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So einfach könnte man es sich machen.
Offensivkräfte mit einem speziellen Hang zu Köln. Weil dort geboren oder einfach den Großteil des Lebens dort verbracht. Zudem mit starker Neigung zum EffZeh. Quasi Fans, denen der Traum erfüllt wird für ihren Verein auf den Platz zu laufen.
Irgendeinen local hero braucht man halt immer im Kader.
Idealerweise einen, der voran geht. Also voran spielt. Vorne meinte ich damit. Spektakulär. Jemand, der auffällt.
Marcel Risse war demnach eine logische Konsequenz, nachdem klar war, dass Clemens uns verlassen wird.So einfach ist es nicht.
Und doch erkennt man einen schönen Trend im Kader.
Während sich Fans anderer Vereine über die Legionäre in der Mannschaftsliste aufregen und sich nach Spielern aus dem Verein sehen (was wir in Köln ja in der Vergangenheit auch zuhauf ertragen mussten), finden sich beim 1. FC Köln immer mehr Spieler mit kölschen Wurzeln im Rooster.
Wir haben einen Trainer.
Wir haben einen Trainer.Unglaublich. Was für ein Gezerre.
Der Weg ist das Ziel. Aber der Weg war steinig und alles, was noch vor uns liegt dürfte nicht frisch planiert sein, sondern ziemlich holprig daher kommen. Der Weg ist geschottert. Das tut besonders weh, wenn man fällt.
Vor einigen Wochen musste ich breit grinsen, als ich las, dass der Hamburger SV (man kommt in der Stadt halt nicht drumherum) eine knappe Million für Kreuzer bezahlen wird. Das Lachen ist mir vergangen. Peter Stöger kostet den EffZeh eine knappe Million. 700.000 sind es wohl geworden. Dazu noch Schmid und Kugel, die das Trainerteam komplettieren und ebenfalls aus Österreich kommen.
Also langsam wird es mächtig eng. Sah es zum Saisonabschluss noch so aus, als würden wir schnell einen neuen Trainer präsentieren, stehen wir nun, drei Wochen später immer noch ohne Übungsleiter da. Was an sich kein großes Problem ist, schließlich will die Entscheidung gut überlegt sein. Aber in der kurzen Sommerpause ist die sich hinziehende Suche auch ein Hemmschuh bei der Gestaltung des Kaders. Der im übrigen in nicht einmal zwei Wochen schon mit der Vorbereitung beginnt. Da muss die Integration der Neuzugänge schnell erfolgen und der neue Trainer rapide seine Vorstellungen vermitteln.
Neuer Übungsleiter dürfte Roger Schmidt werden, der aus Salzburg kommt und nach der Absage von Mike Büskens der aktuelle Favorit zu sein scheint. Ich kann seine Arbeit schwer einschätzen, wenn ich aber die anderen möglichen Kandidaten (Babbel, Funkel) sehe, dann bin ich mit der Wahl fein.
Wer nicht die ganze Zeit MSR hören kann, der kann sich hier ja meine Ausführung zur letzten Saison mit einem Ausblick auf die aktuelle Trainersuche sowie der Kaderzusammenstellung anhören.
Die Gesänge hallen immer mal wieder voller Ironie durch die Kölner Fanszene. So auch vereinzelt heute.
Was ist schlimmer als die Anstoßzeiten der zweiten Liga? Die Anstoßzeiten in der Jugend. Aber immerhin hat Sport1 in dieser Saison mal das Endspiel im DFB-Pokal der A-Junioren live übertragen. Samstag um 11:00. Da der EffZeh antrat und ich Zeit habe, hatte ich mir die Partie mal reingezogen.
Anfangs sah vieles nach Finalgegner Lautern aus. Köln bestach einzig durch Fehlpässe. Der FCK war bissiger und wollte hier überzeugen. Köln war irgendwie gehemmt und lieferte sich etliche Fehler, so dass es lange brauchte, bis endlich mal Spielfluss reinkam. Gerhardt, der als Kapitän auf dem Platz stand und an der Profimannschaft anklopft ließ die Präsenz vermissen, die ich mir erhofft hatte. Er hatte in der zentralen Position zwar alle Möglichkeiten, bot sich hier aber nicht ausreichend an und war nicht der Taktgeber. Für Aufregung sorgte immer mal wieder La Monica. Der erinnert stark an Adil Chihi. Technisch beschlagen, geht gern ins Dribbling, übertreibt es mit Hacke-Spitze-EinsZweiDrei aber zu oft und geht nicht energisch auf’s Tor beziehungsweise zieht nicht einfach mal ab. Angreifer Ban war eine gute Anspielstation, wirkte aber nicht dauerhaft brandgefährlich. Den goldenen Treffer zum 1:0 machte er trotzdem. Souza rochierte viel, ließ aber Passsicherheit vermissen.
Saison vorbei. Stani, aber vor allem Ujah und sicherlich auch Clemens mit einem 3:0 verabschiedet. Souveräner Auftritt. Hätten Clemens und Hector, zwei der besten Spieler der Saison (neben Horn und mit Abstrichen auch Ujah) über links nicht so viel Druck erzeugt und dann später Bruno nicht sein Premierentor erzielt, hätten wir das Ding aber auch wieder vergeigen können. Weil die Angriffe wie so oft nicht konsequent zu Ende gespielt wurde, man bis auf die beiden Lattentreffer von Clemens kaum zwingende Chancen kreierte und Ingolstadt durchaus gefährliche Nadelstiche setze. Kessler, der völlig verdient spielen durfte bewies, dass er ein sicherer Rückhalt ist, der eigentlich mehr als nur Ersatzbank verdient hat. Umso besser, dass er so loyal ist und ihm der Klub so wichtig zu sein scheint, dass er sich mit dem Platz hinter Horn begnügt.
Die nächsten Wochen werden durchzogen durch Personalentscheidungen und Gerüchte.
Erstmal und allen voran, wenn es um die Personalie Cheftrainer geht. Erste Namen geistern durch die Gazetten. Mike Büskens gilt als Kandidat. Ein guter, wie ich finde. Ein Mann, der loyal ist und den vorgegebenen Weg vom EffZeh mittragen könnte. Alles, nur kein abgehalfteter Coach oder ein Haudrauf, wie Matthäus und Effenberg. Selbst mit einem Mehmet Scholl könnte ich mich nur schwer anfreunden. Ich wünsche mir einen ehrlichen Arbeiter.
Und eine klare Linie vom Verein.
Dieser Text sollte eigentlich schon vor Tagen erscheinen. Er wurde teilweise Anfang der Woche schon geschrieben, aber nicht finalisiert. Passt trotzdem. Erst recht nach dem Abschied von Stani.
Was haben Hoffenheim und St. Pauli mit Köln gleich? Nichts, außer dass sie in der kommenden Saison in der selben Liga wie die Geißböcke spielen. Ansonsten kann man die Vereine nicht mit meinem EffZeh vergleichen. Denn 1899 und fcsp sind den Kölnern voraus.
Klingt komisch, ist aber so.
Sicher, die Jungs aus Sinsheim sind so gut wie sicher abgestiegen (Stand: Montag
). Die Hamburger haben den Abstieg erst jetzt abgewendet. Die beiden haben keine gute Saison gespielt. Ist jetzt eh egal. Der Blick richtet sich nach vorne und da haben die beiden einen Vorteil.
Vor wenigen Tagen habe ich noch über Thomas Schaaf den Kopf geschüttelt. Wie kann man seinen Verein auf diesem Weg und zu diesem Zeitpunkt verlassen. Jetzt hat der 1. FC Köln das gleiche Schicksal erlitten. Schaaf ist nicht Stani. Schaaf stand wirklich für den Verein. Bei Schaaf konnte ich den Abgang vor dem letzten Spieltag sogar verstehen. Der wollte zum Abschluss keinen großen Rummel, sondern einfach weg. Stanislawski hätte das ausgehalten. Vielleicht hätten ihm zwei Wochen Bedenkzeit gut getan, Beratungen, um dann mit neuer Kraft und viel Kaffee den Weg zu Ende zu gehen, den man eingeschlagen hatte…
Scheiße, wenn man vor dem Schlafengehen nochmal kurz seine Mails und Feeds überfliegt. Zack liegt man erstmal wach und flucht. Die Freundin versucht einen zu beruhigen. Man tut so, als ob man eh nichts ändern kann und wartet bis sie eingeschlafen ist, um dann noch ein wenig zu grübeln, Tweets rauszujagen und sich die Samstagnacht zu versauen.
Der EffZeh steht also ohne Trainer da. Der Umbruch gerät deshalb erstmal ins Stocken. Kräftig. Mir graust es vor der kommenden Saison. Sie wäre ohnehin nicht einfach geworden. Personell musste es so oder so eine Veränderung geben. Doch immerhin mit einem Trainerteam, das die Mannschaft ein Jahr kennengelernt hat und eine Basis geschaffen hatte.
Ich stimme seinen Meinungen nicht immer zu, doch bringt er mich durchaus zum Nachdenken. Er liefert neue Sichtweisen, die man als gemeiner Fan vielleicht nicht immer direkt auf dem Schirm hat. Ein Großteil von uns lässt sich ja von einem Sieg zu leicht blenden. Er nicht. Und das ist gut so. Denn bei einem Verein gehört einfach mehr dazu. Viel mehr!
Doch die Tage ist er etwas über das Ziel hinaus geschossen.
Er klagte erst bei Twitter und dann auch im Blog Holger Stanislawski an. Untragbar sei er für Köln. Wenn man einen Umbruch vorantreiben und durchziehen will. Er sieht auch für die nächste Saison eher schwarz und fordert deshalb seinen Kopf.
Drei Jahre war die letzte Scheibe von Pohlmann her. Es klang alles wie eine Sinnkrise und ein Neuanfang. Weg von alten Mustern, hin zu neuen Einflüssen. Experimente und ein neuer Stil, der Spaß machen soll. Spaß!
Ich dachte an meine Geißböcke, die ich in dieser Saison auch allzu oft nicht wiedererkannt habe. Seit der Wende halte ich zum Klub. Seitdem gab es oft nur tiefe Täler zu durchschreiten. Köln hatte nichts mehr von dem Glanz, der den Verein groß gemacht hatte und war zur Fahrstuhlmannschaften verkommen. Zudem zur Lachnummer, die Wirklichkeit und Realität nicht auseinanderhalten konnte.

