kölner Torjäger in dieser Spielzeit, aber fünf Tore sind nicht sein Anspruch. 555 Minuten sind es mittlerweile schon, in denen er nicht mehr getroffen hat (letztes Tor Anfang Februar gegen den HSV). Auch gegen Gladbach hatte er einige gute Möglichkeiten, die er fast fahrlässig vergab. Wenn er hier einmal seinen alten Torriecher wiederfindet, wäre sogar der Derbysieg möglich gewesen.
War es nicht und ist auch keine Selbstverständlichkeit. Schließlich ist Köln der Lieblingsgegner der Fohlen. Gegen keine andere Mannschaft hat die Borussia mehr Punkte gesammelt und mehr Tore geschossen, als gegen den FC. Da war der Punktgewinn (im eigenen Stadion) fast schon ein kleiner Erfolg!
Ein Sieg ist auch unsere aufgegangene Gelb-Strategie. Statt Petit, Geromel und Mohamad im Dreierpack in einem Spiel ersetzen zu müssen, fehlt nun jeder des Trios jeweils einzeln. Immerhin.
Auch wenn dieser eine Zähler sicher zu wenig sind. Die Mannschaft hat aber bewiesen, dass noch immer Moral in ihr steckt. Darauf müssen sie aufbauen und dann in den nächsten beiden Spielen (Hannover, Berlin) das Puffer zu den Abstiegsrängen beruhigend ausbauen. Denn sonst wird mir schlecht… denkt nur mal an ein Relegationsspiel gegen Düsseldorf…
Stimmen
Das 76. Bundesliga-Derby der rheinischen Rivalen begann wegen verstopfter Zufahrtsstraßen mit zehnminütiger Verspätung. Der Anpfiff übertönte die Vereinshymne, die noch lief, als die Spieler bereits auf dem Platz standen.
Beiden Mannschaften war angesichts der sportlichen Situation eine gewisse Nervosität anzumerken. Köln wirkte aktiver, tat sich aber wie immer schwer im Spielaufbau.
Beide Mannschaften schienen im 76. Rhein-Derby vielmehr darum zu konkurrieren, wer die meisten Fehlpässe macht oder am harmlosesten ist.
Reus bekam kurz nach der Mittellinie von Arango den Ball und machte sich auf und davon. Weder Geromel, noch Mohamad konnten den Ex-Ahlener stoppen, der sein herrliches Solo aus 20 Metern mit einem platzierten Schuss ins linke untere Eck krönte.
Was wir hörten, waren Pfiffe. Gegen einen eigenen Spieler. Ungefähr ab der 60. Minute bis zu seiner Auswechlsung in der 75. Minute wurde der Kölner Womé bei jedem einzelnen Ballkontakt ausgepfiffen. Gellend. Im eigenen Stadion. Vom eigenen Publikum.
Womé, P. : 4
Ließ sich schon in der Anfangsphase von Gegenspieler Herrmann den Schneid abkaufen. War zwar über weite Phasen zumindest bemüht, das Spiel über seine Seite anzukurbeln, doch die langen Bälle und Flanken waren zumeist harmlos. Das Kölner Publikum hatte ihn dann in der zweiten Halbzeit als Buhmann auserkoren und bedachte jede seiner Aktionen mit Pfiffen.
Die Fans rufen „Soldo raus“ (72). Und jubeln acht Minuten später: Ecke von Tosic, der Ball kommt zu Maniche. Der hämmert das Ding aus 20 Metern mit 95 km/h in den Winkel, 1:1 (80.).
Denn im Anschluss drängte der FC auf den Siegtreffer und hatte durch einen Schuss von Novakovic (80.) die mit Abstand beste Chance der Schlussphase. Auf der linken Strafraumseite kam der Slowene zum Schuss, setzte den Ball aber aus spitzem Winkel knapp rechts neben den Pfosten. So blieb es am Ende bei der leistungsgerechten Punkteteilung im Traditionsderby.
Langsam muss man sich allerdings die Frage stellen, warum diese Mannschaft nicht zusammen spielt, warum sie übernervös spielt und nach 2 Drittel der Saison der eine noch nicht den Laufweg des anderen kennt.
Dabei konnten die Borussen eigentlich mit Zuversicht nach Köln fahren: Zuvor hatten sie 20 der vergangenen 37 Begegnungen beim Erzrivalen gewonnen, davon sechs der neun letzten Begegnungen.
Zahlen und Daten
Platz: 13
Punkte: 28
Tore: 23
Gegentore: 34
Nächster Gegner: Hannover 96
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Fragen, wahllos aneinandergereiht
Entschuldigung, ich kann mich nicht verbiegen
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1. FC Köln
Podolski vermisst die FC-Familie
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Fußball-Bundesliga, 27. Spieltag
Freitag, 19. März 2010 20:30
Jetzt zählt es! Verliert der 1. FC Köln morgen, befindet sich der FC mitten drin im Abstiegskampf. Weg das kleine Puffer. Dann wird es richtig eng. Selbst ein Unentschieden ist fast zu wenig, wenn man sieht, dass im Keller wieder regelmäßig gepunktet wird. Ein Sieg muss her. Mit einem Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach würde man nicht nur etwas für das Prestige machen und sich rehabilitieren, sondern gleichzeitig die Fohlen überholen. Das dürfte der Startschuss zum Klassenerhalt geben, denn danach geht es gegen Hannover und Berlin. Vor den beiden Partien ist ein Erfolgserlebnis unumgänglich. Wenn die drei Partien gewonnen werden, schießen sie Konkurrenten in den Keller und am Beispiel Berlin vielleicht schon komplett in Liga zwei.
Doch ein Schritt nach dem anderen.
Zuerst muss das Derby erfolgreich gestaltet werden.
Wenn man allerdings an den gelangweilten Auftritt in Mainz denkt, kann einem richtig Angst und Bange werden. Mit so einer Einstellung verlieren wir diese Partie auch. Vielleicht kommt gerade deshalb das Derby genau zur rechten Zeit. Die Mannschaft scheint sich in wichtigen und emotionalen Partien besonders motivieren zu können. Das haben die Punktgewinne gegen Leverkusen und München bewiesen. Wobei ein Punkt am Freitag eindeutig zu wenig wäre.
Um als Sieger vom Platz zu gehen, müssen nun die ständigen Diskussionen abseits des Rasens verstummen. Fünf Spiele noch komplette Ruhe und reine Konzentration auf die Spiele, danach darf wieder diskutiert und geplant werden. Aber wenn man täglich Poldi zur Schlagzeile macht und Maniche angiftet, dann kann keine Ruhe einkehren. Soldo muss nun eine harte Hand zeigen und eine klare Linie vorgeben. So sehr ich solche Aktionen eigentlich nicht mag und so befremdlich es vor dem Derby wäre, aber ein Maulkorb für den ganzen Klub wäre vielleicht kein falscher Weg.
Vielleicht würde so eine Maßnahme auch etwas von den Emotionen rausnehmen. Positive gehören am Freitag dazu. Aber es darf nicht umschlagen in Gewalt und Randale. Friedlich soll es abgehen. Auf und neben dem Spielfeld. Sonst wird die DFL knallhart durchgreifen (müssen).
Lasst uns das Derby genießen. Mit Schmähgesängen und Leidenschaft. Aber in einem fairen Rahmen! Sportlich halt…
Diese Aufstellungen erwarte ich für Samstag
Mondragon
Brecko – Geromel – Mohamad – Ehret
Mc Kenna
Petit ———- Matuschyk
Tosic ——————- Podolski
Novakovic
————————————————
Bobadilla – Friend
Arango —————————— Reus
Marx —- Bradley
Daems – Dante – Brouwers – Levels
Bailly
Umbauen ist angesagt. Bei beiden Mannschaften. Nach den entäuschenden Leistungen am letzten Wochenende, haben beide Trainer einige Veränderungen angedeutet.
Der 1. FC Köln muss leidenschaftlicher auftreten und gegen die Fohlen versuchen das Heft in die Hand zu nehmen. Deshalb dürfte Spielmacher Tosic mal wieder eine Chance von Beginn an erhalten. Dafür muss Freis wohl raus, wobei aus meiner Sicht ein Kämpfer seiner Güte in einem Derby jeder Mannschaft gut tut. Trotzdem wird Soldo was in Sachen Kreativität tun wollen.
Ansonsten wird Maniche wohl draußen sitzen. Nach der Kritik innerhalb der Woche, bekäme er nur eine Chance, wenn sich Soldo tatsächlich eine Trotzreaktion erhofft. Mit Matuschyk haben wir aber zum Glück mittlerweile eine solide Alternative. Pezzoni steht als Alternative zu Mc Kenna bereit, wobei der Kanadier überzeugt hat und als kopfballstarker Spieler bei Standard gut helfen kann. Da Gladbach mit keinem klassischen Zehner spielt, wäre es eine Überlegung wert, auf der Sechs einen Spieler zu stellen, der (diese Freiheiten nutzt und) auch in der Offensive Akzente setzen kann. Das wäre die Möglichkeit für Maniche.
Defensiv sollte Soldo auf Brecko und Ehret bauen. Die beiden werden gegen Arango und Reus einiges zu tun bekommen. Da muss Köln agile Außen entgegen setzen, die defensiv sicher stehen. Also nicht Womé!
Frontzeck wird nach den offensiv zuletzt uninsiprierten Auftritten seine Sturmreihe verändern. Auf Bobadilla wird er nicht verzichten wollen. Dafür dürfte Colautti eine Auszeit erhalten. Für ihn steht Friend bereit. Beim 4:2-Erfolg der Fohlen in der letzten Saison hatte der Anrgeifer ein Mal getroffen.
Zudem steht Meeuwis in der Kritik. Wenn Marx rechtzeitig fit wird, dürfte der Niederländer auf der Bank Platz nehmen.
Das sagt der Gegner
Ich freue mich sehr, dass sich Jannik von entscheidend is auf’m Platz die Zeit genommen hat, um meine Fragen zu beantworten. Sehr ehrlich, sehr gut reflektiert und mit einem Tipp, den ich sofort unterschreibe.
Spielfeldrand: Hallo Jannik, das vorausgesagte schwere Jahr in Liga eins ist ausgeblieben. Wie zufrieden bist du mit dem bisherigen Saisonverlauf?
Jannik: Wir stehen nach dem 26. Spieltag mit 30 Punkten auf Platz 12 – das ist nur ein Zähler weniger als in der gesamten letzten Saison. Damals sind wir praktisch nur dringeblieben, weil wir innerhalb von vier Tagen zwei Last-Minute-Siege errungen haben. So gut wie jetzt lief es in den letzten 10 Bundesliga-Spielzeiten selten. Von daher wäre es vermessen, unzufrieden zu sein. Mehr hat ja niemand gefordert, gut so. Bis vor ein paar Wochen haben mich zwar die vielen verschenkten Punkte geärgert. Aber gerade die letzten beiden Spiele mit 0:7 Toren haben gezeigt, dass wir noch lange nicht reif sind für mehr als die Region, in der wir uns derzeit bewegen.
Spielfeldrand: In der Rückserie läuft es noch nicht ganz rund bei euch, trotzdem habt ihr noch ein beruhigendes Polster auf die Abstiegsränge. Was erwartest du von den kommenden Wochen und wo wird deine Borussia am Ende einlaufen (tabellentechnisch)?
Jannik: Dieses Jahr ist es schwierig, da eine exakte Prognose abzugeben. Einerseits ist das Polster wirklich (noch) beruhigend. Andererseits weißt man genau, dass mit 30 Punkten noch nie eine Mannschaft die Klasse gehalten hat. Den Rekord haben wir uns ja letzte Saison mit grandiosen 31 gesichert. Ein bisschen muss da also noch kommen. Fest steht aber auch, dass wir die vergangenen fünf Spiele, aus denen es jetzt vier Punkte gab, in der Hinrunde noch allesamt verloren hatten. Beim Hinweis auf das harte Restprogramm mit dem derzeitigen Spitzentrio, dem HSV, dem VfB oder der Eintracht müssen wir also keineswegs in Panik verfallen. Wir werden uns vor dem 34. Spieltag retten und mindestens Dreizehnter – das hätte ich vor der Saison sofort unterschrieben.
Spielfeldrand: Die WM 2010 rückt mit großen Schritten näher. Wer aus eurer Mannschaft muss noch (neben den feststehenden Nationalspielern) unbedingt mit nach Südafrika reisen? Bei Jogi Löw, aber auch in einem anderen Nationalteam.
Jannik: Der deutsche WM-Kader dürfte Gladbach-freie Zone werden – bis auf die Ex-Borussen Marko Marin und Marcell Jansen natürlich. Michael Bradley wird dank seiner Nominierung für die USA schon wieder keine richtige Sommerpause bekommen, Karim Matmour kann vielleicht ein wenig die Engländer ärgern. Alle anderen Legionäre sind von ihren Nationalmannschaft entweder noch ein gutes Stück entfernt oder aber sie sind gar nicht qualifiziert. Diese Woche ging das Gerücht um, Roel Brouwers könne eine Rolle für die Niederlande spielen. So sehr mich das natürlich für unseren Top-Torjäger freuen würde, der sich großartig entwickelt hat und eine echte Stützte geworden ist – mehr haben unsere Nachbarn nicht mehr zu bieten?
Spielfeldrand: In der Auswärtstabelle steht ihr auf einem Abstiegsrang. Nun geht es zum Derby nach Köln, die sich zu Hause allerdings auch noch nicht mit Ruhm bekleckert haben. Was erwartest du für ein Spiel?
Jannik: Echt? Schon wieder so weit abgerutscht? Dann muss es ja entweder 0:0 oder 4:4 ausgehen, bei Eurer Heimbilanz. Oder 2:2 oder 3:2 oder 2:3. Ganz schwierig, da irgendetwas zu prognostizieren. Wir sind diese Saison die größte Wundertüte überhaupt. Da gibt es wenig, was uns noch schocken könnte. Und der FC hat sich bislang ja auch schon sowohl als Geizhals als auch als Fabrik in Sachen Toren präsentiert – offensiv wie defensiv. Gerade deshalb dürfte es schon hochinteressant werden. Zumal beide die Punkte mehr brauchen, als sie vor ein paar Wochen noch gedacht hätten.
Spielfeldrand: Die letzten Wochen wurden immer wieder durch Ausschreitungen überschattet. Zuletzt in Berlin. Im Derby bürgt eine zusätzliche Gefahr. Die Polizei wird mit einem Großaufgebot vor Ort sein. Befürchtest du, dass einige Chaoten in dieser Partie die Oberhand über das Sportliche gewinnen können?
Jannik: Ich bin noch nicht so alt. Fußballerisch bin ich sozialisiert worden, als beide Klubs sich ihren jeweils ersten Abstiegen näherten. Bis vor ein paar Jahren war die Rivalität zum 1. FC Köln für mich eine, die sich auf packende Spiele und verbale Sticheleien im Vorfeld beschränkt hat. Zumindest machte es den Eindruck. Nach der Entwicklung der letzten Jahre und dem, was ich gerade letzte Saison hautnah mitbekommen habe, wäre es fahrlässig, alle Sorgen beiseite zu schieben. Ich hoffe auf der einen Seite, die Polizei hat die Lage im Griff und behält den Überblick. Auf der anderen Seite kann man einfach nur gebetsmühlenartig an alle Beteiligten – Spieler, Verantwortliche, Medien und insbesondere Fans – appellieren: Es ist zwar ein Derby, die Bundesliga-Historie hat viele Geschichten zwischen beiden Vereinen geschrieben – aber es bleibt ein Spiel um drei Punkte. Nach den Vorfällen in Berlin letzte Woche wäre es gerade jetzt doch ein starkes Zeichen, wenn alles ruhig bliebe und sich beide Vereine das liefern würden, wodurch sie eigentlich bekannt geworden sind – tolle Spiele auf dem Rasen. Noch bin ich den Idealismus nicht ganz los.
Spielfeldrand: Zu guter Letzt: Wo wirst du die Partie verfolgen und wie lautet dein Tipp?
Jannik: Über mehrere Ecken habe ich jetzt doch eine Karte bekommen und werde vor Ort im Gästeblock sein. Wie groß die Begeisterung für das Derby trotz der Vorfälle der letzten Jahre immer noch ist, zeigt sich immer wieder aufs Neue, wenn unser Ticketportal zusammenbricht, sobald die Gästekarten rausgehen. Beim Tippen bin ich abergläubisch und hoffe, dass alle Borussen verstehen, warum ich auf ein 2:1 für den FC tippe – nachdem aus dem 3:2 in Dortmund und dem 3:1 gegen Wolfsburg nichts geworden ist.
Spielfeldrand: Danke Jannik und auf ein faires Spiel. Auf und neben dem Rasen!
Mein Tipp
Schwierige Kiste. Hier ist alles möglich. Letzte Saison gab es ein 2:4. Brecko hatte doppelt getroffen. Bradley leider auch. Ein ähnlich packendes Derby würde mich freuen. Und selbst, wenn Gladbach zuletzt sieben Buden in zwei Spielen kassiert hat, kann ich mir nicht vorstellen, dass es häufig klingeln wird. Dafür ist dann unsere Abteilung Attacke zu harmlos.
Es wird hitzig werden denke ich und auf den Kampf ankommen. Vielleicht entscheiden am Ende die Standards. Dabei sehe ich Gladbach sogar ein wenig vor dem Eff Zeh. Mit Brouwers und Dante stehen zwei Innenverteidiger bereit, die in dieser Saison wesentlich mehr Torgefahr ausstrahlen, als Mohamad und Geromel, die es eigentlich auch können.
Es wird wohl auf Kleinigkeiten ankommen. Kann die Kölner Defensive Reus und Arango in Schach halten? Kann Tosic seine Klasse abrufen und mal ein Spiel entscheiden? Wie präsentiert sich Poldi und trifft Nova mal endlich wieder?
Fragen über Fragen und doch ein Sieger. Ich denke an Köln und ein mageres 1:0.
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Zwanzigers entlarvende Selbsterhöhungen
1. FC Köln
Köln und Club vors Sportgericht
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Wer hinten so offen ist, kann nicht ganz dicht sein
Der Robin, der Häuptling der Breisgau-Gutmenschen
Gleich gut ist gleich gut wie besser, oder?
1. FC Köln
Weiterlesen| Mainz 1 | Schürrle, 57 |
|---|---|
| Köln 0 | Fehlanzeige |
Wo bitteschön ist denn der Biss und die Leidenschaft von den Partien gegen Leverkusen und München zu sehen? War es etwa das bekannte Phänomen, dass oftmals im Pokal zu sehen ist, dass eine Mannschaft gegen den vermeintlichen Favoriten eine besondere Leistung abruft und danach wieder in alte Muster verfällt? Dann ist es bitter und all die Moral, die ich dem 1. FC Köln zugeschrieben habe, war nicht mehr als ein heißes, unehrliches Lüftchen.
Jetzt wären mir zwei bittere Pleiten gegen die beiden Tabellenanführer lieber, wenn dafür gegen Mainz ein Dreier rausgesprungen wäre.
Der lag im Bereich des Möglichen. Eigentlich war alles für uns gelaufen. Der anfängliche Sturmlauf der Hausherren wurde dank Mondi und etwas Glück entschärft. Schon recht früh sahen wir uns nur noch zehn Mann gegenüber. Alles schien geebnet für den Dreier.
Doch vielleicht hat gerade der Platzverweis gegen uns gespielt. Denn nun mussten wir die Partie machen. Also hätten sie machen müssen. Was uns aber nicht liegt. Ganz und gar nicht liegt. Auch gegen elf Mainzer wäre es nach der Anfangsphase schwer geworden, aber vielleicht hätte sich der FSV irgendwann aufgerieben und ein einzelner Konter hätte uns den Sieg gebracht. Vielleicht wäre es clever gewesen schon nach einer halben Stunde einen Defensiven (Brecko? McKenna?) vom Platz zu nehmen und mit Tosic einen Spieler zu bringen, der das Spiel machen kann. Der den Ball nach vorne treibt und da für Unruhe sorgt. Soldo hätte ein Zeichen setzen können. Müssen. Vielleicht!
Aber so bleibt es beim “vielleicht”. Ein Versuch kam nicht mehr zu Stande. Die Taktik blieb, das Personal auch und das war verunsichert, durch erwartet starke Heim-Mainzer. Dass da kein Ruck durch’s Team geht, verwundert doch sehr und macht sogar Angst. Leute, wie Maniche und Podolski müssen dann die Zügel in die Hand nehmen und den FSV unter Druck setzen. Auch von einem McKenna in der zentralen Position erwarte ich einen Wachrüttler. Stattdessen igelten wir uns ein, ließen Mainz das Spiel machen und verließen uns auf Mondragon.
Das kann nicht gut gehen.
Das geht eigentlich nie gut.
Das entspricht vor allem nicht meinen Erwartungen von der Mannschaft.
Gerade jetzt muss die besagte Moral an den Tag gebracht werden. Jetzt muss gekämpft werden. Jetzt müssen wir rennen und nicht nur hilflos in der Defensive stehen. So, wie es der FSV so vorbildlich und beeindruckend vorgetragen hat. Denn sonst wird es ein bitteres Derby. Ein ganz Düsteres.
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Der FC stand tief und zeigte sich nur selten vor dem Tor von Christian Wetklo. Anders die Mainzer: FC-Torhüter Faryd Mondragon stand schon zu Beginn gleich drei Mal im Brennpunkt.
Bancé wurde bei der Ballannahme in der eigenen Hälfte von Geromel bedrängt. Der Mainzer versuchte sich freizumachen und traf dabei den Kölner Verteidiger mit Schulter und Oberarm im Gesicht. Schiedsrichter Marco Fritz wertete dies als Tätlichkeit und schickte Bancé mit der Roten Karte vom Platz.
Ab der 27. Minute spielte der jecke Verein vom Rhein in Überzahl. Das ist ein Problem. Zum einen weil der FC sowas wie Kreativität nicht besitzt (eher das Gegenteil) und zum anderen auch jeglichen Willen vermissen ließ das Spiel gewinnen zu wollen.
Mainz 05 zeigte sich als agilere Mannschaft mit den spielerisch besseren Lösungen, aber häufig waren Hereingaben und Zuspiele zu unpräzise, um Hundertprozentige zu generieren.
Der Kölner Keeper hielt was zu halten ging und hielt so seine Mannschaftskollegen (unverdient) lange Zeit noch im Geschäft. Doch der Rest seiner Mannschaftskollegen hatte sich kollektiv auf Arbeitsverweigerung eingestellt.
“Am liebsten hätte ich schon zur Pause alle Spieler außer Faryd Mondragon ausgewechselt”, sagte Zvonimir Soldo zum leidenschaftslosen Spiel seiner Mannschaft.
Zudem bewies FSV-Trainer Thomas Tuchel mit der Einwechslung von Schürrle und Chadli Amri ein glückliches Händchen: Nach Vorlage von Amri ließ der pfeilschnelle Schürrle Mondragon beim 1:0 keine Abwehrchance.
Während das Team von Trainer Zvonimir Soldo trotz mehr als einer Stunde Überzahl bei den heimstarken Rheinhessen 0:1 (0:0) verlor und nach dem sechsten Spiel in Folge die Verfolger nicht abschütteln kann, träumen die Mainzer Fans dank des Treffers des eingewechselten Andre Schürrle (57.) mit nunmehr 38 Zählern sogar von der Europa League.
„Da hätten noch zwei vom Platz gestellt werden können – und wir wären immer noch gleichwertig gewesen“, befand Tuchel (36).
Fast nur Bestnoten für den 1. FC Köln am 26. Spieltag
Nach dieser Niederlage ist der FC wieder mittendrin im Abstiegskampf: Der einst komfortable Vorsprung von neun Punkten auf den Relegationsplatz ist auf nun vier Zähler geschrumpft.
Als Folge der Siege der Mannschaften, die unter dem FC stehen, steht die Mannschaft nun in den nächsten Spielen enorm unter Druck und muss zeigen, dass die Leistungen gegen die Bayern und Bayer nicht nur Zufall waren.
Da die Motivation des Autors ähnlich hoch ist, wie die der Mannschaft am gestrigen Samstag in Mainz, gibt’s hier nur eine Ansage: Reisst euch gefälligst im Derby am Freitag den Arsch auf!
Zahlen und Daten
Platz: 13
Punkte: 27
Tore: 22
Gegentore: 33
Nächster Gegner: Borussia Mönchengladbach
