Der gute Abschluss

Am Sonntag endet die Hinrunde der Fußball Bundesliga-Saison 2009/2010. Natürlich mit einem Highlight!

1. FC Köln gegen 1. FC Nürnberg

Abstiegskampf pur. Für beide Mannschaften eine wichtige Partie, um zumindest einen versöhnlichen Saisonabschluss hinzulegen. Köln könnte sich ein kleines Polster zu den Abstiegsplätzen erarbeiten oder zumindest den Abstand halten und damit auf einem Nicht-Abstiegsplatz überwintern. Das könnte auch den Franken gelingen, wenn sie einen Dreier einfahren.

Ein Trainer wird nach der Partie im Fokus stehen. Mindestens Einer. Wenn sich beide Team mit einem Remis trennen, könnte es sogar für beide Fußballlehrer eng werden. Bei einer Niederlage stünde Soldo bzw. Oenning auf der Abschussliste. Was schade wäre. Ich finde, dass sich Soldo zuletzt gut und in die richtige Richtung weiterentwickelt hat. Oenning ist einfach cool und zieht sein Ding durch. Das ändert nichts an den Gesetzen des Geschäfts, aber trotzdem würde ich dieses Trainerduo gern länger in der Bundesliga beobachten.

Ein Remis kommt trotzdem nicht in die Tüte.
Köln muss endlich mal wieder gewinnen. Allein für’s Selbstvertrauen, das gute Ergebnis vor der Pause und um es den Kritikern mal wieder zu beweisen. Ja, wir können es noch und schenken unseren Fans einen Weihnachtssieg.

Dafür gilt wie schon in den letzten Wochen: Ein Tor muss her!

Diese Aufstellungen erwarte ich für Samstag

Mondragon
Schorch – Mohamad – Geromel – Ehret
Pezzoni
Petit —– Yalcin
Chihi ——— Podolski
Novakovic

Boakye – Bunjaku
Frantz – Mintal – Kluge – Eigler
Pinola – Maroh – Wolf – Diekmeier
Stephan

Soldo muss nur wenig umstellen. Leider fehlt Maniche nach seiner fünften gelben Karte. Wenn Soldo schlau ist, ändert er das System nicht erneut, da sie die Mannschaft in dem 4-1-2-2-1 zuletzt wohl gefühlt hat. Sicherlich wäre Podolski im Sturmzentrum besser aufgehoben, aber im Duo mit Chihi muss er nicht am Flügel kleben. Beide halten sich eher in der Mitte auf und stoßen abwechselnd ins Zentrum zur Unterstützung von Nova. Pezzoni sichert weiter die beiden „Halb-Sechser“ ab. Dadurch hat sich auch Petit wieder gesteigert. Ergo: System bleibt und für Maniche kommt Yalcin, der bei der Poldi-Pause schon das Vertrauen von seinem Trainer erhielt. Auf der Position dürfte er sich erneut auszeichnen. Kampfstärkere Alternativen wären Brecko, Matip und McKenna.

Interessant, ob Oenning umbaut. Zuletzt gab es zwei 0:4-Klatschen. Vertraut Oenning weiter seinen Jungs oder gibt er der zweiten Reihe eine Chance. So wie ich Oenning aus der Ferne einschätze, steht er hinter seinen Spielern. Allein Nordtveit könnte draußen bleiben. Der defensive Mittelfeldspieler stand zuletzt komplett neben der Spur. Oenning muss mehr riskieren und könnte auf einen zweiten Stürmer setzen.

Mein Tipp: 1:0
Irgendwann muss es ja mal klappen. Mit dem Tor und natürlich mit dem Sieg. Egal wie. Aber zu Hause. Gegen Nürnberg. Wenn das hier nicht klappen, dann wird mir ehrlich schlecht.

Hauptsache wir stehen uns nicht selbst im Weg © flickr.com / Tomas Caspers

Hauptsache wir stehen uns nicht selbst im Weg © flickr.com / Tomas Caspers

Das sagt der Gegner

Geteiltes Leid könnte man sagen. Deshalb hat das Interview mit Alexander von clubfans united einen besonderen Charme. Danke für die ehrlichen Worte.

Spielfeldrand: Hallo Alexander, die Hinrunde ist fast vorrüber. Wie sieht das vorläufige Fazit eines Aufsteigers aus?
Alexander: Es wurde und wird die erwartet schwere Saison. Leider sind die erhofften positiven Ausschläge nach oben sehr selten gewesen, die Rückschläge (vor allem zu Hause) dafür zu häufig. Dass die Situation dennoch nicht aussichtslos erscheint haben wie Vereinen wie deinem 1. FC Köln, Bochum, Stuttgart und Hertha zu „verdanken“.

Spielfeldrand: Dein FCN konnte teilweise komplett überzeugen und richtig überraschen. Der Sieg gegen Wolfsburg oder der Punkt gegen Bremen, da hat man echt guten Fußball gesehen. Dann gibt es aber immer wieder diese Rückfälle. Dabei meine ich nicht die Niederlagen gegen Hamburg oder Dortmund, sondern die Punktverluste gegen direkte Konkurrenten, wie Freiburg und Mainz. Woran liegen diese Schwankungen aus deiner Sicht?
Alexander: Um das Herauszufinden wird auch bei uns im Blog sehr kontrovers diskutiert. Es ist einfach nur schwer auf einen Nenner zu bringen, warum die Leistungen so auseinandergehen können, bisweilen ja sogar in zwei direkt aufeinanderfolgenden Spielen. Die Bandbreite der Meinungen über die Ursachen geht dabei quer Beet, angefangen natürlich bei der Trainerdiskussion bis hin zu allen Mannschaftsteilen. Aber nach meiner Meinung gefragt fehlt dem Club das Führungspersonal auf dem Platz. Es fehlt vorne ein „Sturmführer“ und im Mittelfeld einer, der sagt wo es lang geht – egal ob nun offensiv ausgelegt als Spielmacher oder defensiver als 6er. Man hoffte, dass Wolf oder Schäfer von hinten diese Führung übernehmen könnten, doch je einmal glatt Rot haben die Führungsposition nicht nur ob der Spielpause in Frage gestellt, derartige Undiszipliniertheiten lassen auch Führungsstärke und Verantwortungsbewusstsein, wozu auch Besonnenheit gehört, vermissen. Ganz abgesehen davon finde ich die Führungsrolle so weit hinten als zu weit weg vom geplanten Spielsystem nach vorne. Das soll übrigens den Status der beiden in der Mannschaft nicht schmälern, gerade Schäfer spielt eigentlich eine tolle Hinrunde, bei Wolf sieht das leider anders aus, aber es deckt den Mangel nur schonungsloser auf. Da sich auch weder aus der zweiten Reihe jemand nach vorne drängte noch einer der Jungen so schnell einen Entwicklungssprung machte, besteht hier ein Vakuum, das umso deutlicher wird, wenn es eben nicht läuft oder eben unglücklich nicht läuft. Dann fehlt die ordnende Hand, der Steuermann im Sturm, und die Mannschaft fällt auseinander.

Spielfeldrand: Euer Trainer Michael Oenning gerät immer mehr ins Kreuzfeuer der Fans. Aus der Ferne muss ich sagen: Cooler Typ! Der könnte auf Sicht was in Nürnberg aufbauen und erfrischenden Fußball zelebrieren lassen. Siehst du das ähnlich oder ist er der falsche Mann für Nürnberg?
Alexander: Ja, wenn man das nur wüsste… Er macht jedenfalls einen fachkundigen und smarten Eindruck und das schätze ich an ihm. Aber ob er als Trainerneuling nicht doch noch zu grün ist? Gute Frage, die Ergebnisse sprechen ja eigentlich diese Sprache und das sehen viele als ausreichenden Beleg. Ich bin mir da nicht ganz so sicher und halte auch wenig von rein ergebnisorientierter Beurteilung. Sagen wir also so: Ich gebe die Hoffnung noch nicht auf, dass er der richtige Mann ist – und wenn es allein schon daran liegt, dass ich als Clubberer von den ewigen Neuanfängen nach Trainerentlassungen mittlerweile die Nase voll habe.

Spielfeldrand: Blicken wir schon mal viel weiter: Warum steigt der Club am Ende nicht ab?
Alexander: Weil die Mannschaft zu viel Potenzial hat und sich das auch noch beweisen wird. Und was man nicht hat, holt man im Winter noch dazu.

Spielfeldrand: Warum könnte es euch aber trotzdem erwischen?
Alexander: Aus verschiedenen Gründen. Erstens weil man im Verein die falschen Entscheidungen treffen könnte (oder zum falschen Zeitpunkt, auch das hatten wir schon), oder weil man zu viele Chancen liegen ließ, die man zum Greifen nahe hatte (wie einen Sieg gegen Werder oder in Stuttgart in der Hinrunde). Und weil „auf Augenhöhe“ sein nur bedeutet, dass man eine 50/50-Chance hat. Und „auf Augenhöhe“ sehe ich zwar einige Mannschaften, solche, die leistungsmäßig eher hinter uns liegen, aber nur wenige – und die haben schon fleißig gepunktet, warum auch immer. Eine enge Kiste und da kann vieles eben den Ausschlag am Ende geben – so oder so.

Spielfeldrand: Zum Abschluss der Bundesliga-Hinrunde geht es gegen den 1. FC Köln. Ein Klub, dem es aktuell auch nicht unbedingt rosig geht. Was erwartest du von dem Spiel?
Alexander: Ohne Zweifel ein kleines „Schicksalsspiel“ mit viel Spekulationspotenzial je nach Ausgang der Partie. Dem Gewinner winkt wenigstens etwas Ruhe und die Hoffnung auf die Wende in der Rückrunde, dem Verlierer könnten mannigfaltige Erdrutsche drohen nebst personeller Konsequenzen. Ein Unentschieden könnte gar allen halbwegs nutzen oder auch allen schaden – das ist ganz schwer einzuschätzen. Gewinnen wird wohl der, der seine Nerven besser im Griff hat und seine Chancen nutzt. In Anbetracht der Unbeständigkeit der Wundertüte FCN wäre daher mal eine positive Überraschung keine echte Überraschung – in dem Sinne …

Spielfeldrand: Wo wirst du das Spiel verfolgen und was ist dein Tipp für Sonntag?
Alexander: Ich nehme an, dass ich es mir antue und eine Sportsbar hier in meinem Frankfurter Exil aufsuche. Wenn möglich nehme ich den Weserblogger als seelischen Beistand mit. Ich bin und bleibe Optimist und tippe auf ein 2:1 für den FCN, würde darauf aber keinen Cent wetten … aber ich wette eh nicht auf Fußball.

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