Dass die englischen Rekordgehälter irgendwann zurück schlagen und die Vereine mit in den Ruin reißen, war absehbar. Es war auch nur eine Frage der Zeit. Aber dass es ausgerechnet ManU dermaßen trifft, überrascht mich schon. Eigentlich galten die Reds immer als Aushängeschild… im Merchandising. Kein Klub verkaufte mehr Produkte, kein Verein erzielte solche Einnahmen. ManU thronte irgendwie über allem. Hatte aber halt das Problem, sich durch die satten Einnahmen auch noch dickere Ausgaben leisten zu wollen. Starspieler mussten her und das funktionierte auch ganz gut, so lange die ganz großen Erfolge gefeiert wurden.
Das hallte an diesem Wochenende durch einige Kabinen. In Mainz. In Bremen. In Hoffenheim. In Freiburg und Bochum sogar ganz leise.
Die fußballerischen Netzfundstücke des Tages. Das war wichtig, das hat bewegt, das wird diskutiert. Der Fußball-Überblick von Spielfeldrand – Das Magazin: Mit, aber nicht nur über den 1. FC Köln.
Die fußballerischen Netzfundstücke des Tages. Das war wichtig, das hat bewegt, das wird diskutiert. Der Fußball-Überblick von Spielfeldrand – Das Magazin: Mit, aber nicht nur über den 1. FC Köln.
Eigentlich lief alles gegen Köln. Nach zwei Minuten hatten die Hamburger zum ersten Mal zugeschlagen. In Hälfte zwei fiel das anscheinend vorentscheidende 3:1 nach fünf Minuten. Der Drops schien gelutscht. Der Schnupfen, den ich mir rechtzeitig vor dem Anpfiff eingefangen hatte, schien sich nicht auf eine Kölsche Genesung verlassen können.
Doch dann bewies der FC abermals eine unbändige Moral.
Diese Mannschaft gefällt. Trotz zwei Toren zurück gegen einen favorisierten Gegner stecken die Spieler einfach nicht auf, sondern kämpfen weiter und suchen ihre Chance.
Zwei Thema drehen sich um das Spiel am Samstag. Wenn man ein wenig komprimiert, sogar nur Eines. Spielen sie oder spielen sie nicht, die beiden Topstürmer des FC und des HSV. Sie spielen nicht!
Podolski wird weiter fehlen. Zwar sieht es mittlerweile wieder besser aus, aber Hamburg kommt definitiv zu früh. Zwei Wochen werden wir auf den Prinzen wohl noch warten müssen. Zwei Wochen, in denen die Presse weiter aufzeigen kann, dass es auch ohne Podolski geht. Ja, tut es. Aktuell! Auf lange Sicht braucht Köln aber einen fitten und in Normalform spielenden Stürmer, wie Podolski. Der Junge hat einfach eine gewisse Klasse, die dem Verein gut tut, wenn er weiter nach oben schauen will.
Bis zum Spiel gegen den VfL Wolfsburg war es mir noch unheimlich. Deshalb habe ich zumindest noch die Frankfurt-Partie abgewartet. Nachdem nun aber auch hier ein Sieg heraus sprang, enthülle ich offiziell den Grund für den aktuellen Höhenflug des 1. FC Köln.
Nein, es ist nicht die solide Abwehr. Das in diesen Tagen ganz sicher nicht.
Nein, es ist nicht unser immer besser werdendes Mittelfeld, angetrieben von Maniche.
Nein, es ist nicht Adil Chihi, der endlich sein ganzes Potenzial abruft.
Nein, es ist nicht Sebastian Freis, der sich den Arsch aufreißt.
Nein, es ist nicht das Fehlen von Poldi und Nova.
Nein, es ist nicht der neue Schwung von Tosic, der kommen wird.
Nein, es ist nicht Soldo, nicht Meier, nicht Overath.
Es ist Voodoo!
Jaja, mein Lieblingsunternehmen und so kann ich mir diese Zeilen einfach nicht ersparen.
Sky will mächtig Dampf machen. In den nächsten Monaten möchte der Pay-TV-Sender seine Werbeeinnahmen verdoppeln. Jut jut, das wollen andere auch. Aber, ähm, stop!
Sky? Werbeeinnahmen? Verdoppeln?
In Frankfurt bettelt Michael Skibbe schon lange seinen Verein an, um doch noch einen Stürmer zu bekommen. Mit Kündigung hat der Gute schon gedroht, nachdem sich seine Eintracht einen Gekas nicht leisten konnte. Pipi standen ihm in den Augen, weil sein Verein finanziell nicht konkurrenzfähig sei. Dann kam Halil Altintop.
In Köln fehlt seit dem Sommer eine Kreativkraft. Nach den Ausfällen von Podolski und Novakovic war das Geschrei groß. Ein neuer Stürmer muss her. Er kam nicht. Aber immerhin der Kreative. Zoran Tosic heißt er also, der sich nun beweisen soll.
Der 1. FC Köln hat doch noch einmal zugeschlagen. Trotz aller Beteuerungen im Vorfeld, haben sich die Geißböcke in der Offensive weiter verstärkt. Mit den Verletzungssorgen um Novakovic und Podolski hat der Deal mit Zoran Tosic allerdings nichts zu tun. Kein reiner Stürmer wurde hier geholt, sondern einer, der aus der Tiefe kommt. Vom Flügel, dann aber mit Dampf. Der Vergleich mit Marin wurde schnell hervor geholt. Ein Dribbler also.
Armes Deutschland. Neben Ballack verfügst du über keinen weiteren international tauglichen Sechser.
Die WM 2010 ist quasi schon verloren, nachdem erst Frings suspendiert wurde und dann Rolfes verletzt auszufallen droht.
Wohooo, was für ein Spiel. Köln gelingt in Wolfsburg tatsächlich die Überraschung. Doch statt “nur” einen Punkt fährt der FC sogar mit drei Zählern nach Hause.
Unglaublich, wie verändert sich das Team seit der Winterpause präsentiert.
Schon gegen Dortmund boten wir eine engagierte Leistung und sorgten selbst in der Offensive für Gefahr. Da haben wir in Wolfsburg weiter gemacht. Allen voran Adil Chihi strotzt vor Selbstvertrauen. Der Angreifer ruft endlich die Leistung ab, die man von ihm erwarten kann. Er ist technisch gut, unglaublich schnell und mit Zug zum Tor. Mit seiner Technik kann er die Hinterreihen der Bundesliga durcheinander wirbeln. Das hat er gegen den VfL abermals bewiesen.
Ein Junge wie er macht dabei auch das Fehlen unseres Stammsturms vergessen. Nach den schwachen Auftritten von Podolski war sein Fehlen vielleicht sogar besser für den FC. Aber als gestern auch noch Nova absagen musste, wurde mir doch ein wenig mulmig. Wer sollte da noch die Tore schießen?
Zwei Mal standen sich der VfL Wolfsburg und der 1. FC Köln in dieser Saison gegenüber. In der Liga setzte es eine 1:3-Niederlage und im Pokal gewann der FC mit 3:2. Diese dritte Partie entscheidet also den direkten Vergleich.
Für beide ein wichtiges Spiel. Köln will Selbstvertrauen sammeln vor der wichtigen Begegnung mit Frankfurt. Zudem müssen sie die Schlussoffensive gegen Dortmund nutzen und weiter nach vorne spielen. Sie müssen beweisen, dass sie mithalten können. Und wollen.
Ich bin schwer in den Schlaf gekommen gestern.
Das abendliche Spiel hat mich noch eine Weile begleitet. Weil es bitter war. Und weil Fragen in meinem Kopf rumschwirrten: War das nun ein Fortschritt? War es Weiterentwicklung? Was war das?
Ich weiß es nicht!
Eine Niederlage.
Die Erkenntnis, dass so ein Spiel regulär auchmal 96 Minuten dauern kann und diese voll auskostet. Naja, nicht voll, aber zumindest bis zum Ende. Zwei Gegentore in der Nachspielzeit. Schlimmer kann es gar nicht kommen. Nicht für einen Fan. Nicht für das Herz eines Fans.