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Not really well done!

26 January 2010 478 Einblendungen 2 Kommentare

Dass die englischen Rekordgehälter irgendwann zurück schlagen und die Vereine mit in den Ruin reißen, war absehbar. Es war auch nur eine Frage der Zeit. Aber dass es ausgerechnet ManU dermaßen trifft, überrascht mich schon. Eigentlich galten die Reds immer als Aushängeschild… im Merchandising. Kein Klub verkaufte mehr Produkte, kein Verein erzielte solche Einnahmen. ManU thronte irgendwie über allem. Hatte aber halt das Problem, sich durch die satten Einnahmen auch noch dickere Ausgaben leisten zu wollen. Starspieler mussten her und das funktionierte auch ganz gut, so lange die ganz großen Erfolge gefeiert wurden.

Da reichen nationale Meistertitel nun mal nicht aus. Trotz der Konkurrenz von Chelsea und den donnernden Ankündigungen von Rivale City, feierten die Jungs von Alex Ferguson zuletzt drei Meistertitel in Folge. International sah es da mau aus. Bis zum ersehnten Champions League-Sieg 2008 herschte neun Jahre lang Flaute. Zu wenig für die eigenen Ansprüche. Und die eigene Kasse.

International wird das große Geld gescheffelt.
Wer sich einen kostspieligen Kader leisten mag, der muss dort Titel feiern.
Ansonsten schlagen die Ausgaben zurück.

In Manchester mit geballter Faust.
Fast eine Milliarde Euro Schulden hat der Verein. Verbindlichkeiten von 985.000.000 Euro!

Wäre der Transfer von Cristiano Ronaldo im Sommer nicht gewesen, hätte man die zehn Stellen schon jetzt voll.

Normalerweise sollte man sich bei den Wettanbietern der Nation seinen Freebet sichern und auf den Konkurs von ManU wetten.

Normalerweise. Ich verstehe bis heute nicht, wie sich Vereine (Real Madrid ist ja auch so ein Experte) mit solchen Schuldenbergen über Wasser halten können. Jedes andere Unternehmen wäre schon zehn Mal insolvent gegangen, aber im Fußball steht eine ganze Lobby dahinter, die den Verein über Wasser hält.

Dann wird halt ein Spieler verkauft und auch noch das Trainingsgelände. Müsste ja reichen. Um die zehnstellige Zahl nicht noch zu erreichen.

Zum Glück gibt es noch ein paar neue Unternehmen, die Sponsorengelder in den Verein stopfen. Passt schon.

Passt vielleicht, wenn man dann ein vernünftiges Konzept aufstellt und kräftig einspart (anstatt sich mit Krediten über Wasser zu halten). Schließlich hätte ManU noch einige Prunkstücke im Regal liegen. Einen Rooney etwa. Oder einen einen Berbatov. Stattdessen leistet sich ManU sechs (!) Torhüter. Viele Talente ganz sicher, aber sechs? Hinzu kommen je dreizehn Abwehr- und Mittelfeldspieler sowie sieben Angreifer. Macht 39 Angestellte.

Selbst, wenn man dann noch sagt, dass ManU auf so vielen Hochzeiten tanzt, einige Verletzte im Kader hat und ein Teil der Talente lediglich für die Reserve vorgesehen ist, so unverständlicher erscheint es, wenn man in diesen Zeiten einem Rooney (zweifelsohne das vielleicht letzte Juwel im Kader) einen neuen Traumvertrag anbietet, der die Kosten nicht unbedingt senken wird.

Komisch Welt da drüben.

Gut gehen kann das aber nicht.

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2 Comments »

  • Fussballer said:

    Tja, solange weder die UEFA noch die FIFA für Chancengleicheit sorgen werden die großen Vereine weiter lustig Schulden machen. Schau Dir Madrid an, was passiert denn da? Riesiger Schuldenberg und man kauft die Stars aus halb Europa. Selbst Barca hat Schulden. Und in England sowieso jeder Verein.

    Aber auch in Deutschland ist das alles nicht ganz koscher. Vereine wie Schalke und Dortmund dürfen riesige Schuldenberge anhäufen und bekommen die Lizenz. Vereine wie Dresden oder anderen kleinen Vereinen wird diese bei einem Bruchteil verweigert. Bundesligisten bekommen Auflagen das sie keine Spieler kaufen dürfen, und die “ganz” Großen? Die können auch so ziemlich machen was sie wollen.

    Und solange es eben keine ganz klare Linie dabei gibt werden viele Vereine auf Pump den Erfolg kaufen.

  • JuergenL said:

    Das riesige Defizit ist keinesfalls nur mit den hohen Spielergehältern zu erklären.

    Manchester United ist weltweit die am meisten bekannte und am besten vermarktete Fussballmannschaft. Damit weckt der Verein unheimliche Begehrlichkeiten von Wirtschaftsprofis, denn damit wird eine Menge Geld verdient. Manchester Unites ist schon recht lange eine AG, damit fing das Dilemma an.
    Die amerikanische Familie Glazer fing vor ein paar Jahren an immer mehr Aktienpakete zu kaufen, das ist sehr schnell publik geworden und die Fans liefen Sturm dagegen. Eine Weile lies sich das aufhalten, aber irgendwann hatte die Glazers Aktienmehrheit und damit das Sagen im Verein.
    Logischerweise kostete das eine Menge Geld und die Schulden die die Glazers machen mussten um die Mehrheit zu kaufen überschrieben sie dem Verein d.h. der Verein bezahlt den Kredit der Glazers an die Glazers zurück ( die an den Zinsen wieder verdienen).
    Damit hat sich der Verein in eine Schuldenspirale bewegt die nicht mehr zu stoppen war. Man muss sich vorstellen das der Verein in den letzten Jahren sportlich extrem erfolgreich war, etliche Meistertitel, Sieg in der Champions League etc. und trotzdem verschuldeteten sie sich immer weiter.
    Frustrierte Fans gründeten aus Protest den Verein United of Manchester, das Gegenmodell zur Kommerzialisierung des Fussballs.

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