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Saison vorbei. Stani, aber vor allem Ujah und sicherlich auch Clemens mit einem 3:0 verabschiedet. Souveräner Auftritt. Hätten Clemens und Hector, zwei der besten Spieler der Saison (neben Horn und mit Abstrichen auch Ujah) über links nicht so viel Druck erzeugt und dann später Bruno nicht sein Premierentor erzielt, hätten wir das Ding aber auch wieder vergeigen können. Weil die Angriffe wie so oft nicht konsequent zu Ende gespielt wurde, man bis auf die beiden Lattentreffer von Clemens kaum zwingende Chancen kreierte und Ingolstadt durchaus gefährliche Nadelstiche setze. Kessler, der völlig verdient spielen durfte bewies, dass er ein sicherer Rückhalt ist, der eigentlich mehr als nur Ersatzbank verdient hat. Umso besser, dass er so loyal ist und ihm der Klub so wichtig zu sein scheint, dass er sich mit dem Platz hinter Horn begnügt.
Die nächsten Wochen werden durchzogen durch Personalentscheidungen und Gerüchte.
Erstmal und allen voran, wenn es um die Personalie Cheftrainer geht. Erste Namen geistern durch die Gazetten. Mike Büskens gilt als Kandidat. Ein guter, wie ich finde. Ein Mann, der loyal ist und den vorgegebenen Weg vom EffZeh mittragen könnte. Alles, nur kein abgehalfteter Coach oder ein Haudrauf, wie Matthäus und Effenberg. Selbst mit einem Mehmet Scholl könnte ich mich nur schwer anfreunden. Ich wünsche mir einen ehrlichen Arbeiter.
Und eine klare Linie vom Verein.
Dieser Text sollte eigentlich schon vor Tagen erscheinen. Er wurde teilweise Anfang der Woche schon geschrieben, aber nicht finalisiert. Passt trotzdem. Erst recht nach dem Abschied von Stani.
Was haben Hoffenheim und St. Pauli mit Köln gleich? Nichts, außer dass sie in der kommenden Saison in der selben Liga wie die Geißböcke spielen. Ansonsten kann man die Vereine nicht mit meinem EffZeh vergleichen. Denn 1899 und fcsp sind den Kölnern voraus.
Klingt komisch, ist aber so.
Sicher, die Jungs aus Sinsheim sind so gut wie sicher abgestiegen (Stand: Montag
). Die Hamburger haben den Abstieg erst jetzt abgewendet. Die beiden haben keine gute Saison gespielt. Ist jetzt eh egal. Der Blick richtet sich nach vorne und da haben die beiden einen Vorteil.
Vor wenigen Tagen habe ich noch über Thomas Schaaf den Kopf geschüttelt. Wie kann man seinen Verein auf diesem Weg und zu diesem Zeitpunkt verlassen. Jetzt hat der 1. FC Köln das gleiche Schicksal erlitten. Schaaf ist nicht Stani. Schaaf stand wirklich für den Verein. Bei Schaaf konnte ich den Abgang vor dem letzten Spieltag sogar verstehen. Der wollte zum Abschluss keinen großen Rummel, sondern einfach weg. Stanislawski hätte das ausgehalten. Vielleicht hätten ihm zwei Wochen Bedenkzeit gut getan, Beratungen, um dann mit neuer Kraft und viel Kaffee den Weg zu Ende zu gehen, den man eingeschlagen hatte…
Scheiße, wenn man vor dem Schlafengehen nochmal kurz seine Mails und Feeds überfliegt. Zack liegt man erstmal wach und flucht. Die Freundin versucht einen zu beruhigen. Man tut so, als ob man eh nichts ändern kann und wartet bis sie eingeschlafen ist, um dann noch ein wenig zu grübeln, Tweets rauszujagen und sich die Samstagnacht zu versauen.
Der EffZeh steht also ohne Trainer da. Der Umbruch gerät deshalb erstmal ins Stocken. Kräftig. Mir graust es vor der kommenden Saison. Sie wäre ohnehin nicht einfach geworden. Personell musste es so oder so eine Veränderung geben. Doch immerhin mit einem Trainerteam, das die Mannschaft ein Jahr kennengelernt hat und eine Basis geschaffen hatte.
Ich stimme seinen Meinungen nicht immer zu, doch bringt er mich durchaus zum Nachdenken. Er liefert neue Sichtweisen, die man als gemeiner Fan vielleicht nicht immer direkt auf dem Schirm hat. Ein Großteil von uns lässt sich ja von einem Sieg zu leicht blenden. Er nicht. Und das ist gut so. Denn bei einem Verein gehört einfach mehr dazu. Viel mehr!
Doch die Tage ist er etwas über das Ziel hinaus geschossen.
Er klagte erst bei Twitter und dann auch im Blog Holger Stanislawski an. Untragbar sei er für Köln. Wenn man einen Umbruch vorantreiben und durchziehen will. Er sieht auch für die nächste Saison eher schwarz und fordert deshalb seinen Kopf.
Drei Jahre war die letzte Scheibe von Pohlmann her. Es klang alles wie eine Sinnkrise und ein Neuanfang. Weg von alten Mustern, hin zu neuen Einflüssen. Experimente und ein neuer Stil, der Spaß machen soll. Spaß!
Ich dachte an meine Geißböcke, die ich in dieser Saison auch allzu oft nicht wiedererkannt habe. Seit der Wende halte ich zum Klub. Seitdem gab es oft nur tiefe Täler zu durchschreiten. Köln hatte nichts mehr von dem Glanz, der den Verein groß gemacht hatte und war zur Fahrstuhlmannschaften verkommen. Zudem zur Lachnummer, die Wirklichkeit und Realität nicht auseinanderhalten konnte.
Er folgt damit Mitchell Weiser, der uns schon zu Saisonbeginn verlassen hatte. Ein weiterer bitterer Abgang eines Talents für den Verein. Aber nur auf den ersten Blick. Denn was ist der Grund für seinen Abschied? Er kam bei uns nicht auf die erhofften Einsatzzeiten. In der ersten Mannschaft kam er diese Saison gar nicht zum Zug. Bei den Amas hat er 20 Partien (5 Tore) absolviert.
Yabo gilt seit Jahren als großes deutsches Talent. Im Prinzip seit 2009, als er die deutsche U17 als Kapitän zum EM-Titel führte. Danach kam aber nur noch wenig. Außer den Lorbeeren. Selbst bei seiner Ausleihe nach Aachen konnte er sich nicht nachhaltig in den Vordergrund spielen. In dieser Saison konnte er nicht mal ansatzweise Druck auf die nicht wirklich überragenden Matuschyk, Lehmann, Jajalo und selbst Strobl ausüben. Manche könnten jetzt sagen, dass Stani ihm keine Chance gegeben haben. Das dürfte aber seine Gründe haben.
Die Defensive
Im Tor sind wir save. Timo Horn hat sich enorm gesteigert und jetzt ein sicherer Rückhalt. Der Junge hat absolut das Zeug für die Bundesliga. Dahinter haben wir mit Thomas Kessler einen Keeper, der eine gewisse Qualität mitbringt und ein loyaler Backup ist.
In der Innenverteidigung muss unbedingt was passieren. Dominic Maroh kann durchaus auch in der ersten Liga eine gute Rolle spielen. McKenna ist ein starker Zweitligaspieler. Die Liga eins ist für ihn dauerhaft nicht möglich. Erst recht nicht bei seinem Alter. Als Alternative und gute Seele im Team aber wichtig. Ob Bruno der Mann neben Maroh werden kann, ist weiter fraglich. Dafür hat man ihn ja nicht spielen gesehen. Trainingsarbeit sollte allein nicht den Ausschlag geben. Aber Stani kann in dieser Phase der Saison keine Experimente eingehen. Also mir wäre nicht wohl dabei, wenn er bleibt. Als einziger IV im Kader. Dann lieber Bruno abgeben, einen anderen IV holen und Lukas Kübler aufbauen. Als IV Nummer drei.
15 Spiele in Folge ungeschlagen kommen nicht einfach so. Aber – und das müssen wir endlich mal offen sagen: Diese zweite Liga ist schwach. Ganz, ganz schwach. In der Breite. Paderborn, Ingolstand, FSV Frankfurt, VfR Aalen…Leute, Leute, das ist doch kein Maßstab. Da kann man dann auch mal eine Serie hinlegen, wenn man als Absteiger denn nicht vollständig doof ist. Das Spiel heute hat aber gezeigt, dass hier aber auch Schluss ist. Gegen einen einigermaßen cleveren und druckvollen Gegner können die Jungs einpacken. So leid mir das tut.
Das kann man genau so unterschreiben. Die zweite Liga ist nicht überragend und weit von der “stärksten zweiten Liga aller Zeiten” entfernt. 15 Spiele in Serie muss man trotzdem erstmal ungeschlagen hinlegen. Denn wenn man größtenteils gegen schlechte Gegner spielt, ist es zwangsläufig, dass diese tief stehen, die Räume vor dem Tor eng sind und diese Mannschaften gegen den “großen” 1. FC Köln dann besonders motiviert sind.
Reine Taktikfrage – Schön und ohne Punkte – Dreckig und erfolgreich
Das sind sicherlich auch Gründe für die eher enttäuschenden Leistungen in den letzten Wochen. Nur mit Schönspielerei kommen wir hier nicht weit. Das hatte Stanislawski ja auch recht schnell kapiert. Denkt nur einmal zurück. Zum Saisonbeginn haben wir spielerisch komplett überzeugt, aber damit keinen Erfolg in der Tabelle erzielt. In der Rückserie tritt das Team defensiver auf, legt nicht mehr so viel wert auf Ballbesitz, dafür aber auf ein schnelles Umschaltspiel (speziell über Clemens) und hat damit mehr Erfolg.
Vielleicht auch deshalb, weil er in der Offensive der einzige Spieler ist, der Akzente setzt und für Gefahr sorgt. Clemens ist immer in Bewegung und man hat immer das Gefühl, dass er das Spiel entscheiden kann. Durch einen genialen Pass oder einen Abschluss. Ein unwiderstehlicher Antritt und eine Schusstechnik, die sich sehen lassen kann.
Damit hat er den EffZeh in die Aufstiegsränge geschossen. Er könnte der Garant – oder zumindest ein wichtiger Bestandteil – des Aufstiegs werden. Seine Form ist für den Klub wichtig, wenn man hochgehen will.
Doch gleichzeitig macht er damit Werbung in eigener Sache. Mehr, als einem als FC-Fan lieb sein mag. Der FC Schalke 04 soll sich ja bereits mehrfach mit ihm befasst haben. Seit diesem Jahr dürften ihn noch mehr Vereine auf dem Zettel haben. Ein Mann mit seinen Qualitäten ist aktuell ja durchaus in Mode. Ich traue Clemens auch eine gute Rolle in der Bundesliga zu. Bei einem großen Verein dürfte er auch den Sprung in die Nationalmannschaft schaffen.
Typisch Jajalo. Ein Spieler, mit unglaublicher Technik ausgestattet. Er könnte zum Solo ansetzen. Er könnte einen Steilpass in die Spitze spielen. Er kann Ujah diagonal in Szene setzen. Statt dessen verschleppt er die Partie. Man erwartet fast einen Quer- oder gar Rückpass. Doch dann versteht auch er, dass er nach vorne gehen kann. Dass sich dort eine Chance auf tut. Zu spät, wie so oft.
Paderborn rückt zurück. Jajalo trabt zur Grundlinie und sieht sich von zwei Gegenspielern umzingelt. Man sieht den Ball schon beim Torwart. Zum Abstoß. Stattdessen blitzt die Klasse wieder auf. Mit zwei kurzen Ballberührungen, einer Drehung windet sich Jajalo aus der Umklammerung. Auf einem Quadratmeter lässt er die verdutzten Defensivspieler aussteigen, tanzt sie federleicht aus und hat nun wieder Platz, um vom Rand des Strafraums voll auf den Torhüter zu gehen oder die beiden Mitspieler im Zentrum zu bedienen.
