Eine Frage der Moral

Köln 3 Mohamad, 31
Novakovic, 75
Chihi, 88
Hamburg 3 Jansen, 2
Petric, 36,50

Eigentlich lief alles gegen Köln. Nach zwei Minuten hatten die Hamburger zum ersten Mal zugeschlagen. In Hälfte zwei fiel das anscheinend vorentscheidende 3:1 nach fünf Minuten. Der Drops schien gelutscht. Der Schnupfen, den ich mir rechtzeitig vor dem Anpfiff eingefangen hatte, schien sich nicht auf eine Kölsche Genesung verlassen können.

Doch dann bewies der FC abermals eine unbändige Moral.

Diese Mannschaft gefällt. Trotz zwei Toren zurück gegen einen favorisierten Gegner stecken die Spieler einfach nicht auf, sondern kämpfen weiter und suchen ihre Chance. Gerade Freis und Chihi bewiesen einmal mehr, was Meier meinte, als er sagte, Poldi und Nova könnten sich von diesem Duo etwas abschauen. Da wird gerannt, gegrätscht und Gras gefressen. Alles das, was Fans sehen wollen. Bei dem Einsatz hätte ich sogar die Niederlage verschmerzen können.

Musste ich dann aber nicht. Weil Novakovic herrlich zirkelte und Chihi aktuell einfach auf einer Glückswelle schwebt. Nicht ganz unverdient, wenn man den Einsatz sieht. Sicherlich glücklich, wenn man die zahlreichen Chancen der Hamburger betrachtet. Aber Köln hat sich durchaus auch etliche Gelegenheiten erspielt. Auch, weil Tosic seine Klasse nochmal unterstrich. Mit der Technik sorgt er immer für Gefahr und kann den entscheidenden Unterschied ausmachen. Da tut es einem jetzt doch schon leid, wenn er uns im Sommer wieder verlassen muss.

Für Soldo ergeben sich dadurch aber enorme Probleme. Freis und Chihi sind ebenso gesetzt, wie die immer stärker werdenden Petit und Maniche (der hoffentlich bald wieder zurück kehrt). In der Sturmmitte hat sich Novakovic erneut empfohlen. Macht schon mal fünf Stützen. Dazu kommen noch viel Defensive. Bleibt also nur noch ein Platz übrig. Tosic oder Podolski, der demnächst wieder spielen könnte? Das könnte noch kritisch werden, wenn der Prinz draußen bleiben muss, damit der Dribbler seine Klasse ausspielen kann.

Zudem würde somit Pezzoni hinten runterfallen. Maniche müsste wieder defensiver agieren. Das dürfte unsere Abwehr nicht sattelfester machen.

Auch hier muss sich Soldo etwas überlegen. Einzig Brecko hat sich 2010 noch keinen Bock erlaubt. Aber überragend spielt er auch nicht. Immerhin zuverlässig, wenn man die Aussetzer von Mondragon, Geromel und Mohamad sieht. Das Trio ist trotzdem und völlig zurecht weiter gesetzt. Aber hier muss die Konzentration zurück kehren. Bei Womé war mir ja noch nie wohl zu Mute. Das hat er am Samstag mal wieder eindrucksvoll bewiesen. An zwei Gegentreffern direkt beteiligt. Ich sehne mir Ehret zurück. Der ist defensiv solider und offensiv effektiver als der Kameruner.

Trotzdem, er fühlt sich gut an, so wie es aktuell läuft. Augsburg kann kommen.

Stimmen

Für Taner Yalcin und Maniche (Trauerfall in der Familie) liefen Milivoje Novakovic und Neuzugang Zoran Tosic von Beginn an auf. Lukas Podolski (Fußprellung) und Fabrice Ehret (Knieprobleme) fehlten verletzt.

1. FC Köln

3:3 – sechs Tore und jede Menge Torraumszenen. Es war ein hochdramatisches Bundesligaspiel, indem der HSV den sicher geglaubten Sieg gegen spielstarke Kölner leichtfertig vergab.

Hamburger Abendblatt

Der FC entwickelt sich langsam zur Schiessbude der Liga (wieder 3 Gegentore, in den letzten 4 Spielen sogar 9 Stück)

Samba Köln

Nun gut. Eine 3:1-Führung auswärts sollte reichen. Müßte man meinen.
Tut sie aber leider nicht immer. Zumindest nicht, wenn der HSV auf dem Platz steht.

Pleitegeiger

Auch als die Mannschaft in der Schlussphase auf den Ausgleich drängte, blieb die berühmte “Brechstange” eingepackt – stattdessen setzte der FC auf spielerische Mittel und kam damit letztlich auch zum Erfolg.

fcfp.de

Van Nistelrooys Hoffnung, in den drei Minuten nach seiner Einwechslung, „vielleicht eine Chance zu bekommen“, erfüllte sich zwar nicht, nur den Anstoß nach dem späten Ausgleich durfte er noch ausführen, aber der Holländer war hiermit im Spielgeschehen der Bundesliga angekommen.

taz

Gute Ansätze zeigte Kölns Neuzugang Zoran Tosic bei seinem ersten Einsatz von Beginn an. Bei den Kölnern verdienten sich Petit und Sebastian Freis gute Noten, beim HSV ragte neben Petric Rincon heraus.

11 Freunde

Tollhaus RheinEnergieStadion. Der FC hat mit einer gigantischen Moral eine drohende Niederlage abgewendent.

Werbebock

Für Ausgelassenheit bleibt da keine Zeit, man will sich auf das Millionenspiel konzentrieren. „Die Schlagzeilen würde ich gern sehen, wenn wir Karneval feierten“, sagte FC-Manager Michael Meier am Samstagabend.

ksta.de

„Wir sind stabiler geworden. Dadurch haben wir mehr Chancen und machen auch mehr Tore. Mit jedem Tor und jedem Punkt wächst das Selbstvertrauen. Man hat gesehen, dass wir auch mit Spitzenmannschaften mithalten können“, sagte FC-Trainer Zvonimir Soldo.

spox

Zahlen und Daten

Platz: 11
Punkte: 25
Tore: 20
Gegentore: 24
Nächster Gegner: FC Schalke 04

2 comments on “Eine Frage der Moral
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